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Der Norden Wieder Straftäter aus Maßregelvollzug geflüchtet
Nachrichten Der Norden Wieder Straftäter aus Maßregelvollzug geflüchtet
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21:08 24.05.2016
Blick auf den Eingang eines "Maßregelvollzugszentrum Niedersachsen" – hier in Brauel bei Zeven. Quelle: dpa (Archiv)
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Hildesheim/Hannover

Zum wiederholten Mal innerhalb weniger Wochen ist ein verurteilter Straftäter aus dem Maßregelvollzug in Niedersachsen geflüchtet. Diesmal floh ein 32-Jähriger bei einem Ausgang zur Cafeteria seiner Klinik von dem Krankenhausgelände in Hildesheim. Der Mann war wegen schweren Raubes zu anderthalb Jahren Haft verurteilt worden. Weil er Drogen und Alkohol konsumierte, kam er aber im November 2013 zunächst in Therapie in den Maßregelvollzug, wie ein Sprecher des Sozialministeriums in Hannover berichtete.

Fluchtfälle häufen sich

Erst vor einer Woche war in Northeim in Südniedersachsen ein verurteilter Mörder aus dem Maßregelvollzug entkommen - der 39-Jährige war seinen Betreuern beim Heimweg von einer Therapie weggelaufen. "Der Mann ist noch nicht wieder gefasst", sagte Ministeriumssprecher Uwe Hildebrandt.

Am 9. Mai hatte ein Patient während eines Ausgangs aus dem Maßregelvollzug in Wunstorf eine 73-Jährige mit Messerstichen schwer verletzt. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass ein wegen Vergewaltigung verurteilter 48 Jahre alter Patient im September vergangenen Jahres während eines unbegleiteten Ausgangs eine junge Frau getötet haben soll.

CDU fordert Rücktritt der Sozialministerin

Wegen dieser Fälle hat das zuständige Sozialministerium inzwischen Reformen beim Lockerungssystem im Maßregelvollzug eingeleitet. Die CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag forderte am Dienstag den Rücktritt von Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD). Fraktionschefin Björn Thümler sagte: "Die erneute Flucht zeigt, wie berechtigt unsere Forderungen nach einem sichereren Maßregelvollzug sind. Immer wieder fliehen gefährliche Gewalttäter, ohne dass die verantwortliche Sozialministerin dieses Problem auch nur ansatzweise in den Griff bekäme."

Diesmal hatte der 32-jährige Patient in Hildesheim kurz vor seiner Flucht von seinem Anwalt erfahren, dass er von der Klinik in ein Gefängnis verlegt werden sollte, wie der Sprecher des Sozialministeriums berichtete. "Auf dem Weg zur Cafeteria lief er plötzlich weg und konnte nicht mehr eingeholt werden", sagte er. Den Mitarbeitern der Klinik sei zu dem Zeitpunkt noch nicht bekannt gewesen, dass der Mann ins Gefängnis verlegt werden sollte. Der Ministeriumssprecher betonte, es werde an Reformen gearbeitet. "In diesem Fall ist ein ganz entscheidender Aspekt, zu schauen, woran es hier gelegen hat und das dann ganz schnell abzustellen."

Nach den Plänen von Ministerin Rundt soll zunächst eine externe Forschungseinrichtung überprüfen, wo konkret Nachbesserungen beim Lockerungsmechanismus erforderlich sind. Außerdem soll eine neue juristische Prüfstelle bei Lockerungsentscheidungen für Straftäter beteiligt werden.

dpa/ewo

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