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Aggressives Verhalten im Verkehr weit verbreitet

So sicher fühlen sich die Niedersachsen Aggressives Verhalten im Verkehr weit verbreitet

Eine repräsentative Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen besagt: Aggressives Verhalten ist im Verkehr weit verbreitet – und viele geben zu, selbst schon mal „Täter“ gewesen zu sein. Wie sicher sich die Niedersachsen fühlen, sehen Sie in unserem grafischen Überblick.

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Symbolbild

Quelle: Archiv
  • 41,7 Prozent der Befragten erlebten aggressives Verhalten im Straßenverkehr
  • 5,7 Prozent der Niedersachsen outeten sich als Alkohol-Fahrer
  • 6,7 Prozent gaben an, als Schwarzfahrer öffentliche Verkehrsmittel benutzt zu haben

Hannover. Viele Niedersachsen fühlen sich auf Autobahnen oder Schnellstraßen regelrecht ausgebremst: Sie haben den Eindruck, dass das Verkehrsrowdytum zunimmt. Auch dies ist eine Erkenntnis aus der jüngsten Erhebung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) zum Sicherheitsgefühl im Lande. Im vergangenen Jahr hat das KFN 6000 Menschen in Niedersachsen zu dem Thema befragt. Die repräsentative Studie zeichnet ein Bild der Stimmung im Land – jenseits der herkömmlichen Kriminalität.

So notierten 41,7 Prozent der Menschen, aggressive Verhaltensweisen im Straßenverkehr wie Drängeln, Ausbremsen oder Schneiden erlebt zu haben. 6,6 Prozent der Befragten hatten im vergangenen Jahr sogar selbst eine Unfallflucht erlebt. Zwei Drittel der Befragten gingen davon aus, dass die Aggressivität auf den Straßen eher noch zunehme, berichtet Dirk Baier, stellvertretender Direktor des Forschungsinstituts. Rechne man die Angaben hoch, so komme man pro Jahr auf eine erhebliche Zahl von Vorfällen von Verkehrsrowdytum – 36 Millionen Fälle. Allerdings werde die Belastung durch den aggressiven Straßenverkehr wesentlich geringer eingestuft als bei anderen Straftaten, schreibt Baier.

Großes Vertrauen in die Polizei

Als Retter in der Not erscheine oft die Polizei. „Die Polizei selbst klagt oft darüber, schlecht behandelt zu werden, dabei steht sie im Ansehen der Bevölkerung sehr hoch“, sagt der Kriminologe. Vier von fünf Niedersachsen haben nach der KFN-Studie ein sehr großes Vertrauen in die Polizei – selbst dann, wenn sie etwa bei einer Verkehrskontrolle mit den Ordnungshütern in Berührung kämen.

Erstmals fragte das KFN auch die Interviewten, ob sie selbst einmal zum „Täter“ geworden seien. Immerhin 6,7 Prozent gaben an, als Schwarzfahrer öffentliche Verkehrsmittel benutzt zu haben, 5,7 Prozent „outeten“ sich als Alkoholfahrer – Türken seien hier fast überhaupt nicht aufgefallen, im Gegensatz zu Deutschen und Osteuropäern. Die Studie fragte auch nach den politischen Einstellungen der Interviewten – mit einem erstaunlichen Ergebnis. Ein gutes Drittel der Interviewten antwortete auf die Frage, wo sie sich auf dem Links-rechts-Spektrum verorteten, mit „weiß nicht“.   

In Niedersachsen ist etwa jeder Siebte eher ausländerfeindlich eingestellt, dies ergibt die jüngste Studie. Die Befragung des KFN wurde im ersten Halbjahr 2014 durchgeführt, die Daten bis jetzt ausgewertet. Die Forscher schlüsselten den Anteil derer, die eher ausländerfeindlich sind, auch nach Alter und Bildung auf, um ein differenziertes Bild für Niedersachsen zu bekommen. Die höchste Zustimmungsrate bei der Befragung erhielt die Aussage, dass sich die in Deutschland lebenden Ausländer in ihrem Lebensstil an den der Deutschen anpassen sollten – 48,1 Prozent der Interviewten bejahten sie. Weniger Menschen (16,1 Prozent) waren hingegen der Auffassung, dass die Ausländer unsere Kultur bereichern.

