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Der Norden Menschenkette umzingelt Schlachthof in Wietze
Nachrichten Der Norden Menschenkette umzingelt Schlachthof in Wietze
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17:59 31.08.2013
Von Heinrich Thies
Tausende haben in Wietze gegen Massentierhaltung und für die Agrarwende demonstriert. Quelle: dpa
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Wietze

„Wir haben Agrarindustrie satt“ lautete das Motto der Aktion, an der sich unter dem Dach der Kampagne „Meine Landwirtschaft“ 27 Organisationen beteiligten: unter anderem der deutsche Tierschutzbund, die Umweltverbände, Greenpeace, BUND und NABU, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Globalisierungskritiker sowie zahlreiche Bürgerinitiativen.

„Lasst die Sau raus“, war auf einem Transparent zu lesen, das Tierschützer an dem Metallzaun vor dem Schlachthof angebracht hatten, in dem täglich 420.000 Hähnchen geschlachtet werden können. Doch es blieb friedlich. Mit Trommeln, Traktoren und Trillerpfeifen zogen die Demonstranten – angeführt von einem riesigen Huhn aus Stoff und Drahtgeflecht – vom Wietzer Rathausplatz zu dem Schlachthof am Ortsrand. An der Menschenkette beteiligte sich auch die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Euro-Parlament, Rebecca Harms. „Es ist gut, dass so viele Menschen demonstrieren“, sagte die Grünen-Politikerin. „Schön wäre es, wenn alle jetzt auch bewusster einkaufen.“ Aus Sicht von Harms ist es bedauerlich, dass von den Agrarsubventionen derzeit in erster Linie die Agrarindustrie profitiert.

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Tausende getötete Hähnchen pro Stunde in einer einzigen Fabrik - das haben viele Menschen satt. Kritiker der Massentierhaltung umzingeln daher in Celle aus Protest einen der größten Schlachthöfe Europas. Sie fordern die Abkehr von den industriellen Maximen billig und viel.

Im Vorfeld der Demonstration zeigte sich auch die Grünen-Bundesvorsitzende Claudia Roth. „Ich bin hier, weil dies ein grauenhafter Ort ist, einer der schlimmsten, die ich kenne“, sagte Roth. Der Schlachthof in Wietze sei für sie ein Symbol für eine völlig verfehlte Landwirtschaft. Nach dem rot-grünen Wechsel der Landesregierung in Hannover könne Niedersachsen aber nun zum „Experimentierfeld für eine neue Agrarpolitik“ werden.

Auch Christian Meyer vor Ort

Der Grünen-Politiker Christian Meyer, der diese Agrarwende als niedersächsischer Landwirtschaftsminister federführend gestalten will, beteiligte sich am Vormittag an einem „agrarpolitischen Bauernfrühstück“ in einem Zirkuszelt auf einer nahegelegenen Pferdekoppel. Der Minister kündigte an, dass Niedersachsen künftig keine Großschlachthöfe mehr fördern werde und die Kontrollen für die Einhaltung der bestehenden Tier- und Verbraucherschutzvorschriften verstärke. Auch bei den Richtlinien für Stallbauten wolle das Land den Tierschutz mehr in den Mittelpunkt rücken. „Es muss Schluss damit sein, dass man den Hühnern die Schnäbel kürzt und den Schweinen die Schwänze kupiert“, sagte Meyer unter dem Applaus der Anwesenden. „Nicht die Tiere müssen an die Ställe angepasst werden, sondern die Ställe an die Tiere.“

Am Rande äußerte sich der Minister auch zur Entlassung seines Staatssekretärs Udo Paschedag. „Ich gebe zu, dass ich von Herrn Paschedag enttäuscht bin“, sagte Meyer. Ministerpräsident Stehan Weil habe mit der Entlassung des Staatssekretärs die richtige Entscheidung getroffen. Den brisante Vermerk über die angebliche Zustimmung Weils zu dem luxuriösen Dienstwagen Paschedags habe er auf seinem Schreibtisch bedauerlicherweise übersehen. „Der muss vor zwei Wochen in einem großen Stapel gelegen haben“, sagte Meyer. „Der ist mir sozusagen durchgerutscht.". Für diesen Fehler gewesen habe er sich bereits bei Weil entschuldigt. Mögliche Versäumnisse müssten nun aufgearbeitet werden.   

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