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Der Norden Großrazzia gegen Salafisten in Hildesheim
Nachrichten Der Norden Großrazzia gegen Salafisten in Hildesheim
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00:16 30.07.2016
Mit 400 Einsatzkräften hat die Polizei am Mittwoch die Räume einer Moschee in Hildesheim sowie die Wohnungen von acht Vorstandsmitgliedern des Vereins "Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim" durchsucht. Quelle: Christian Gossmann
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Hildesheim

Mit rund 400 Einsatzkräften ist die niedersächsische Polizei am Mittwochabend gegen die islamistische Szene in Hildesheim vorgegangen. Die Räume einer Moschee sowie die Wohnungen von acht Personen wurden durchsucht, wie das niedersächsische Innenministerium miteilte.

Der Schlag richtete sich gegen den Deutschsprachigen Islamkreis (DIK) in Hildesheim. Der Verein betreibt seit 2012 eine salafistische Moschee in einem ehemaligen Schlecker-Markt in der Martin-Luther-Straße. Er steht im Verdacht, Kämpfer für den Krieg des sogenannten „Islamischen Staats“ zu rekrutieren. Viele der aus Niedersachsen ausgereisten Dschihadisten sollen Kontakte zum DIK haben oder in der Hildesheimer Nordstadt radikalisiert worden sein. Die Hausdurchsuchungen fanden bei Vorstandsmitgliedern des Vereins statt.

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Die Polizei Niedersachsen hat am Mittwoch die DIK-Moschee "Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim" durchsucht. 

Die mit Maschinenpistolen bewaffneten Beamten stießen nach Angaben eines Polizeisprechers auf keinen Widerstand. Die Aktion gegen den „bundesweiten Hot-Spot der radikalen Salafisten-Szene“ sei ein wichtiger Schritt zum Verbot des Vereins, erklärte Innenminister Boris Pistorius (SPD): „Ich bin zuversichtlich, dass die akribisch vorbereitete Aktion unserer Polizei und des Verfassungsschutzes ein voller Erfolg wird“, so der Minister weiter. Nach Informationen dieser Zeitung wurden eine größere Menge Bargeld, Computer und Speichermedien beschlagnahmt. Gegen 22.45 Uhr war der Einsatz beendet.

Neun Objekte durchsucht

Den Angaben zufolge konzentrierte sich der Polizeieinsatz mit den Durchsuchungsaktionen auf das Stadtgebiet Hildesheim mit insgesamt neun Objekten. Wie es weiter hieß, liegen den Ermittlern Erkenntnisse vor, dass im Verein Muslime radikalisiert und zur Teilnahme am Dschihad in den Kampfgebieten motiviert werden. In Predigten, Seminaren und Vorträgen werde auch zum „Hass gegenüber Ungläubigen“ aufgerufen.

Der salafistische DIK hatte sich 2012 von einer aus seiner Sicht zu gemäßigten Hildesheimer Moschee-Gemeinde abgespalten. Er wird seit 2013 von den niedersächsischen Sicherheitsbehörden beobachtet. Sie gehen davon aus, dass mindestens 19 der insgesamt 74 bislang ins IS-Kampfgebiet ausgereisten Niedersachsen einen Bezug zum DIK hatten, zum Teil auch an der Martin-Luther-Straße radikalisiert wurden. Unter den Ausgereisten sollen auch der ehemalige Vorsitzende und der Schriftführer des Vereins sein, der auch an Kämpfen teilgenommen haben soll. Der Ex-Vorsitzende wurde beim ersten Ausreiseversuch noch gestoppt, setzte sich danach dennoch unerkannt ab.

Ob die bisherigen Erkenntnisse tatsächlich für ein Vereinsverbot ausreichen, ist unklar. Ein solches setzt voraus, dass das Handeln oder die Ziele des Vereins Strafgesetzen zuwiderlaufen oder sich gegen die Verfassung oder den Gedanken der Völkerverständigung richten.

Fraglich ist auch, ob die Razzia für den Verein wirklich überraschend kam. Bereits am Dienstag hatte die „Neue Presse“ berichtet, dass es „in wenigen Tagen einen Schlag gegen den DIK“ geben sollte. Das Innenministerium wollte das zunächst nicht kommentieren.     

Von Christian Wolters

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