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Landkreise treiben Breitbandausbau voran

Schnelles Internet Landkreise treiben Breitbandausbau voran

In Großstädten werden die Leitungen für superschnelles Internet flott verlegt, und die Bevölkerung kann aus verschiedenen Anbietern wählen. In der Provinz aber stockt die Anbindung. Landkreise wie Celle nehmen den Ausbau daher selber in die Hand - mit Millionenaufwand.

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Glaserfaser soll richten: Der Landkreis Celle will den Breitbandausbau mit Millionenaufwand selber in die Hand nehmen, um abgelegene Landstriche besser zu versorgen.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Celle. Um die Versorgung mit schnellem Internet voranzutreiben, nehmen etliche Landkreise den Breitbandausbau selber in die Hand. Im Kreis Celle möchte ein Eigenbetrieb bis Ende 2019 knapp 13 000 Haushalte in unterversorgten Gebieten anbinden, teilte der Landkreis mit. Voraussetzung ist, dass mindestens 40 Prozent der Haushalte einen Vertrag mit einem Pächter abschließen, der das Breitbandnetz anschließend betreibt. Dies kann die Telekom oder ein anderes Unternehmen sein. Während der Kreis nun per Ausschreibung einen Pächter für das Netz sucht, rief er die Bürger auf, schon jetzt Kontakt für eine Anbindung aufzunehmen.

Anders als in Ballungsgebieten halten die Telekommunikationsfirmen den Netzausbau auf dem Land für nicht rentabel. Mit Millionenaufwand und Fördergeld von Bund und Land kümmert sich der Kreis deshalb selbst um die Vorarbeiten für schnelles Internet. Sieben Millionen Euro über 25 Jahre gerechnet ist der Kreis bereit, in die Internetanbindung zu stecken. Nach dem selben Modell planen die Kreise Uelzen und Lüchow-Dannenberg derzeit den Internetausbau.

„Wir errichten aufgrund eines Marktversagens eine eigene Telekommunikationsinfrastruktur“, sagte der Betriebsleiter des künftigen Celler Eigenbetriebs, Daniel Eckardt. „Wie übernehmen eine Daseinsvorsorge für die Bürger.“ Die Bevölkerung, aber auch Firmen und Tourismusbetriebe seien auf einen schnellen Internetzugang angewiesen. Das Projekt sieht einen Glasfaseranschluss direkt bis ins Haus vor, damit die Haushalte von der aktuell bestmöglichen Anschlussvariante profitieren. Diese bietet Internetgeschwindigkeiten bis zu 1000 MBit. „Wir nehmen die Zukunft unseres Landkreises selber in die Hand“, sagte Landrat Klaus Wiswe (CDU).

Für die Mehrzahl der Niedersachsen ist das Surfen im Netz inzwischen in vergleichsweise hohem Tempo möglich. Rund 60 Prozent aller Gebäude sind nach Angaben des Wirtschaftsministeriums mit schnellem Internet (50 MBit) versorgt. Weitere sechs Prozent haben mindestens 30 MBit. Bis 2020 sollen nahezu alle Haushalte eine Versorgung mit mindestens 30 MBit haben.

Für die noch unterversorgten Landkreise gibt es laut Ministerium zwei Modelle, Anschluss zu bekommen. Entweder baut der Kreis das Netz wie in Celle oder Uelzen selber aus und sucht sich dann einen Betreiber, oder der Kreis fördert den Ausbau eines Anbieters, etwa der Telekom. Nach diesem Modell sollen schon in Kürze die Arbeiten in den Kreisen Goslar, Northeim, Schaumburg und Stade beginnen. Dafür stehen Fördermittel in Millionenhöhe von der EU bereit.

dpa

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