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Der Norden Emssperrwerk feiert 15-jähriges Bestehen
Nachrichten Der Norden Emssperrwerk feiert 15-jähriges Bestehen
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11:01 08.06.2018
15 Jahre Emssperrwerk: Am Wochenende können Besucher das Bauwerk am Tag der offenen Tür besichtigen. Quelle: Ingo Wagner/dpa
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Moormerland (Landkreis Leer)

Eine Balance zwischen Ökonomie und Ökologie soll der Masterplan Ems erreichen. Dabei geht es um Werftarbeitsplätze und Probleme mit Schlick und Gewässergüte. Ein Bauwerk steht immer wieder im Fokus.

Mehr als 15 Jahre nach der Inbetriebnahme des Emssperrwerks in Ostfriesland werden dort am Wochenende zehntausende Besucher zum Tag der offenen Tür erwartet. Sie können bei einem großen Jubiläumsfest die gewaltige Anlage mitten im Fluss besichtigen und auch in einem Tunnel unterqueren.

Schutz vor Sturmfluten

Das Bauwerk erfüllt eine Doppelfunktion: Es dient seit dem ersten Probestau im November 2002 als Schutz vor Sturmfluten, aber auch zum Aufstauen der schmalen Ems. Die Meyer Werft in Papenburg kann so ihre großen Neubauten wie Kreuzfahrtschiffe an die Nordsee überführen.

Zwischen 2005 und 2017 hat der Landesbetrieb NLWKN das Sperrwerk 13 mal bei Sturmfluten geschlossen. In 37 Fällen wurde die Ems für Schiffsüberführungen der Meyer Werft aufgestaut. Kritiker nennen das Bauwerk daher auch Meyer-Sperrwerk.

Die Werft hatte sich 1996 beim damaligen SPD-Ministerpräsidenten Gerhard Schröder für eine weitere Emsvertiefung eingesetzt, um ihre Chancen für neue Bauaufträge zu erhöhen. Die SPD-Landesregierung entschied sich jedoch gegen eine erneute Flussvertiefung und für ein Sperrwerk.

Das Emssperrwerk – ein umstrittenes Projekt

Das Projekt war schon vor Baubeginn im September 1998 umstritten. Umweltverbände erreichten kurz darauf einen Baustopp, fast ein Jahr ruhten die Arbeiten. Erst Ende 2006 zog das Bundesverwaltungsgericht einen Schlussstrich: Das Land Niedersachsen verpflichtete sich, neun Millionen Euro zur Verbesserung der ökologischen Situation an der Ems zu investieren.

Zuviel Schlick, Salz und Stickstoff, zu wenig Sauerstoff: Der schlechte Zustand des Flusses war 2015 auch Anlass für den Masterplan Ems. Daran beteiligen sich der Bund, das Land, Kommunen, die Meyer Werft und drei Umweltverbände.

Ziele bis 2050

Bis 2050 soll einerseits die Gewässergüte verbessert und gleichzeitig der Standort der Meyer Werft gesichert werden. Naturschützer vom Bund, Nabu und WWF rückten dafür auch von früheren Forderungen nach einem Umzug der Meyer Werft an die Küste ab. Lokale Naturschützer kritisieren diesen Rückzug bis heute und halten die bisherigen Maßnahmen des Masterplans für gescheitert.

Inzwischen droht weiterer Streit, denn der Landkreis Emsland hat gerade hat eine Ausweitung der bisherigen Regelung für künftige Schiffsüberführungen beantragt. Die Bürgerinitiative „Rettet die Ems“ befürchtet nun eine weitere Verschlechterung der Gewässergüte und wertet den Antrag als „Bankrotterklärung des Umweltschutzes“.

Von dpa/RND

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