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Mörder der Küsterin aus Braunlage starb an Gift

Prozess beendet Mörder der Küsterin aus Braunlage starb an Gift

Der Prozess um den Mord an der 48 Jahre alten Küsterin aus Braunlage ist früher beendet als gedacht: Der Angeklagte starb am Sonnabend im Krankenhaus, wie das Landgericht Braunschweig am Montag mitteilte. Der Mann hatte ätzende Stoffe geschluckt.

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Der Angeklagte im Mordprozess ist am Sonnabend auf der Intensivstation gestorben.

Quelle: dpa/Archiv

Braunschweig. Der Mörder der Küsterin aus Braunlage, der seit Januar erneut vor dem Landgericht Braunschweig stand, ist tot. Der Mann hatte am vergangenen Mittwoch im Gefängnis giftige Stoffe zu sich genommen. Diese verätzten seine Speiseröhre und den Magen, außerdem bekam er eine Lungenentzündung. Er starb am Samstag auf der Intensivstation des Krankenhauses in Wolfenbüttel, wie das Gericht am Montag mitteilte. Es sei davon auszugehen, dass er sich die bislang unbekannten Mittel selbst zugeführt habe, erklärte sein Verteidiger.

Die genaue Todesursache werde nun ermittelt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Braunschweig. Von einem Selbstmord wollte sie am Montag nicht sprechen. "In diese Richtung gehen aber die Vermutungen", sagte sie.

Der Mann war im August 2013 zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er seine Ehefrau - und Mutter seiner zehn Kinder - 2012 nach einem Gottesdienst erschossen hatte. Die 48-jährige Küsterin wollte sich scheiden lassen.

In dem erneuten Prozess gegen den Mann wollte das Gericht darüber verhandeln, ob bei dem Fall eine besondere Schwere der Schuld vorliegt. Wäre sie festgestellt worden, wäre eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren nahezu unmöglich gewesen. In dem ersten Urteil hatte das Gericht keine besondere Schwere der Schuld festgestellt. Die Staatsanwaltschaft beantragte daraufhin Revision.

Der Angeklagte saß während der Verhandlung im Rollstuhl. Schon in der Haft sei er mehrfach kollabiert und habe eine Zeit lang im Koma gelegen, erklärte sein Verteidiger. Worunter der 56-Jährige genau litt, wollte er nicht sagen. Wegen des schlechten Gesundheitszustandes des Angeklagten war der Prozess in den vergangenen Wochen immer wieder unterbrochen worden.

Die Tat des Frührentners hatte besondere Aufmerksamkeit erregt, auch weil der Mann seine Kinder für die Tat instrumentalisiert hatte: Seine 12-jährige Tochter bat er, der Mutter als Zucker getarnte Medikamente in den Tee zu schütten, um seine Frau zu schwächen. Nachdem er die Küsterin erschossen hatte, mussten die Zwölfjährige und sein 20 Jahre alter Sohn ihm helfen, die Leiche im Keller der Kirche zu verstecken und das Blut aufzuwischen. Anschließend beschuldigte der Vater den Sohn, auf die Muter geschossen zu haben. Das Gericht sah es allerdings als erwiesen an, dass der Vater die Tat beging und verurteilte den Mann im August 2013 wegen Mordes.

lni

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