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Abgetaucht: Abschiebung von Roma-Familien scheitert

Göttingen Abgetaucht: Abschiebung von Roma-Familien scheitert

In Göttingen ist die Abschiebung von zwei seit 17 Jahren in Deutschland lebenden Roma-Familien gescheitert. Die Familien hätten in den Kosovo abgeschoben werden sollen. Inzwischen geht die Polizei davon aus, dass die Familien untergetaucht ist.

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Quelle: Brakemeier

Göttingen. Zwei seit 17 Jahren in Deutschland lebende Roma-Familien haben sich in Göttingen einer Abschiebung entzogen. Die Beamten durchsuchten am frühen Morgen gegen 6 Uhr mit einem Großaufgebot einen Wohnblock. Die vier Erwachsenen und deren insgesamt 13 Kinder seien nicht angetroffen worden, sagte eine Polizeisprecherin.

Wie das Göttinger Tageblatt berichtet, habe es keine Aktionen von Abschiebegegnern gegeben. Außerdem sei die Polizei von der Ausländerbehörde der Stadt Göttingen angefordert worden. Die Behörden gehen inzwischen davon aus, dass die Familien mittlerweile untergetaucht sind.

Die Familien waren bei der Durchsuchung der Polizei bereits verschwunden. Vermutlich sind sie abgetaucht.

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Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, weil die Familien wegen fehlender Integrationsbereitschaft abgeschoben werden sollten, obwohl die meisten ihrer Kinder in Deutschland geboren wurden. Die Familien waren Ende der 1990er Jahre nach Deutschland gekommen. Sie hatten kein Asyl beantragt, Aufenthaltserlaubnisse wurden wiederholt abgelehnt, auch die niedersächsische Härtefallkommission lehnte die Anträge der Familien zweimal ab.

Grundlage für die Abschiebung ist eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Göttingen, die vom niedersächsischen Oberverwaltungsgericht Lüneburg bestätigte wurde. Demnach fehlt es den Familien an Integrationsbereitschaft. Die Eltern hätten trotz Arbeitserlaubnis ihren Lebensunterhalt nie selbst sicherstellen können. Die Kinder seien teils nur unregelmäßig zur Schule gegangen. Dagegen hätten die Familien nichts unternommen. Außerdem seien die Väter wegen Körperverletzung zu Haftstrafen verurteilt worden. Ferner seien die Eltern auch nach 17 Jahren der deutschen Sprache kaum mächtig. Ein Sprecher des niedersächsischen Flüchtlingsrates hatte erklärt, trotz aller vom Gericht angeführten Argumente stelle sich die Frage, ob die Abschiebung nicht gegen die europäische Menschenrechtskonvention verstoße.

dpa/r.

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