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Der Norden Pokémon-Stopp in Nordenham
Nachrichten Der Norden Pokémon-Stopp in Nordenham
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00:16 22.07.2016
Von Ronald Meyer-Arlt
Hier ist das Fangen von Pokémons nicht erlaubt: In der Stadtbücherei Nordenham gibt es ein Verbot für das beliebte Spiel. Quelle: Stadtbücherei Nordenham
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Nordenham

Das hier ist kein Ort für Monster und wird wohl auch keiner werden. Hier wird man keinen Glurak fangen und keinen Turtok, keinen Quapsel oder Quaputzi, keinen Pummeluff oder Knuddeluff. Denn die Stadtbücherei Nordenham ist eine „Pokémon-freie Zone“. An der Eingangstür klebt ein Plakat, das klarmacht, dass das seit Kurzem populäre Handy-Spiel „Pokémon-Go“, mit dem man in seiner Umgebung fiktive kleine Monster suchen soll, hier untersagt ist.

Auf der Facebook-Seite der Bücherei begründet Bibliotheksleiter Jochen Dudeck den Schritt: „Wir haben unsere Bibliothek zur ,Pokémon-freien Zone’ erklärt. Wir möchten damit zur Diskussion über diesen Hype anregen! Dieses Spiel ist Beispiel für die durchgängige Kommerzialisierung des öffentlichen Raums. Wenn wir uns als ,dritter Ort’ neben privaten Räumen und Verkaufsflächen begreifen, sollten wir das auch deutlich machen. ,Fun’ ist nicht alles!“

Nun steht Dudeck als Spaßbremse da. Sein Pokémon-Stopp wird im Netz leidenschaftlich diskutiert. „Was die Bibliothek in Nordenham macht, ist erneute Diskriminierung einer bestimmten Kultur“, heißt es in einem Kommentar. Andere schreiben: „Eine Bibliothek weniger, die man besuchen muss.“ Oder: „Darf man jetzt auch nur noch Wissenschafts-Schinken und Wörterbücher ausleihen? Nicht, dass man am Ende noch aus Versehen Spaß hat.“ Oder: „Willkommen im Gestern! Der nächste große Event in der Geschichte Eurer Bibliothek? Die Schließung!“

Bibliotheksleiter Dudeck ist von der Aufregung überrascht. Er spricht von einem „Shitstorm“ und von „eigenartiger Aggressivität“. Dabei sei er ja gar nicht prinzipiell gegen alles Neue. Seine Bibliothek bietet auch nicht nur Bücher an. Etwa 40 Prozent der Ausleihen beträfen „Non-Books“ wie DVDs und Games. Trotz des Ärgers bereut es Dudeck nicht, das Plakat aufgehängt zu haben. Er findet, dass man darüber diskutieren muss, ob es in Ordnung sei, dass eine Firma einfach so, ohne jemanden um Erlaubnis zu fragen, einen öffentlichen Raum zum Spielfeld deklariert. „Die Frage, wie ich meinen Raum schützen kann, ist keine triviale Frage“, sagt er. Man müsse fragen, wo die Grenze ist: Soll auf Schulen, Friedhöfen und Gedenkstätten nach virtuellen Monstern gejagt werden?

Und eine Spaßbremse sei er schon gar nicht: „Wir bieten in der Bücherei auch Spieleabende an.“

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