Quelle:

   

   

Dass gewöhnliche Menschen mit der Polizei in Kontakt kommen, ist gar nicht so außergewöhnlich. Im Rahmen der KFN-Studie gaben 25,4 Prozent der Menschen an, im letzten Jahr mit der Polizei zu tun gehabt zu haben, in einem Drittel aller Fälle bei Verkehrskontrollen, aber auch beim Anzeigen einer Straftat (28 Prozent) oder weil man die Polizei als „Freund und Helfer“ in Beschlag nahm (17,1). Allerdings zeigt die Befragung ein interessantes regionales Gefälle. So kamen Hannoveraner und Lüneburger wesentlich häufiger mit Polizisten zusammen (44,2 Prozent) als zum Beispiel Menschen in Braunschweig (38,5) oder Weser-Ems (38,1).

Quelle: HAZ Grafik

Auch die Frage, wie man sich selbst politisch einschätzt, ist in der Umfrage gestellt worden – wobei nicht jeder der 6000 Befragten mit der Kategorie „Links“ oder „Rechts“ etwas anfangen konnte. Fast ein Drittel aller Befragten konnte sich nicht politisch klar verorten, sondern antwortete mit „weiß nicht“. Nach Ansicht des Soziologen Dirk Baier nimmt die Zahl „unpolitischer“ Menschen eher zu.

Quelle:

Nur eine Minderheit der Niedersachsen befürwortet die Todesstrafe. Immerhin jeder siebte Niedersachse ist allerdings für diese drakonische Strafaktion, wobei vor allem jüngere bis mittelalte Männer die größten Fürsprecher sind, während Frauen sie eher ablehnen. In der gesamten Bevölkerung herrscht nach der KFN-Studie aber das Gefühl vor, dass die Gerichte zu geringe Strafen verhängen würden.

Quelle:

Selten werden Menschen gefragt, ob sie selbst einmal mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. Aber auch hier wollten die Forscher des KFN Antworten, sie haben sich vorsichtig an das Thema herangerobbt – mit Erfolg. Denn einige der 6000 Menschen, die ihre Daten anonymisiert an das Forschungsinstitut zurückgaben, outeten sich als Schwarzfahrer, andere gaben an, schon einmal schwarz gearbeitet zu haben oder unter Alkohol gefahren zu sein. Vor allem Jüngere (bis 20) offenbarten sich als Schwarzfahrer, während mehr Menschen in höheren Jahren (51 bis 60) auch schon mal einen Einkommenssteuerbetrug einräumten. Menschen ab 70 Jahre tauchen kaum als Täter auf – außer, sie setzen sich mit Promille ans Steuer.

Quelle:

Daheim fühlt man sich am sichersten. Diese Erkenntnis spiegelt auch die Repräsentativumfrage wider, wobei sich immer noch 2,4 Prozent der Interviewten sogar in der eigenen Wohnung unsicher fühlten. Nachts in der U-Bahn oder im Bus ist, auch dies keine Überraschung, das Unsicherheitsgefühl in einer Großstadt wie Hannover größer als in einer ländlich ausgerichteten Region wie Weser-Ems. Eher „ländlich“ scheint das subjektive Sicherheitsgefühl in Braunschweig zu sein, obwohl die Stadt auch eine Großstadt ist.

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Niedersachsen in Zahlen
  • Landeshauptstadt : Hannover
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  • Fläche : 47.634,90 km²
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  • Letzte Landtagswahl : 20. Januar 2013 
  • Nächste Wahl : 2018
  • Wirtschaft : Firmendatenbank
  • Geographie : Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee, die Unterelbe sowie den unteren Mittellauf der Elbe. Als Enklave vom Landesgebiet umgeben ist das Land Bremen.
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