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Der Norden Türkisch und Arabisch als Schulfach?
Nachrichten Der Norden Türkisch und Arabisch als Schulfach?
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00:15 24.11.2016
Von Saskia Döhner
Quelle: Symbolbild
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Hannover

Mittlerweile hat ein Viertel der Einwohner des Landes ausländische Wurzeln, viele Kinder sind mehrsprachig aufgewachsen. Dies sei ein Potenzial, das man nutzen müsse, heißt es in einem Antrag der Regierungsfraktionen. Er wird am Mittwoch im Landtag beraten.

„Die Erstsprache ist kein Störfaktor im schulischen Werdegang, ganz im Gegenteil ist das richtige Erlernen und Beherrschen der Herkunftssprache eine wichtige Voraussetzung für schulischen Erfolg“, heißt es in der Begründung des Antrags. Dann könnten Migranten auch Deutsch als Zweitsprache viel besser erlernen, betont Heiner Scholing, bildungspolitischer Sprecher der Grünen und Vorsitzender des Kultusausschusses. „Die Kinder, die mehrsprachig aufgewachsen sind, bringen ganz viel mit in die Schule, diese Ressource dürfen wir nicht brachliegen lassen.“

Angebote zur Förderung der Mehrsprachigkeit sollten in den Schulen ausgebaut werden, fordert Rot-Grün. Modellprojekte müssten aufgewertet werden. In allen Schulformen seien zudem Leistungsnachweise in den Zeugnissen oder andere Formen der Leistungsanerkennung einzuführen. „Eine Türkisch-Arbeitsgemeinschaft zum Reinschnuppern am Nachmittag reicht da nicht“, sagt Scholing.

Um Abiturprüfungen in Türkisch oder Farsi, der persischen Amtssprache in Afghanistan und im Iran, abnehmen zu können, müssen natürlich auch die Lehrer entsprechend ausgebildet sein. In dem Antrag heißt es, das Angebot entsprechender Lehramtsfächer an den Hochschulen müsse daher schrittweise erweitert werden, zudem sollten auch ausländische Lehramtsausbildungen leichter anerkannt werden. SPD und Grüne treten außerdem dafür ein, vermehrt bilinguale Kindergärten zu gründen.

Die FDP begrüßt den Antrag der Regierungsfraktionen: „Er geht in die richtige Richtung, wird sich aber so schnell nicht umsetzen lassen, allein schon weil die Lehrer dafür fehlen“, sagt der schulpolitische Sprecher der Liberalen, Björn Försterling. Es sei aber wichtig, Kinder aus Migrantenfamilien, die oft ein Kauderwelsch aus zwei Sprachen („aber keine richtig“) sprächen, aus diesem Wirrwarr zu befreien. Dies sei ein Projekt, das eher auf 15 Jahre ausgelegt sei.

Kai Seefried (CDU) hält die Zielsetzung des Antrags für richtig, manche Forderungen gehen ihm aber zu weit: „Arabische Kitas wollen wir nicht, generell muss die Vermittlung der deutschen Sprache an erster Stelle stehen.“

Wissenschaftler weisen seit Längerem darauf hin, dass der Erwerb der Erstsprache längst nicht abgeschlossen ist, wenn die Kinder in die Schule kommen. Die Schriftsprache lernten sie erst in der Schule. Problematisch könne es werden, wenn die Herkunftssprache keine lateinischen Buchstaben habe, also etwa Russisch, Chinesisch oder Arabisch. Eltern seien oft damit überfordert, wenn sie ihren Kindern Lesen und Schreiben in mehreren Sprachen beibringen sollten. Deshalb fordern viele Bildungsforscher, dass Kinder mit ausländischen Wurzeln in der Schule auch noch in ihrer Familiensprache unterrichtet werden.

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