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Schacht Konrad verschlingt Milliarden Euro

Atomendlager Schacht Konrad verschlingt Milliarden Euro

Das geplante Endlager für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll Schacht Konrad wird immer teurer. Der Bundesrechnungshof hat jetzt das Projekt aufs Korn genommen und die Fachaufsicht des Bundesumweltministeriums gerügt. Die voraussichtlichen Kosten haben sich bereits um 1,2 Milliarden Euro erhöht.

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Soll bis 2022 fertig sein: Das Endlager im Schacht Konrad.

Quelle: dpa

Hannover.  Nach Angaben des Rechnungshofes werde das Atomendlager mindestens 3,4  Milliarden Euro kosten. „Die voraussichtlichen Kosten für den Umbau erhöhten sich seit dem Jahr 2011 von 2,2 Milliarden auf 3,4 Milliarden Euro“, schreibt der Rechnungshof. Das sei die Summe für den vorausgesetzten Fall, dass das Endlager zwischen Salzgitter und Braunschweig bis zum Jahr 2022 abgeschlossen sei. Doch auch dieser Termin sei nach bisherigen Aussagen des bis diese Woche zuständigen Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) nicht sicher.

Schacht Konrad ist das einzige in der Bundesrepublik genehmigte Atomendlager. Bereits 2002 ist das Lager, eine frühere Eisenerzgrube, höchstrichterlich genehmigt worden. In ihm sollen bis zu 303 000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktiver Abfall untergebracht werden, jedoch nicht die Fässer aus dem benachbarten Zwischenlager Asse (bei Wolfenbüttel), das irgendwann geräumt werden soll.

Die Kritik des Rechnungshofes fällt in eine Woche, in der das Geschäft mit der Atomendlagerung völlig verändert und verstaatlicht wird. Operativ tätig in Schacht Konrad war bisher die in Peine ansässige Gesellschaft für den Betrieb von Endlagern (GBE). Die GBE gehörte zu 75 Prozent den Energieversorgungsunternehmen und soll in der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) aufgehen, die dabei ist, ihre Arbeit aufzunehmen.

Diese Gesellschaft wiederum soll mit der Asse GmbH fusioniert werden, die für das operative Vorgehen zuständig war und vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) beaufsichtigt wurde. Die neue Bundesgesellschaft wird auch für Gorleben zuständig sein. Das BfS konzentriert sich künftig auf staatliche Aufgaben etwa im Bereich des nuklearen Notfallschutzes und der medizinischen Forschung. Der bisherige BfS-Präsident Wolfram König ist neuer Präsident des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE), das künftig über die Endlager als Aufsicht wacht.

König ging gestern nicht auf Details der Kritik des Rechnungshofes ein. „Jenseits von unzutreffenden Sachdarstellungen“ unterstreiche der Bericht aber, „dass die von mir seit langer Zeit verfolgte Neuorganisation im Endlagerbereich richtig und notwendig ist“, sagte der bisherige BfS-Präsident, der heute sein altes Amt abgibt. Die bisher bestehenden Doppelstrukturen würden abgeschafft. König ist optimistisch, dass die beschlossene Umstrukturierung den Ausbau von Endlagerprojekten beschleunigt.

Diesen Optimismus teilt der Rechnungshof überhaupt nicht, der unter anderem eine vollständige Dokumentation des Standes der Errichtungsarbeiten vermisst sowie eine belastbare Prognose, wann die Vorhaben abgeschlossen sein sollen.     

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