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Der Norden Schmerzensgeld: SEK stürmt die falsche Wohnung
Nachrichten Der Norden Schmerzensgeld: SEK stürmt die falsche Wohnung
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00:15 07.04.2017
Viereinhalb Jahre nach einer spektakulären Polizeipanne hat am Dienstag vor dem Landgericht Göttingen ein Ehepaar 30.000 Euro Schmerzensgeld vom Land Niedersachsen gefordert. Quelle: dpa
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Göttingen

Im Oktober 2012 hatten Polizeibeamte um kurz nach Mitternacht seine Wohnungstür in einem Mehrfamilienhaus in Rollshausen (Kreis Göttingen) mit einer Ramme aufgebrochen, den Ehemann mit Kabelbindern ans Bett gefesselt und die verängstigte Ehefrau ins Wohnzimmer gebracht. Das Sondereinsatzkommando der Polizei (SEK) hatte die falsche Wohnung gestürmt.

Frau leidet psychisch

Seine Mandantin sei traumatisiert und befinde sich seit dem Vorfall in ständiger psychiatrischer Behandlung, erläuterte Rechtsanwalt Sven Adam gestern in der Güteverhandlung. Nach Angaben der Ärzte leidet sie unter einer posttraumatischen Belastungsstörung, die sich unter anderem in Angst- und Unruhezuständen, Panikattacken sowie Konzentrations- und Schlafstörungen äußert. Wegen der psychischen Beeinträchtigungen könne die Frau nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten. Eine Traumatherapie könne erst nach Ende des Prozesses begonnen werden. Ihr Ehemann macht dagegen physische Verletzungen geltend, die er durch die Fesselung erlitten habe.

Der Anwalt des Landes Niedersachsen bezweifelte, dass die Kläger einen Anspruch auf Schmerzensgeld haben. Außerdem habe man „große Bauchschmerzen“ bezüglich der geforderten Summe. Wenn überhaupt, wären maximal 2000 Euro Schmerzensgeld denkbar.

Der Streit muss nun gerichtlich entschieden werden. Das Gericht will ein ärztliches Gutachten in Auftrag geben, um zu klären, wie sich der Polizeieinsatz auf die Psyche der Ehefrau ausgewirkt hat. Vor einigen Jahren hat das Landgericht Wuppertal in einem ähnlichen Fall einer Frau, die nach einem Polizeieinsatz unter einer posttraumatischen Belastungsstörung litt, ein Schmerzensgeld von 20 000 Euro zuerkannt.

dpa

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