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Schimmel legt Teile der Justiz lahm

Amtsgericht Goslar Schimmel legt Teile der Justiz lahm

Gefährliche Schimmelpilze haben in Goslar die Keller des Amtsgerichts befallen und Teile der Justiz lahmgelegt. Dort lagern unter anderem die Akten des Grundbuchamtes. Betroffene haben schon Schadensersatzansprüche angekündigt. Die Räume dürfen nur mit Schutzanzug betreten werden.

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Schimmel im Keller des Amtsgerichts in Goslar.

Quelle: Symbolbild/Montage

Goslar. Gefährliche Schimmelpilze haben in Goslar die Keller des Amtsgerichts befallen und Teile der Justiz lahmgelegt. "In den kontaminierten Räumen lagert unter anderem ein Großteil der Akten des Grundbuchamtes", sagte Gerichtsdirektor Arndt Meinecke am Dienstag. Weil die Archiv-Räume derzeit nur mit Schutzanzug betreten werden könnten und die verpilzten Akten die abgeschotteten Keller nicht verlassen dürften, sei die Abwicklung von Grundstücksgeschäften in Goslar derzeit schwierig, sagte der Gerichtsdirektor.

Die "Goslarsche Zeitung" hatte berichtet, dass sich der Schimmelpilz "Aspergillus" seit Monaten in den Archivräumen der beiden Amtsgerichtsgebäude ausbreitet und massenhaft Akten befällt. Der Kontakt mit dem Pilz kann unter anderem zu Fieber und Schüttelfrost, Kurzatmigkeit, Husten mit Auswurf oder sogar zu Blutungen in der Lunge führen. Gefährdet sind besonders immungeschwächte Menschen.

Eine Sanierung des Archivs im Haus eins, in dem sich nur selten benötigte Altakten befinden, sei kaum möglich, sagte der Gerichtsdirektor. Der Keller sei so feucht, dass dort künftig keine Unterlagen mehr gelagert werden sollen. Die Sanierung der befallenen Akten und der Räume im Haus zwei werde nach Schätzungen rund 180 000 Euro kosten. Unklar sei derzeit noch, wer dafür aufkomme.

Der Pilzbefall der Kellerräume lasse derzeit einen normalen Geschäftsbetrieb nicht zu, sagte der Amtsgerichts-Direktor. Im Zusammenhang mit geplanten Immobilien-Geschäften habe dies bereits zu Unmut geführt. Auch Schadensersatzansprüche seien wegen der Verzögerungen angekündigt worden.

Um die Akten des Grundbuchamtes und andere Unterlagen wie zum Beispiel Insolvenzakten schon vor einer grundlegenden Sanierung wieder zugänglich zu machen, sollen in den Kellerräumen nun Scanner installiert werden. Mitarbeiter in Schutzanzügen, die die Räume durch spezielle Schleusen betreten dürfen, können die Akten dann scannen, so dass sie zumindest elektronisch zur Verfügung stehen. Dies werde hoffentlich in ein bis zwei Wochen funktionieren, sagte Meinecke.

Warum es in beiden Gebäuden des Amtsgericht nahezu zeitgleich zu dem Pilzbefall gekommen ist, sei nicht geklärt, sagte Meinecke. "Wahrscheinlich ist es Zufall." Eine Meldepflicht für derartigen Pilzbefall gebe es nicht, sagte ein Sprecher des Landkreises Goslar. Da das Gericht von sich aus nach Einschaltung eines Gutachters Sicherheitsmaßnahmen ergriff, müsse das Gesundheitsamt des Landkreises nicht einschreiten.

Eine Sanierung des Archivs im gut 100 Jahre alten Haus eins, in dem sich nur selten benötigte Altakten befinden, sei kaum möglich, sagte der Gerichtsdirektor. Der Keller sei so feucht, dass dort künftig keine Unterlagen mehr gelagert werden sollen. Der Keller des anderen Hauses solle dagegen dekontaminiert und wieder hergerichtet werden. Das Ende des 19. Jahrhundert errichtete Gebäude war zuletzt von der Finanzverwaltung genutzt und Mitte der 1990er Jahre für das Amtsgericht saniert worden.

Alleine die Kosten für die Sanierung der befallenen Akten, für ein neues Regalsystem, für Schutzanzüge und Schleusen betragen nach Schätzungen rund 180 000 Euro, sage Meinicke. Hinzu komme eine vermutlich noch deutlich höhere Summe für die Sanierung der Gebäude. Er gehe davon aus, das dass Land Niedersachsen für die Finanzierung aufkomme, sagte Meinecke. Unklar sei derzeit noch, wann die Mittel fließen werden.

lni

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