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SEK stürmt Wohnung wegen gefälschter Facebookseite

Einsatz in Gifhorn SEK stürmt Wohnung wegen gefälschter Facebookseite

Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei hat in Gifhorn die Wohnung eines offenbar unschuldigen Mannes gestürmt. Der 41-Jährige wurde in der Nacht zu Freitag in seiner Wohnung überwältigt, nachdem seine Telefonnummer im Internet auf einem
Facebook-Profil mit Bezügen zum sogenannten „Islamischen Staat“ aufgetaucht war.

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Die Beamten vor Ort forderten das SEK aus Hannover zur Unterstützung an.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Gifhorn. „Wie sich beim Einsatz zeigte, gehörte die Nummer wohl nicht zu dem Profil“, sagte Polizeisprecher Thomas Reuter. Es könnte sich um eine Fälschung oder um einen Zahlendreher gehandelt haben. Es habe vorher „seriöse Hinweise“ gegeben, wonach von dem Mann eine Bedrohung ausgehe. Er sei aber ein „unbescholtener Bürger“.

Auf der Facebook-Seite sei ein Mann mit einer Pistole dargestellt gewesen. „Eine Bewertung führte zum Ergebnis, dass der Profilinhaber zeitnah einen Anschlag planen könnte“, sagte Reuter. Die Polizei beantragte über die Staatsanwaltschaft einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung in der Gifhorner Südstadt, der vom Amtsgericht Hildesheim erlassen wurde.
Mann war sehr kooperativ

Da befürchtet wurde, dass der 41-jährige allein lebende Deutsche eine Schusswaffe zücken würde, entschloss sich der Einsatzleiter, ein Spezialeinsatzkommando aus Hannover anzufordern. Um kurz vor ein Uhr nachts brachen die SEK-Kräfte die Wohnungstür in dem Mehrfamilienhaus auf und holten den in Verdacht geratenen Mann aus dem Bett. Der 41-Jährige leistete nach Angaben von Reuter keinen Widerstand: „Er hat sich sogar sehr kooperativ gezeigt und macht der Polizei auch keinen Vorwurf.“ Nachbarn hätten von dem Einsatz nichts mitbekommen.

In der Wohnung wurden demnach weder Waffen oder andere gefährliche Gegenstände noch Hinweise auf Verbindungen zu Islamisten gefunden. Der 41-Jährige hat nun Anspruch auf Entschädigung. Die Polizei denkt auch über eine Entschuldigung nach. „Wir werden uns etwas überlegen“, sagte Reuter. Zunächst müsse abschließend geklärt werden, dass es tatsächlich keine Verbindung des Mannes zu der Facebook-Seite gibt. Das Profil wird zurzeit vom Landeskriminalamt in Hannover untersucht.

Der Sprecher der Gifhorner Polizei hob hervor, der Einsatz sei nötig gewesen, um eine mögliche Gefahr abzuwehren: „Wir würden es jederzeit wieder so machen.“

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  • Letzte Landtagswahl : 15. Oktober 2017
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  • Berühmte Niedersachsen : Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
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