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Rathaus in Verden bleibt nach Amokfahrt zu

Wagen mit Benzin angezündet Rathaus in Verden bleibt nach Amokfahrt zu

47-Jähriger hatte Verdener Amtssitz im April mit seinem Auto in Brand gesetzt und wollte es in die Luft sprengen. Die Renovierung kostet 4,2 Millionen Euro, denn das Gebäude muss wegen der Ruß- und Giftstoffbelastung komplett entkernt werden. 

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Im April war ein Auto in das Neue Rathaus gerast, mit Benzin übergossen worden und in Flammen aufgegangen. Noch immer ist das Gebäude deshalb geschlossen.

Quelle: dpa

Verden. Nach der Amokfahrt in das neue Verdener Rathaus im Frühjahr dieses Jahres bleibt das Verwaltungsgebäude voraussichtlich noch bis mindestens Mitte 2018 geschlossen. „Das Gebäude muss wegen der Ruß- und Giftstoffbelastung komplett entkernt werden", sagte Stadtkämmerer Andreas Schreiber. "Wir hoffen sehr, dass die Arbeiten bis Sommer 2018 abgeschlossen werden können“, sagte Schreiber auf Anfrage. Die Kosten für den Wiederaufbau belaufen sich auf 4,2 Millionen Euro, davon übernimmt die Versicherung 1,8 Millionen Euro.

Ein 47-jähriger Mann ist am Sonntagmorgen mit seinem Auto ins Verdener Rathaus gefahren. Dabei entzündete sich ein Feuer und griff auf das Erdgeschoss des Gebäudes über. Verletzt wurde niemand. Die Polizei geht von einem Angriff gegen die Behörde aus.

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Am Sonntag, den 9. April, hatte ein damals 47 Jahre alter Mann sein Auto ins Glasfoyer des neuen Rathauses der niedersächsischen Kleinstadt gesteuert und den Wagen dann mit Benzin angezündet. Im Auto befand sich auch eine Propangasflasche, die aber nicht explodierte. Der Mann wollte das Rathaus laut Staatsanwaltschaft aus Protest gegen eine Baugenehmigung in die Luft sprengen. Er befindet nach einer Untersuchungshaft wieder auf freiem Fuß. Eine Anklage gibt es noch nicht, da die Ermittlungen wegen Brandstiftung und versuchter Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion noch laufen.

Seit der Attacke auf das neue - allerdings auch schon etwa 30 Jahre alte - Rathaus der 27.000-Einwohnerstadt ist das Gebäude stillgelegt. Alle Innenwände mussten entfernt werden. Das direkt gegenüberliegende rund 300 Jahre alte historische Rathaus wurde bei der Amokfahrt nicht beschädigt. 

Über 50 Mitarbeiter sind seit Monaten in Büros an mehreren Standorten in der Stadt verteilt. „Man merkt schon, dass vieles nicht mehr so flutscht wie zuvor“, sagte Schreiber. Am Anfang sei die Kommunikation schwierig gewesen und einige Vorgänge und Anträge hätten sich verzögert, weil die Akten kontaminiert waren. Inzwischen hätten sich viele Abläufe eingependelt. „Viele Bürger zeigen Verständnis für die Situation“, sagte Schreiber. Dies bestätigte Jens Richter, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat. „Aber je länger die Sanierung dauert, desto mehr wird das Verständnis sinken“, sagte er.     

dpa/jsp

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  • Letzte Landtagswahl : 15. Oktober 2017
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  • Berühmte Niedersachsen : Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
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