Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Ostfriesische Teekultur soll Unesco-Kulturerbe werden
Nachrichten Der Norden Ostfriesische Teekultur soll Unesco-Kulturerbe werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 09.05.2016
So ist es richtig: In den Ostfriesentee gehört echte Sahne. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Die Rattenfänger-Sage und das plattdeutsche Theater gehören schon dazu, nun sollen zwei weitere Bräuche aus Niedersachsen die Liste des immateriellen Kulturerbes ergänzen: Das Kulturministerium hat aus insgesamt acht Vorschlägen ausgewählt und schlägt vor, die ostfriesische Teekultur und den Blaudruck mit einem Eintrag in der Unesco-Liste zu würdigen. Die beiden Traditionen würden „weit über die Landesgrenzen hinaus mit Niedersachsen verbunden“, unterstrich Kulturministerin Gabriele Heinen-Kljajic. Zustimmen müssen noch die Kultusministerkonferenz und die Deutsche Unesco-Kommission. Die Entscheidung wird voraussichtlich im Frühjahr 2017 fallen.

„Eine Aufnahme in die Liste wäre großartig als Anerkennung dafür, dass hier eine alte Kulturtechnik bewahrt wird“, sagt Blaudrucker Georg Stark aus Jever. Der in Hannover aufgewachsene Historiker hat vor 30 Jahren nahe der jeverschen Fußgängerzone eine Blaudruck-Museumswerkstatt aufgebaut, betreibt das Kunsthandwerk und bietet Touristenführungen. Beim Blaudruck wird mit dem Pflanzenfarbstoff Indigoblau gefärbt, die Europäer haben die Technik ab 1600 aus Indien importiert. In Deutschland gibt es derzeit nur noch acht Blaudrucker.

Teeliebhaber hingegen sind weit verbreitet. Gerade in Ostfriesland wird gerne und auf besondere Weise Tee getrunken. Das Heißgetränk wird dort mit „Kluntje“ (Kandis) und einer Wolke aus Sahne angereichert und im typischen Porzellan serviert. Entstanden ist die ostfriesische Teekultur in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Neben der besonderen Zubereitung gibt es auch feste Zeiten, in denen Tee getrunken wird, die „Teetieden“ um 11, 15 und nach 20 Uhr.

Öffentliche Zuschüsse sind mit dem Eintrag in die Liste des immateriellen Kulturerbes nicht verbunden. 34 Kulturtechniken finden sich auf der deutschen Liste bisher – ein Eintrag hat vor allem einen besonderen Werbeeffekt.  

Immaterielles Kulturerbe - drei Beispiele aus dem Norden

Quelle: Bein

Das Finkenmanöver

Dieser jahrhundertealte Brauch ist seit dem Jahr 2014 Kulturerbe in Deutschland. Vogelbesitzer lassen dabei im Frühjahr ihr Buchfinken in einem Gesangswettbewerb antreten. Nur noch in acht Orten des Harzes gibt es die Finkenmanöver. Bewertet werden die Länge und Schönheit des Gesangs.

Quelle: Preuschoff

Niederdeutsches Theater

Beim Niederdeutschen Theater, seit 2014 auf der Liste, steht die Sprache im Zentrum: Auf der Bühne – wie bei der „Effie Briest“-Inszenierung der Niederdeutschen Bühne Varel – wird Niederdeutsch (oder Plattdeutsch) gesprochen. Aktuell gibt es rund 4500 Spielgruppen im Norden, sie sind vor allem in ländlichen Regionen ansässig.

Quelle: dpa

Der Rattenfänger von Hameln

Die Erzählung vom Rattenfänger prägt nicht nur die Stadt Hameln, sondern ist auch weit über die Grenzen Niedersachsens bekannt. Es gibt zahlreiche Bücher, Theaterstücke, Führungen und auch ein Musical. Die umfangreiche und wechselvolle Auseinandersetzung mit der Geschichte wurde im Jahr 2014 als immaterielles Kulturerbe gewürdigt

von Hannah Nauerth und Nicole Trodler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Der Norden Unfall im Landkreis Hameln-Pyrmont - Ersthelfer können Frau nicht retten

Auf der Stecke zwischen Hasperde und Unsen im Landkreis Hameln-Pyrmont ist am Freitag eine Frau bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Ersthelfer konnten das Leben der Frau nicht retten.

09.05.2016

Bei einem Unfall in Harsefeld (Landkreis Stade) ist eine 76 Jahre alte Frau ums Leben gekommen. Die Rentnerin war am Freitagmorgen auf gerader Strecke mit ihrem Wagen von der Straße abgekommen, wie die Polizei mitteilte. 

06.05.2016

Beim Austritt giftiger Ammoniak-Gase sind in einem Bremer Schlachthof 14 Mitarbeiter leicht verletzt worden. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an. Insgesamt seien 20 Fahrzeuge und 54 Einsatzkräfte am Ort gewesen, sagte ein Sprecher am Freitag.

06.05.2016
Anzeige