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Ordner des VfL Osnabrück verprügeln Fußballfans

Spiel gegen den Halleschen FC Ordner des VfL Osnabrück verprügeln Fußballfans

Sechs Ordnern aus dem Fußballstadion des VfL Osnabrück drohen Gerichtsverfahren wegen Körperverletzung, in einem Fall sogar wegen gefährlicher Körperverletzung. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück macht die Männer für einen Gewaltausbruch im Anschluss an ein Drittliga-Spiel gegen den Halleschen FC im vergangenen November verantwortlich. 

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„Gezielt Ärger machen“: Fans des Halleschen FC im Gästeblock des VfL Osnabrück. Dort wurden sie von Ordnern angegriffen.

Quelle: Helmut Kemme

Osnabrück. Nach dem 2:0-Sieg des VfL sollen die Männer gegnerische Fans zum Teil schwer misshandelt haben. Dabei hätten sie als Ordner gar nicht eingesetzt werden dürfen: Nach Angaben des Osnabrücker Oberstaatsanwalts Alexander Retemeyer waren fast alle bereits wegen ähnlicher Taten „einschlägig vorbestraft“.

Das ist unangenehm für den Verein.Die Sicherheitsbestimmungen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) schreiben vor, dass Ordner als „zuverlässig“ eingestuft sein müssen - unmöglich bei Vorstrafen wegen Körperverletzung. Oberstaatsanwalt Retemeyer hegt sogar den Verdacht, dass die Männer die Auseinandersetzung mit den Fans gezielt gesucht haben, um „Ärger zu machen“.

Bilder zeigen Sprung auf den Kopf eines Fans

Zudem kannten die Verantwortlichen beim VfL und auch das vom Verein beauftragte Sicherheitsunternehmen die Ordner offenbar nicht einmal. Wie sich im Verlauf der Ermittlungen der Polizei herausstellte, gibt es zwar Videoaufnahmen der Angriffe - Bilder sollen laut einem Bericht des NDR zeigen, wie einer der Ordner auf den Kopf eines am Boden liegenden Fans aus Halle springt. Die Männer ließen sich aber zunächst nicht identifizieren.

Weil die Partie als Risikospiel eingestuft war, hatte der VfL zusätzlich zu seinen eigenen Ordnern einen Sicherheitsdienst für den Gästeblock beauftragt. Dieser rekrutierte Personal von weiteren Unternehmen. Die Subunternehmer hatten laut Staatsanwaltschaft zum Teil keine Zulassung für das Bewachungsgewerbe - und schickten Personal, das in der Branche nicht arbeiten durfte.

Sicherheitsunternehmen in der Kritik 

Das Sicherheitsunternehmen wollte sich am Dienstag auf Anfrage nicht äußern. Jürgen Wehlend, Geschäftsführer des VfL Osnabrück, sagte der HAZ, er sei „schockiert“, dass so etwas möglich sei. Der Sicherheitsdienst habe dem Verein verschwiegen, dass er Subunternehmer eingesetzt habe. Auf persönliche Daten der Mitarbeiter anderer Unternehmen habe man keinen Zugriff. „Wir verpflichten unsere Dienstleister aber, die Daten der Ordner der Polizei zur Verfügung zu stellen, um zu gewährleisten, dass sie zuverlässig und geeignet sind.“ Daran hat sich das Sicherheitsunternehmen offenbar nicht gehalten.

Der DFB kann bei Verstößen wie diesem eine Platzsperre als Sanktion verhängen. Der Verband äußerte sich trotz mehrmaliger Anfrage dazu aber nicht. VfL-Geschäftsführer Wehlend versicherte, der Vorfall sei mit dem DFB aufgearbeitet worden. „Es gibt keinerlei Beanstandungen und Sanktionen.“

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