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Der Norden Polizei fasst 22-Jährige nach Flucht aus Gefängnis
Nachrichten Der Norden Polizei fasst 22-Jährige nach Flucht aus Gefängnis
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15:33 23.03.2018
Tizia L. hat ihren mehr als 40 Jahre älteren Mann mit acht Schüssen getötet. Quelle: dpa
Oldenburg/Vechta

 Nach einer spektakulären Flucht aus dem Frauengefängnis Vechta hat die Polizei eine 22-Jährige wieder gefasst. Die Frau wurde in Dassel von Spezialkräften festgenommen, unternahm aber unmittelbar danach auf dem Weg zur Polizeiwache einen weiteren Fluchtversuch. Der sei aber sofort von den Beamten vereitelt worden, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Justizministeriums am Freitag. Einsatzkräfte eines mobilen Einsatzkommandos (MEK) der Polizei hatten die Frau am Donnerstag gegen 21.30 Uhr in einer Wohnung in Dassel (Landkreis Northeim) festgenommen. Die Gefangene sei um 23.30 Uhr in die JVA für Frauen (Abteilung Hildesheim) gebracht worden.

Beamte vereiteln zweiten Flutversuch

„Wie man hier in diesem Fall sehen konnte, haben die klassischen Fahndungsmethoden Erfolg gehabt, denn die Entflohene hat Kontakt aufgenommen zu einer ihr bekannten Person und dort konnte sie letztendlich auch festgenommen werden“, erläuterte der Sprecher des Justizministeriums, Christian Lauenstein, am Freitag. Die Ausbrecherin war am Montag vermutlich über das Dach der Haftanstalt in Vechta entkommen. Dort saß sie im Frauengefängnis eine Haftstrafe von elf Jahren ab, weil sie ihren mehr als 40 Jahre älteren Mann mit acht Schüssen getötet hatte.

Die junge Frau knackte für ihre Flucht das Schloss einer Dachluke im Flur vor der Bibliothek und war dann übers Dach entkommen. Danach kletterte sie laut Justizministerium über einen gut dreieinhalb Meter hohen Zaun. Das Gebäude der Sozialtherapie, einer Außenstelle des Frauengefängnisses, ist geringer gesichert als der normale geschlossene Vollzug. Die Fenster in der Einrichtung sind nicht vergittert.

Gefängnis zieht Konsequenzen aus Ausbruch

Das Gefängnis zog laut Justizministerium erste Konsequenzen aus dem Ausbruch. Das Obergeschoss darf ab 20 Uhr nicht mehr von Gefangenen betreten werden, tagsüber muss immer ein JVA-Mitarbeiter dabei sein. Derzeit werde auch geprüft, ob die Fenster in dem Gebäude vergittert werden müssen.

Die Ausbrecherin muss vermutlich mit einer Verschärfung im Vollzugsablauf rechnen. Allerdings sei der Ausbruch an sich nicht strafbar, so der Sprecher. Die Zeit, die während des Ausbruchs nicht in der JVA verbracht wurde, werde aber hinten dran gehängt.

Die angehende Automechanikerin hatte ihren Mann im Juli 2016 nach Ansicht der Richter im Streit aus nächster Nähe erschossen. Danach holte sie mit dem Auto des Opfers ihren jungen Liebhaber ab und setzte sich nach Italien ab.

Von dpa

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