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Der Norden Schröder fordert "klare Kante" von den Grünen
Nachrichten Der Norden Schröder fordert "klare Kante" von den Grünen
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02:15 11.05.2017
Von Michael B. Berger
Altkanzler Gerhard Schröder auf der Feier der SPD-Landtagsfraktion neben Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (rechts) und Ministerpräsident Stephan Weil. Quelle: Schaarschmidt
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Hannover

Die Feier zum 70-jährigen Bestehen des Landes fiel im vergangenen Jahr eher trocken aus. Umso launiger feierte am Montag im Alten Rathaus von Hannover die SPD-Landtagsfraktion ihr 70-jähriges Bestehen - mit einer gleichermaßen launigen wie nachdenklichen Rede von Altbundeskanzler Gerhard Schröder.

Schröder würdigt Kopf

Für Stimmung sorgte schon zu Beginn die amtierende Fraktionsvorsitzende Johanne Modder durch Formulierungen, die wohl nicht im Manuskript standen. Den Finanzminister Peter-Jürgen Schneider lobte sie, weil er das Geld des Landes „verwandelt“, SPD-Regions­chef Hauke Jagau machte sie kurzerhand zum Regierungspräsidenten. Die 300 Festgäste, unter ihnen etliche ehemalige Minister, Landtagspräsidenten und Abgeordnete, nahmen es nicht nur mit Fassung, sondern auch mit Humor.

SPD-Landtagsfraktion feiert 70-jähriges Bestehen im Alten Rathaus in Hannover.

Locker ließ auch Ministerpräsident Stephan Weil einen Teil der Landesgeschichte Revue passieren. „Und wir haben jetzt endlich den Haushalt saniert, den auch Ihr Landtagskollegen aus früheren Legislaturperioden ...“ Weils Satzvollendung ging im Gelächter unter.

Das sei ein „nicht ganz feiner Zug von Stephan Weil, uns zu sagen, wir hätten den Haushalt verdorben“, gab Schröder später zurück, der vier Jahre Fraktionsvorsitzender und acht Jahre Ministerpräsident in Niedersachsen war.

Schröder würdigte kurz den ersten Ministerpräsidenten Niedersachsens, Hinrich Wilhelm Kopf. Auch „wenn ein großer Schatten“ unlängst auf seinen Namen gefallen sei, dürfe man die Verdienste Kopfs für den Wiederaufbau der Demokratie nicht vergessen, sagte Schröder unter Beifall.

Grüne sollen "klare Kante" zeigen

Er legte ein selbstironisches Bekenntnis zur niedersächsischen SPD und der Landtagsfraktion ab, die eine Art Kaderschmiede geworden sei, aus der bedeutende Bundespolitiker hervorgegangen seien - und als „Beute-Niedersachse“ auch ein Bundespräsident wie Frank-Walter Steinmeier. Schröder führte dies zurück „auf die niedersächsische Art, Politik zu machen“, die darin bestehe, Gegnern wie auch Partnern auf Augenhöhe zu begegnen.

Den niedersächsischen Grünen gab der Altkanzler den Rat, auch angesichts aktueller Situationen „Klar Kante zu zeigen“ und weiter auf das rot-grüne Bündnis zu setzen. „Man muss ja nicht selbst Irritationen bei den Wählern hervorrufen.“

Dann kam Schröder auf die Wahl in Frankreich zu sprechen. Nun müsse sich auch Europa verändern, einerseits den Nationalstaaten wieder mehr Regelungsmöglichkeiten ermöglichen, andererseits die Finanz- und Außenpolitik mehr europäisieren. „Die Euro-Zone braucht eine koordinierte Finanzpolitik“, sagte Schröder. „Auch wenn es schwierig wird, die Nationalstaaten davon zu überzeugen, Rechte abzutreten, muss hier etwas passieren.“ Auch um die eigene Sicherheits- und Flüchtlingspolitik müsse sich Europa kümmern - „was aber nicht heißt, dass wir aufrüsten.“

Mit Jazz und einem Büfett ging der Abend zu Ende, der für die meisten Gäste ein großes Wiedersehen bedeutete.

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