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Der Norden Online-Betrüger in Niedersachsen gefasst
Nachrichten Der Norden Online-Betrüger in Niedersachsen gefasst
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21:54 18.09.2017
Quelle: Symbolbild / dpa
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Göttingen

Das Netzwerk habe Online-Versandhändler in Deutschland und anderen westeuropäischen Ländern um Waren im Wert von mindestens 10 Millionen Euro gebracht, sagte der Leiter der „Task-Force Cybercrime“, Oliver Knabe, am Montag. Er sprach von einem Fall von straff und hierarchisch organisierter Kriminalität.

Die nicht bezahlten Waren seien vorwiegend nach Osteuropa, aber auch nach Finnland oder Großbritannien geschafft worden, sagte Knabe. Erbeutet wurden vor allem elektronische Geräte, wie zum Beispiel Smartphones, aber auch teures Spielzeug oder hochwertige Flugdrohnen. Gegen mehr als 1000 Beteiligte wird ermittelt. Die Göttinger Spezialeinheit mit derzeit 16 Mitgliedern war ebenso wie elf weitere Internet-Task-Forces der niedersächsischen Polizei im Oktober 2016 gegründet worden. Innenminister Boris Pistorius (SPD, der die Sonderermittler gestern in Göttingen besuchte, kündigte an, dass die Polizei mehrere Dutzend weitere externe IT-Experten anheuern werde, um den Kampf gegen Internet-Kriminelle weiter zu verstärken.

Bei ihrem jüngsten Ermittlungserfolg habe seine Einheit einen in Rumänien stationierten Computer auslesen können, sagte der Göttinger Task-Force-Chef Knabe. Dieser Server habe den Betrügern als elektronische Schaltstelle gedient. Die Haupttäter hatten sich nach Knabes Angaben zunächst illegal Kontaktdaten zahlreicher Personen beschafft und dann auf seriös wirkenden Internetseiten sogenannte Warenagenten angeheuert. Dabei habe es sich zumeist um Schüler, Studenten oder Rentner gehandelt, die angeblich 20 Euro pro Stunde verdienen sollten.

Dann bestellten die Gauner Waren, ließen sie an die Agenten liefern und von diesen umetikettieren und weiterschicken. „Bestellt wurde eigentlich alles, was sich hinterher leicht zu Geld machen lässt“, sagte Knabe. Bisher sind den Ermittlern etwa 18 000 entsprechende Einzeltaten bekannt.

Wie die Ermittler den Tätern auf die Spur gekommen sind, wollte Knabe nicht sagen. Die Ermittlungen gegen die Hintermänner seien noch nicht abgeschlossen. Die Warenagenten sind der Polizei bekannt. Auf alle kommen straf- und zivilrechtliche Verfahren zu.

von Matthias Brunnert

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