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SPD-Abgeordnete bei Demo verletzt

Göttingen SPD-Abgeordnete bei Demo verletzt

Bei Protesten gegen einen rechten Aufmarsch in Göttingen sind am Sonnabend mehrere Demonstranten durch Pfefferspray verletzt worden, darunter die SPD-Landtagsabgeordnete Gabriele Andretta. Nachdem einige Demonstranten eine Absperrung durchbrochen hatten, war es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen.

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SPD-Landtagsabgeordnete Gabriele Andretta in der Menge.

Quelle: Stefan Rampfel/dpa

Göttingen. Noch vor dem Eintreffen der rund 50 Teilnehmer des rechten Aufmarsches sei es zu Rangeleien zwischen den etwa 500 Gegendemonstranten und Beamten gekommen, teilte die Polizei mit. Dabei seien Tränengas und Pfefferspray eingesetzt worden.

Etliche der Demonstranten, die eine Absperrung durchbrochen hatten, wurden in Gewahrsam genommen. Auch ein Beamter wurde den Angaben zufolge verletzt. Gegen insgesamt 15 Personen wurden Strafverfahren eingeleitet, unter anderem wegen Landfriedensbruchs und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Die beiden Kundgebungen seien im Anschluss friedlich verlaufen – abgesehen davon, dass die Beamten permanent mit Obst und Gemüse beworfen worden seien, teilte die Polizei mit. Augenzeugen berichteten, dass einige mit Fackeln und Leuchtraketen ausgerüstete Gegendemonstranten zunächst eine Polizeiabsperrung am Hauptbahnhof durchbrochen hätten. Daraufhin sei die Polizei unverzüglich eingeschritten.

In dieser Situation habe auch die Göttinger Abgeordnete und Landtagsvizepräsidentin Andretta Pfefferspray abbekommen. Unklar war zunächst, von welcher Seite es versprüht wurde. Nach Darstellung der stellvertretenden Vorsitzenden der SPD Göttingen, Nadia Affani, wollte Andretta bei dem Gerangel an der Absperrung zwei jungen Frauen zur Hilfe eilen. Dabei habe sie Pfefferspray in die Augen bekommen, das eindeutig aus Richtung der Polizei gesprüht worden sei. Die Polizei bestätigte, dass Andretta vermutlich schlichtend eingreifen wollte und die Abgeordnete dabei „bedauerlicherweise“ verletzt worden sei. Ob die Verletzungen durch die Polizeibeamten verursacht worden seien, müsse aber noch untersucht werden, sagte Polizeisprecherin Jasmin Kaatz.

Der extrem rechte, so genannte "Freundeskreises Thüringen / Niedersachsen" hielt am Sonnabend auf dem Bahnhofsvorplatz in Göttingen eine Mahnwache ab. Dagegen hatte das Göttinger Bündnis gegen Rechts bereits ab 12 Uhr eine Gegendemo angemeldet.

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Andretta gehe es „den Umständen entsprechend gut“, sagte Affani. Nach der Behandlung in der Klinik habe sie das Krankenhaus wieder verlassen können, allerdings müsse sie einen Augenverband tragen.

Am Sonntag wurde Andreatta erneut in der Klinik behandelt. Sie kommentierte die Vorgänge anschließend so: „Ein breites Bündnis“ habe Gesicht gezeigt gegen den sogenannten „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ und deutlich gemacht, „dass es in Göttingen keinen Platz für Rechtsextreme und Nazis“ gebe. „Die zahlreichen Mails voller Hass, Häme und Schadenfreude, die mich nach dem Bekanntwerden meiner beim Versuch zu schlichten zugezogenen Verletzung erreicht haben, werden mich nicht davon abhalten, auch zukünftig für Demokratie und gegen Rechtsextremismus friedlich zu demonstrieren“, sagte Andretta. Sie verurteile das Vorgehen einiger gewalttätiger Demonstranten gegen die Polizeibeamten. „Ich trete für Gewaltfreiheit ein.“

Der rechtsextreme „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ hatte den Aufmarsch auf dem Bahnhofsvorplatz organisiert. Das „Bündnis gegen Rechts“ hatte zu einer Gegenkundgebung aufgerufen.

Von Michael Evers, Andreas Fuhrmann und Doris Heimann

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