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Der Norden Plötzlich versperren Pfosten die Einfahrt
Nachrichten Der Norden Plötzlich versperren Pfosten die Einfahrt
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00:15 29.05.2016
Wolfgang Blank (rechts) und Vater Günter ärgern sich über die Pfosten in der illegalen Einfahrt. Quelle: Schrimper
Remels

Er sei auf der Arbeit gewesen, als seine Frau ihn aufgebracht anrief, sagt Wolfgang Blank: „Du musst sofort kommen, die machen die Einfahrt dicht“, habe sie gesagt. „Ich dachte, die will mich verschaukeln.“ Die Mitarbeiter hätten seiner Frau gesagt, sie habe genau drei Minuten Zeit, um die Fahrzeuge von der Auffahrt zu fahren, sonst würden sie hinter der Absperrung eingesperrt. „Die haben uns einfach vor vollendete Tatsachen gestellt.“

Doch wie kam es zu dem Zoff um die Auffahrt? Vor einem Jahr hat Blank das Einfamilienhaus im Garten seiner Großeltern gebaut. Zu diesem Zeitpunkt führen zwei Auffahrten am Grundstück entlang: eine zum bäuerlichen Betrieb der Familie sowie eine zur landwirtschaftlichen Ackerfläche. Letztere hat die Familie gepflastert und als Zufahrt zum neuen Eigenheim genutzt, weil sie „1000-mal besser“ ist, da sie im rechten Winkel zur Hauptstraße verläuft - anders als die eigentliche Einfahrt. Die Familie pflasterte die Zufahrt.

Das war illgegal. Darum hat die Straßenbaubehörde des Landes drei Poller in der Einfahrt versenkt. „Wir mussten die Gefahrenstelle sichern und die Nutzung unterbinden. Eine Vorwarnung ist nicht nötig“, erläutert Frank Buchholz, Leiter des Geschäftsbereichs Aurich. Denn der Teil der Auffahrt, auf dem die Pfosten stehen, sei Bestandteil der Straße, und die gehöre nun mal dem Land und nicht der Familie. „Sie hätten den Feldweg rein rechtlich nie erschließen dürfen - und das war ihnen auch bekannt“, betont Buchholz.

Das sah Blank anders - und riss den mittleren Pfosten kurzerhand wieder heraus, um so weiterhin mit seinen Autos vor das Haus zu fahren. „Das geht natürlich gar nicht. Man darf ja auch nicht rumlaufen und Straßenschilder klauen“, kommentiert Buchholz.

Dennoch habe er von rechtlichen Schritten abgesehen - und sei der Familie nun sogar entgegengekommen: „Solange es nur eine Zufahrt gibt, ist es mir mittlerweile egal, wo die entsteht“, sagt er. Die Familie könne entweder die neue, die alte oder eine komplett neue Auffahrt nutzen - solange es bei einer bleibt. „Die andere muss dann zurückgebaut werden“, sagt Buchholz. Zwei Auffahrten könne er keinesfalls genehmigen - immerhin müsse jeder Bürger gleich behandelt werden.

Das will Blank jedoch nicht einsehen. Er besteht weiterhin auf zwei Einfahrten zu dem Grundstück - der Streit zwischen Familie und Behörde dürfte also noch lange nicht beendet sein.

Von Lisa Malecha

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