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Der Norden Portrait einer Schönheitskönigin
Nachrichten Der Norden Portrait einer Schönheitskönigin
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00:15 30.12.2012
Von Saskia Döhner
Schön und schon dreifache Großmutter: Margit Christine Müller-Davidi.Akbaba Quelle: Emine Akbaba
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Wendeburg

Sie hat drei Enkel, ist 72 Jahre alt und frisch gekürte Vize-Miss Germany. Normaleweise sind deutsche Schönheitsköniginnen blond, makellos und Mitte 20. Auch Margit-Christine Müller-Davidi ist äußerst attraktiv, aber deutlich älter. Aufs Siegertreppchen hat sie es trotzdem geschafft. Bei der ersten Miss-50 plus-Germany-Wahl Anfang Dezember war die pensionierte Lehrerin aus Wendeburg bei Peine die älteste Teilnehmerin - und kam auf den zweiten Platz, nach der Berlinerin Christine Wache (53). So richtig fassen kann die Zweitplatzierte ihr Glück auch Wochen später noch nicht. „Es war schon ein Wunder, dass ich überhaupt ins Finale gekommen bin“, sagt sie zu Hause in ihrem Wintergarten und nippt an der zierlichen Kaffeetasse. „Da waren so viele jüngere schöne Damen.“

Die Miss Germany Cooperation (MGC) hat in diesem Jahr erstmals einen Schönheitswettbewerb für über 50-Jährige ausgelobt. „Früher gehörte eine Frau in diesem Alter zum alten Eisen. Heutzutage haben sie ihre Kinder großgezogen, sind beruflich erfolgreich oder wagen sogar noch mal einen Neuanfang. Und äußerlich sind sie von einer 30-Jährigen fast nicht zu unterscheiden“, sagt MGC-Geschäftsführer Rolf Klemmer.

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Sie war die älteste Teilnehmerin des Miss-Germany-Wettbewerbs für Frauen über 50 und hat es trotzdem ganz nach vorn geschafft.

Als Margit-Christine Müller-Davidi in einer Fernsehzeitschrift von dem Wettbewerb liest, beeindruckt sie besonders der Passus, dass dem Teilnehmerinnenalter nach oben keine Grenze gesetzt sei. „Aus einer verrückten Minute heraus“, angespornt von ihrem Mann, entschließt sie sich mitzumachen. „Ich musste erstmal Bewerbungsfotos von mir machen lassen“, erinnert sich die grazile Frau. „Man hat so etwas ja nicht in der Schublade in meinem Alter, vielleicht wenn man auf Jobsuche ist.“ Aber den Einstieg ins Berufsleben hat die Pädagogin, die zuletzt an einer Haupt- und Realschule Deutsch, Erdkunde und evangelische Religion lehrte, ja schon lange hinter sich. Kinder betreut sie aber weiterhin, ein- bis zweimal in der Woche kocht sie für die Kinder der Nachbarn und hilft ihnen bei den Hausaufgaben. Unter 1000 Schönheiten setzt sich die Lehrerin und passionierte Leserin durch, landet in der Runde der letzten 20 und fährt zum Finale ins bayerische Bodenmais. Tagelang müssen die Teilnehmerinnen auf hohen Absätze auf dem Laufsteg trainieren. „Brust raus, Kinn hoch und lächeln, bis die Kinnlade wehtut“, kommentiert die 72-Jährige die Plackerei. „Alles war hochprofessionell organisiert.“ Im Dirndl, im Businessoutfit und im Abendkleid präsentieren sich die Damen schließlich der Jury. Dass sie Zweite wird, kann sie kaum glauben. Erst nach einer Dreiviertelstunde kann ihr Ehemann gratulieren, zuvor ist sie von Reportern umringt.

Vielen Menschen hatte die 72-Jährige von ihrer Teilnahme am Wettbewerb vorher nicht erzählt. Um so überraschter sind die Freunde und Verwandten, als sie von dem Ergebnis erfahren. „Ich bin fast aus dem Bett gefallen“, erzählt ihr Bruder, der aus Amerika zu Besuch gekommen ist. „Schön ist sie ja, das stimmt.“

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