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Pfleger soll Mädchen missbraucht haben
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Klinikum Hildesheim Pfleger soll Mädchen missbraucht haben

Auf einer Kinderkrankenstation in Hildesheim soll ein Pfleger zwei junge Mädchen missbraucht haben, die unter Medikamenten standen. Die Ermittler nahmen den Mann fest. Sie fürchten, dass die beiden bisher entdeckten Taten nur die Spitze eines Eisbergs sein könnten.

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Ein Krankenpfleger soll im Klinikum Hildesheim zwei wehrlose Patientinnen sexuell missbraucht haben.

Quelle: dpa (Symbolfoto)

Hildesheim. Er verging sich an denen, die er umsorgen sollte: Ein Kinderkrankenpfleger des Rhön-Klinikums in Hildesheim soll mindestens zwei junge Mädchen, die als Patientinnen in der Kinderklinik lagen, sexuell missbraucht und dabei auch noch gefilmt haben. Der 35-Jährige wurde am Arbeitsplatz festgenommen und sitzt nun in Untersuchungshaft. Der Mann arbeitete seit Januar 2005 im Klinikum – jetzt müssen Polizei und Staatsanwaltschaft klären, ob ihm noch mehr Kinder und Jugendliche zum Opfer gefallen sind.

Nicht einmal die Kollegen auf seiner Station bekamen mit, dass die Polizei den Verdächtigen am Mittwochnachmittag an seinem Arbeitsplatz festnahm und in die Wache an der Schützenwiese brachte. Ein Angehöriger sei erkrankt, hieß es zur Begründung, und der Pfleger komme möglicherweise schon zur nächsten Schicht zurück.

Doch er kam nicht zurück. Er war in einer ganz anderen Sache schon länger ins Visier der Polizei in Celle geraten. Die Kripobeamten aus der Heide durchsuchten deshalb die Wohnung des Mannes, der in der Region Hannover leben soll. Dabei fielen ihnen verschiedene Speichermedien in die Hände – unter anderem eine DVD mit schockierendem Inhalt. Wie Polizei, Staatsanwaltschaft und Klinikum Hildesheim gestern in einer gemeinsamen Pressekonferenz öffentlich machten, hatte der Verdächtige Filme gespeichert, die er augenscheinlich selbst hergestellt hatte. Sie zeigen ihn in Dienstkleidung in Patientenzimmern. Und sie dokumentieren, wie er sich an zwei Mädchen vergeht. Die Opfer haben offenbar tief geschlafen oder waren nach Narkosen noch bewusstlos. Als sie den Übergriffen ausgesetzt waren, seien sie wehrlos gewesen, sagte Staatsanwältin Christina Pannek.

Noch ist nicht genau geklärt, wer die Opfer sind. Der Täter soll ihnen die Gesichter verdeckt haben, bevor er seine Kamera einschaltete. Deshalb gibt es bislang auch lediglich Schätzungen, dass die Patientinnen zwischen zehn und 17 Jahren alt sein könnten. Sicher ist hingegen die Tatzeit. Beide Fälle datiert die Polizei auf das Jahr 2009, zwischen den Verbrechen liegen mehrere Monate.

Ob der Verdächtige weitere Patientinnen missbraucht hat, das soll eine gestern eingerichtete neunköpfige Ermittlungsgruppe der Hildesheimer Kripo klären. Die Beamten haben inzwischen bei mehreren Durchsuchungen umfangreiches Datenmaterial sichergestellt, dass noch ausgewertet werden muss. Er sei seit 35 Jahren im Geschäft, sagte Thomas Pfleiderer, der Leiter der Staatsanwaltschaft. Die Vermutung, dass „die erste DVD nicht die letzte ist“, sei nicht ganz fernliegend.

Klinikum-Geschäftsführer Sascha Kucera, der erst seit wenigen Tagen im Amt ist, sagte, er sei „tief betroffen und erschüttert“. Das Krankenhaus habe am Freitagmorgen die Vorwürfe erfahren und noch am Vormittag einen Krisenstab eingerichtet. Der Mitarbeiter sei bislang nicht aufgefallen und werde von Kollegen als freundlich, nett und hilfsbereit beschrieben. Nun werte die Krankenhausleitung aus, ob sich der Mann gezielt für Nachtdienste gemeldet habe. Im noch zum damaligen Zeitpunkt alten Krankenhausgebäude sei nachts nur ein Pfleger auf der Station gewesen, seit dem Umzug seien für die 32-Betten-Station nachts in der Regel zwei Leute eingeteilt.

Geschäftsführer Kucera und Prof. Dr. Axel Richter, der Ärztliche Direktor des Klinikums, haben gestern Mittag die Mitarbeiter der Kinderklinik und das Leitungspersonal des Krankenhauses über den ungeheuerlichen Verdacht gegen den Pfleger informiert.

Offensichtlich hat der Verdächtige die Taten alleine begangen, sagte Kripo-Chef Hans Mittendorf. Noch sei nicht klar, ob sich der Mann in pädophilen Kreisen bewegt habe. Mittendorf verwies allerdings darauf, dass die Ermittlungen gerade erst am Anfang stehen. Der Verdächtige schweigt bislang zu allen Vorwürfen.

Von Marita Zimmerhof und 
Christian Wolters

Der Artikel wurde aktualisiert.

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Klinikum Hildesheim
Foto: Marc R. steht nicht nur im Verdacht zwei Mädchen betäubt und und missbraucht zu haben. Nun meldete sich eine Bekannte des Krankenpflegers zu Wort.

Im Hildesheimer Rhön-Klinikum arbeitete er als Krankenpfleger, nach Feierabend aber gab sich Marc R. im Bekanntenkreis offenbar als Arzt aus: Der 35-Jährige, der im Verdacht steht, 2009 in der Kinderklinik in Hildesheim zwei wehrlose Mädchen sexuell missbraucht zu haben, soll einer 18-jährigen Bekannten aus Celle außerhalb der Klinik mehrfach Blut abgenommen haben. Er brauche es für eine Dokumentation, soll er gesagt haben.

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