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Schon 2011 wurde HAWK Antisemitismus vorgeworfen

Hochschulpräsidentin unter Druck Schon 2011 wurde HAWK Antisemitismus vorgeworfen

Der Streit um antisemitische Lehrveranstaltungen an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim ist noch längst nicht ausgestanden. Weiter unter Druck steht Hochschulpräsidentin Christiane Dienel, weil sie relativ spät Vorwürfen nachgegangen ist, an ihrer Hochschule werde antisemitisches Gedankengut gelehrt.

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„Hassfabrik“: Wegen eines inzwischen abgesetzten Palästina-Seminars steht die HAWK seit Wochen in der Kritik – nicht nur in Deutschland.

Quelle: Gossmann

Hildesheim. Für Aufsehen sorgen erst jetzt bekannt gewordene E-Mails, in denen besorgte Wissenschaftler bereits vor fünf Jahren die Fakultätsdekanin Christa Paulini vor einem umstrittenen Seminar zur „Sozialen Lage der Jugendlichen in Palästina“ gewarnt hatten. Das hatte vor wenigen Wochen sogar empörte Reaktionen in Israel hervorgerufen und der Hochschule den Ruf einer „Hassfabrik“ beschert.

Wenig Glück hat Hochschul-Präsidentin Christiane Dienel auch mit einem Ersatzreferenten, der ein Jahr lang für ein Modul des inzwischen abgesetzten Seminars eingesprungen war: Der mit einem Lehrauftrag versehene Dozent sollte eigentlich die israelische Sicht auf den Palästinakonflikt verdeutlichen. Er veröffentlichte indes 2014 und 2015 auf seiner Facebook-Seite Grafiken und Bilder, die antiisraelische und antisemitische Züge tragen.

Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic zeigte sich nach eigenen Worten „entsetzt“, als sie von diesem Vorgang erfuhr. „Mich erschreckt, mit welcher Leichtfertigkeit Lehraufträge erteilt werden“, sagte Heinen-Kljajic am Dienstag der HAZ. Hochschulpräsidentin Dienel hat vergangene Woche, nachdem sie von den Facebook-Einträgen erfahren hatte, dem Dozenten auch einen Lehrauftrag für ein anderes Seminar in Holzminden entzogen.

Noch vor zwei Wochen hatte Dienel auf einer Podiumsdiskussion erklärt, sie wisse erst seit 2015 von Beschwerden des Zentralrats der Juden über das Palästina-Seminar, das inzwischen abgesetzt wurde. Allerdings hatte der Berliner Medizinprofessor Ralf R. Schumann für die Organisation „Akademiker für Frieden im Nahen Osten“ bereits am 7.  Juni 2011 eine besorgte Mail an die Hochschuldekanin Paulini geschrieben, die nachrichtlich auch an Dienel ging.

Das Schreiben lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: In dem Seminar werde „massive einseitige antiisraelische Propaganda“ verbreitet. In den Materialien fänden sich „völlig unakzeptable weltverschwörerische, antisemitische und antiamerikanische Stellungnahmen“. So werde etwa behauptet, dass israelische Soldaten „routinemäßig“ palästinensische Gefangene misshandelten, dass Israel in Gaza Völkermord betreibe und dass das Attentat auf das World Trade Center ein „obszönes und riesiges Lügengebäude“ sei.

„Wir bitten Sie daher dringend, die Inhalte dieses Seminars zu überprüfen und deren weitere Verbreitung zu unterbinden“, schrieb Professor Schumann 2011 an die Fakultät. Doch nichts geschah. Das Seminar wurde erst in diesem Jahr abgesetzt, nachdem der Zentralrat der Juden öffentlich Einspruch erhoben hatte.

Sie habe dieses Schreiben nicht in Gänze gelesen, da sie generell nicht alle Anhänge von E-Mails öffne, erklärte Dienel gestern. In dem Anschreiben war höchst allgemein von der Beschwerde eines Studenten und einem skandalösen Seminar die Rede. „Hätte ich das Schreiben aufgemacht, hätten die Alarmglocken geschellt.“ Möglicherweise habe sie am Rande einer Sitzung die Dekanin aufgefordert, sich um die Sache zu kümmern. „Heute würde ich anders handeln, aber im Nachhinein ist man klüger.“

Offenbar räumt die Präsidentin jetzt in der Hochschule auf. Die Fakultät hat sie für den heutigen Mittwoch zu einer ­außerplanmäßigen Sitzung einberufen. Dienel sieht sich getäuscht und wirft der Fakultät vor, sich nicht gründlich mit den Beschwerden gegen das umstrittene Seminar auseinandergesetzt zu haben.

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