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Rennen mit Akkuschraubern statt Motoren

Hildesheim Rennen mit Akkuschraubern statt Motoren

Weltpremiere: Beim 9. Akkuschrauberrennen in Hildesheim gehen erstmals Fahrzeuge an den Start, die komplett aus einem 3D-Drucker stammen. Angetrieben werden sie nicht etwa von einem Motor, sondern – wie der Name erahnen lässt – von einem handelsüblichen Akkuschrauber. Elf Studententeams gingen an den Start.

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Der Student Vitali Jeschow (l.) der HAWK Hildesheim und der Student Alex Voigt der Fonts University of Applied Sciences am Start des 9. Akkuschrauberrennens in Hildesheim.

Quelle: Peter Steffen/dpa

Hildesheim. Ein handelsüblicher Akkuschrauber als Antrieb für ein Rennfahrzeug, das komplett aus dem 3D-Drucker stammt – technikbegeisterte Studenten zeigen, dass so etwas möglich ist. Beim 9. Akkuschrauberrennen gingen am Samstag auf dem Campus der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim elf Teams von Hochschulen aus Deutschland, Polen und den Niederlanden an den Start. Die Studenten lieferten sich harte Kämpfe, Kollisionen auf dem engen Parcours blieben nicht aus. Die Fahrer saßen, standen oder lagen bäuchlings auf ihren Boliden.

Die Stimmung bei dem Rennen ist ein bisschen wie bei der Formel 1: In der "Boxengasse" laufen kurz vor dem Rennen die letzten Vorbereitungen. Die Fahrzeuge werden noch einmal eingestellt und gecheckt. Nur das laute Motorengedröhne fehlt. Dann geht es zum Test auf die Strecke, die Fahrer drehen erste Runden. Gestapelte Reifen dienen in den Kurven als Absperrung. Immer zwei Teams fahren gegeneinander, um sich für das Finale zu qualifizieren. 

Weltpremiere: Beim 9. Akkuschrauberrennen in Hildesheim gehen erstmals Fahrzeuge an den Start, die komplett aus einem 3D-Drucker stammen.

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Genau 60 Sekunden haben die Studenten Zeit, um den Boliden startklar zu machen und den aufgeladenen Akkuschrauber einzusetzen. Dann geht es los, zwei Runden über den Parcours zur Musik von "The Race". Das Team "Toxic" der Hochschule Coburg fährt das erste Rennen gegen das Team "menschmaschine" der HAWK Hildesheim. In den Kurven wird es eng, die Coburger gewinnen. Der Akkuschrauber der Hildesheimer versagt schon in der ersten Runde. Gleich beim zweiten Rennen gibt es eine Kollision, beide Teams fallen aus. Verletzt ist aber niemand, die Rennkommissare entscheiden, das Rennen nachzuholen.

Zwei Semester hat das Team "Tilt" von der Köln International School of Design (KISD) an dem Rennfahrzeug gebaut. "Die Konstruktion für die Halterung des Akkuschraubers sieht etwas abenteuerlich aus, das ist aber total durchdacht", betont Anastasia Bondar. Die 21-Jährige fährt den Boliden, es ist das erste Projekt der jungen Studentin. "Wir zielen darauf ab, eine gute Kurvengeschwindigkeit zu erreichen", erklärt Bondar. Regenreifen gibt es nicht, aber nach heftigen Wolkenbrüchen ist es pünktlich zu Rennbeginn trocken.

Auch das Team "MoPET" der HAWK hat ein Jahr an dem Boliden gewerkelt. "Wir wollten zeigen, dass man auch mit einem kleinen Drucker – wie im Baumarkt erhältlich – arbeiten kann", erklärt Tim Funke. Das Drucken der einzelnen Bauteile habe zwischen 15 und 50 Stunden gedauert, insgesamt 876 Stunden wurde gedruckt, 34 Teile verbaut. "Wir haben komplett alles selbst gefertigt und viel dabei gelernt", sagt der 22 Jahre alte Produktdesign-Student.

Bei den Fahrzeugen musste unter anderem eine Distanz von mindestens 50 Zentimetern zwischen den Achsen allein tragend mit einem Bauteil aus dem 3D-Drucker überbrückt werden. Bei allen technischen Raffinessen und großem Ehrgeiz geht es aber auch um den Spaß. Die Zuschauer feuern die Fahrer und Teams begeistert an – und die sind bester Laune: "Wir sind guter Dinge, motiviert und zuversichtlich – da kann gar nichts schieflaufen", sagt Lucca Prohl, Student an der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd.

Von Martina Steffen, dpa

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