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Ostfriesische Teekultur soll Unesco-Kulturerbe werden

"Kluntje", Sahnewolken und Porzellan Ostfriesische Teekultur soll Unesco-Kulturerbe werden

Die ostfriesische Teekultur soll den begehrten Unesco-Titel immaterielles Kulturerbe erhalten. Niedersachsen schlägt die Tradition für die Aufnahme in das bundesweites Verzeichnis vor. Als zweiter Vorschlag aus Niedersachsen wurde der Blaudruck ausgesucht. 

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So ist es richtig: In den Ostfriesentee gehört echte Sahne.

Quelle: dpa

Hannover. Die Rattenfänger-Sage und das plattdeutsche Theater gehören schon dazu, nun sollen zwei weitere Bräuche aus Niedersachsen die Liste des immateriellen Kulturerbes ergänzen: Das Kulturministerium hat aus insgesamt acht Vorschlägen ausgewählt und schlägt vor, die ostfriesische Teekultur und den Blaudruck mit einem Eintrag in der Unesco-Liste zu würdigen. Die beiden Traditionen würden „weit über die Landesgrenzen hinaus mit Niedersachsen verbunden“, unterstrich Kulturministerin Gabriele Heinen-Kljajic. Zustimmen müssen noch die Kultusministerkonferenz und die Deutsche Unesco-Kommission. Die Entscheidung wird voraussichtlich im Frühjahr 2017 fallen.

„Eine Aufnahme in die Liste wäre großartig als Anerkennung dafür, dass hier eine alte Kulturtechnik bewahrt wird“, sagt Blaudrucker Georg Stark aus Jever. Der in Hannover aufgewachsene Historiker hat vor 30 Jahren nahe der jeverschen Fußgängerzone eine Blaudruck-Museumswerkstatt aufgebaut, betreibt das Kunsthandwerk und bietet Touristenführungen. Beim Blaudruck wird mit dem Pflanzenfarbstoff Indigoblau gefärbt, die Europäer haben die Technik ab 1600 aus Indien importiert. In Deutschland gibt es derzeit nur noch acht Blaudrucker.

Teeliebhaber hingegen sind weit verbreitet. Gerade in Ostfriesland wird gerne und auf besondere Weise Tee getrunken. Das Heißgetränk wird dort mit „Kluntje“ (Kandis) und einer Wolke aus Sahne angereichert und im typischen Porzellan serviert. Entstanden ist die ostfriesische Teekultur in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Neben der besonderen Zubereitung gibt es auch feste Zeiten, in denen Tee getrunken wird, die „Teetieden“ um 11, 15 und nach 20 Uhr.

Öffentliche Zuschüsse sind mit dem Eintrag in die Liste des immateriellen Kulturerbes nicht verbunden. 34 Kulturtechniken finden sich auf der deutschen Liste bisher – ein Eintrag hat vor allem einen besonderen Werbeeffekt.  

Immaterielles Kulturerbe - drei Beispiele aus dem Norden

Das Finkenmanöver

Dieser jahrhundertealte Brauch ist seit dem Jahr 2014 Kulturerbe in Deutschland. Vogelbesitzer lassen dabei im Frühjahr ihr Buchfinken in einem Gesangswettbewerb antreten. Nur noch in acht Orten des Harzes gibt es die Finkenmanöver. Bewertet werden die Länge und Schönheit des Gesangs.

Niederdeutsches Theater

Beim Niederdeutschen Theater, seit 2014 auf der Liste, steht die Sprache im Zentrum: Auf der Bühne – wie bei der „Effie Briest“-Inszenierung der Niederdeutschen Bühne Varel – wird Niederdeutsch (oder Plattdeutsch) gesprochen. Aktuell gibt es rund 4500 Spielgruppen im Norden, sie sind vor allem in ländlichen Regionen ansässig.

Der Rattenfänger von Hameln

Die Erzählung vom Rattenfänger prägt nicht nur die Stadt Hameln, sondern ist auch weit über die Grenzen Niedersachsens bekannt. Es gibt zahlreiche Bücher, Theaterstücke, Führungen und auch ein Musical. Die umfangreiche und wechselvolle Auseinandersetzung mit der Geschichte wurde im Jahr 2014 als immaterielles Kulturerbe gewürdigt

von Hannah Nauerth und Nicole Trodler

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Niedersachsen in Zahlen
  • Landeshauptstadt : Hannover
  • Ministerpräsident: Stephan Weil
  • Fläche : 47.634,90 km²
  • Einwohner : 7,791 Mio
  • Bevölkerungsdichte : 135 Einwohner je km²
  • Letzte Landtagswahl : 20. Januar 2013 
  • Nächste Wahl : 2018
  • Wirtschaft : Firmendatenbank
  • Geographie : Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee, die Unterelbe sowie den unteren Mittellauf der Elbe. Als Enklave vom Landesgebiet umgeben ist das Land Bremen.
  • Berühmte Niedersachsen : Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
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