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Schüler gingen ein Jahr zu lange zur Schule

Lehrerpanne Schüler gingen ein Jahr zu lange zur Schule

In Rodenberg sind zwei Jugendliche ein Jahr länger als nötig zur Schule gegangen. Ihre Lehrer hatten sich bei der Berechnung der Noten geirrt. Die Schüler drehten deshalb eine Ehrenrunde – obwohl sie ihren Abschluss längst geschafft hatten.

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Ein Jahr Unterricht länger als nötig (Symbolbild): In Rodenberg haben Lehrer die Abschlussnoten von zwei Schülern falsch interpretiert – die Jugendlichen mussten deshalb eine Ehrendrunde drehen, obwohl sie ihren Abschluss längst erreicht hatten.

Quelle: Julian Stratenschulte

Rodenberg. Die beiden Schüler haben die Integrierte Gesamtschule (IGS) in Rodenberg besucht und wollen noch die gymnasiale Oberstufe dranhängen, um Abitur zu machen. Dafür brauchten sie einen sogenannten erweiterten Sekundarstufe-I-Abschluss ihrer IGS Rodenberg.

Diesen Abschluss hatten sie bereits im vergangenen Jahr geschafft, wie die niedersächsische Landesschulbehörde auf Anfrage der "Schaumburger Nachrichten" bestätigte. Die Schulleitung habe die Zeugnisse 2015 aber verkehrt interpretiert. Deswegen blieb den beiden Jugendlichen der erweiterte Abschluss verwehrt, und sie mussten eine "Ehrenrunde" drehen.

Schülerin wurde misstrauisch

Nach Informationen der "Schaumburger Nachrichten" erkundigte sich eine Schülerin nun bei ihrem Lehrer, warum ihr Zeugnis diesmal offenbar gut genug ist, obwohl sich an ihren Noten gegenüber 2015 kaum etwas geändert hat. Das brachte den Stein ins Rollen.

"Wir sind mit der Schulleitung zu dem Ergebnis gekommen, dass die Schüler bereits im vergangenen Jahr ihren erweiterten Sek-I-Abschluss erreicht hatten", konstatiert Bianca Schöneich, Pressesprecherin der Landesschulbehörde. Es habe sich um Grenzfälle gehandelt.

Keine weiteren Fälle bekannt

Schöneich sagte, dass die Materie durchaus kompliziert sei. Landesweit seien aber keine Fälle als die zwei aus Rodenberg bekannt. Beide Betroffene haben den ersten Jahrgang besucht, der an der IGS Rodenberg den Abschluss nach Klasse 10 machte – damit betrat die Schulleitung sozusagen Neuland. Dennoch sei der Vorfall höchst bedauerlich, betonte Schöneich.

Entstanden ist der Fehler bei der Bewertung der Abschlusszeugnisse. Die Richtlinien, welche Noten die Schüler schaffen müssen, um den erweiterten Sek-I-Abschluss zu bekommen, sind Schöneich zufolge durchaus kompliziert. Es gebe Kursbereiche, deren Noten, sofern sie zu schlecht ausgefallen sind, mit besseren Zensuren aus anderen Bereichen ausgleichbar sind. Doch dies betreffe eben nicht alle Fächer.

"Wir können das Jahr nicht zurückschenken"

Kompliziert ist der Gesetzestext in der Tat: Wer über den Sek-I-Abschluss hinaus "gute Leistungen in einem Fach mit Fachleistungsdifferenzierung in einem E-Kurs und befriedigende Leistungen in dem anderen E-Kurs und im Durchschnitt gute Leistungen in allen Pflichtfächern und Wahlpflichtkursen erbracht hat", schafft den erweiterten Abschluss.

Ob die Eltern der Betroffenen nun Schritte gegen die Schule einleiten, ist der Sprecherin der Schulbehörde nicht bekannt. Es gebe leider kaum eine Möglichkeit, den Schaden zu lindern. "Wir können den Schülern das Jahr nicht zurückschenken", sagte Schöneich, die Verständnis für den Ärger der Familien hat. Die Schüler könnten bereits seit einem Jahr die Oberstufe besuchen.

Schöneich geht davon aus, dass sich solche Fehler künftig nicht wiederholen. Heike Bode-Vogt, die Direktorin der Gesamtschule, darf nach eigener Aussage zu den Vorgängen keine Stellung beziehen.

gus/RND

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