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Land fragt Lehrer nach Arbeitsbelastung

Online-Befragung Land fragt Lehrer nach Arbeitsbelastung

Wo drückt der Schuh?: Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) will rund 90.000 Lehrer, Schulleiter und pädagogische Mitarbeiter im Landesdienst online danach befragen, welche Tätigkeiten sie als besonders belastend oder herausfordernd empfinden oder wo sie sich mehr Hilfe vom Land wünschen.

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Was belastet Lehrer besonders? Das Land will dies mithilfe eines Onlinefragebogens erforschen.

Quelle: Michael Thomas

Hannover.. Der anonymisierte Online-Fragebogen, für den jeder Teilnehmer einen Zugangscode erhält, ist ab dem 1. Juni freigeschaltet, die Aktion läuft bis zum 25. Juni. Befragt werden sollen sowohl Pädagogen an allgemeinbildenden als auch an berufsbildenden Schulen. Sie können auch eigene Verbesserungsvorschläge einbringen.

Entwickelt hat den Fragebogen das Zentrum für Angewandte Gesundheitswissenschaften der Leuphana Universität Lüneburg. Wenn zehn Prozent der angeschriebenen Lehrer, also rund 9000, antworteten, wäre dies für eine Online-Befragung eine gute Rücklaufquote, sagte Prof. Peter Paulus. Es gehe erstmals darum, nicht den individuellen Lehrer, sondern die allgemeinen Arbeitsbedingungen in den Blick zu nehmen. "Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Situationen, die sich durch mangelnde Unterstützung auszeichnen oder als unklar, schlecht zu bewältigen, nicht nachvollziehbar oder als unbedeutend wahrgenommen werden, Stress auslösen können, der sich wiederum ungünstig auf die Gesundheit und Arbeitszufriedenheit auswirken kann", sagte Paulus.

Erfasst werden sollen über den Fragebogen die Bereiche Unterricht, Inklusion, Sprachförderung und interkulturelle Bildung, Ganztag, Zusammenarbeit, Schule leiten und verwalten. Die Teilnahme an der Befragung ist freiwillig und anonym, die Datensicherheit sei gegeben. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert zwischen 30 und 40 Minuten.

"Wir wünschen uns eine möglichst hohe Beteiligung", sagte Heiligenstadt. Diese Befragung sei ein einzigartige und innovativer Weg. Sie freue sich auf Anregungen aus der Praxis, die dann auch in konkrete Verbesserungen münden könnten. "Wir erheben Daten für Taten", sagte Paulus. Es sei nicht einfach nur ein weiterer Fragebogen ohne Konsequenzen. Das Ziel sei ganz klar, sagte Heiligenstadt: "Mehr Zeit für gute Schule." Dies sei ein wissenschaftlich moderierter Dialog zwischen dem Land und den an Schule Tätigen. "Es geht um das Zuhören und das Ernstnehmen."

Die Mitarbeiter an Schulen, die nicht im Landesdienst stehen, sondern bei der Kommune angestellt sind, wie etwa Schulsekretärinnen oder Inklusionshelfer, werden nicht befragt.

Der Philologenverband kritisierte die Befragung. Alle Kritikpunkte seien längst bekannt. Damit breche der Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sein Versprechen, dass die Vorgaben entbürokratisiert und entrümpelt würden. Der Schulleitungsverband warf den Philologen Fundamentalopposition vor.

Gleichzeitig mit der Online-Befragung soll sich zudem eine Expertengruppe mit der Lehrerarbeitszeit befassen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wertet gerade eine Arbeitszeitstudie von rund 4000 Lehrern aus, die ein Jahr lang minutengenau ihre Arbeitszeit erfasst hat. Das Ergebnis soll im August präsentiert werden.

Bislang hatte das Land selbst die Forderung nach einer wissenschaftlichen Studie zur Lehrerarbeitszeit immer abgelehnt. Am Dienstag sagte die Ministerin nun, diese Frage werde in dem Expertengremium diskutiert. Möglicherweise werde am Ende doch irgendeine Form der Arbeitszeiterfassung stehen.

Der Fragebogen soll nicht vorab veröffentlicht werden, um die Lehrer nicht zu beeinflussen. Jeder soll ihn im Lichte seiner persönlichen Situation beantworten, hieß es.

Die Befragung und die Einberufung des Expertengremiums zur Arbeitszeit sind auch Folge des Urteils des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg aus dem vergangenen Jahr. Damals sich Gymnasiallehrer erfolgreich gegen die Erhöhung ihrer Unterrichtsverpflichtung gewehrt.

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