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Der Norden Patientin stirbt nach Bluttransfusion
Nachrichten Der Norden Patientin stirbt nach Bluttransfusion
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00:15 19.03.2016
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Göttingen/Duderstadt

Die Klinik hatte dem Anästhesisten gekündigt, nachdem es bei einer Operation im Dezember vergangenen Jahres zu einer folgenschweren Verwechslung gekommen war. Die 81-jährige Patientin hatte bei einer Transfusion versehentlich die Eigenblutreserve einer anderen Patientin erhalten, deren Blutgruppe nicht mit ihrer kompatibel war, und war später verstorben.

Der Oberarzt war seit dem vergangenen Sommer mit einem befristeten Vertrag an dem Krankenhaus beschäftigt. Vor Gericht wies er darauf hin, dass er seit 1979 als Anästhesist tätig sei und über viel Erfahrung verfüge. Zu dem Vorfall war es bei einer Gefäßoperation gekommen. Wegen ihres schlechten Gesundheitszustandes sollte die Patientin eine Bluttransfusion erhalten. Der Anästhesist soll über einen Pfleger eine Eigenblutreserve der Patientin angefordert haben. Das Labor lieferte zwei Konserven in den Operationssaal. Diese stammten allerdings von einer anderen Patientin, die den gleichen Nachnamen trug.

Die Klinik wirft dem Arzt vor, weder einen ordnungsgemäßen „Bedside-Test“ noch einen Abgleich des Vornamens und des Geburtsdatums vorgenommen zu haben. Beim „Bedside-Test“, der vor jeder Bluttransfusion obligatorisch ist, wird unmittelbar am Patientenbett die Blutgruppe bestimmt und geprüft, ob die Blutgruppe des Patienten mit der Blutkonserve übereinstimmt. Nach Ansicht der Klinik hätte durch einen entsprechenden Abgleich die Verwechslung rechtzeitig festgestellt werden können.

Der Anästhesist macht dagegen geltend, dass die Verwechslung auch auf ein Organisationsverschulden des Krankenhauses zurückzuführen sei. Er habe damals den Anästhesiepfleger angewiesen, zunächst keine Transfusion vorzunehmen, sei dann aber während der Operation zu einem Anästhesie-Gespräch herausgerufen worden. Bei seiner Rückkehr habe die Patientin bereits im Schleusenbereich gelegen. Bislang hatte der Arzt angegeben, dass die Patientin an die Blutkonserve angeschlossen gewesen sei. In der Verhandlung sagte er nun, die Patientin sei zugedeckt gewesen, er habe nichts von einer Blutkonserve gesehen. Nach Angaben der Klinikleitung haben jedoch mehrere Zeugen eidesstattliche Erklärungen abgegeben, wonach der Arzt fast die gesamte Zeit während der Operation anwesend gewesen sei. Dieser hätte daher Maßnahmen ergreifen müssen, um die Transfusion zu stoppen. Das Gericht will nun durch eigene Zeugenbefragungen klären, wie die Operation abgelaufen ist.

Von Heidi Niemann

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