Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Haftstrafen nach blutigem Streit vor Klinik

Schießerei in Lüneburg Haftstrafen nach blutigem Streit vor Klinik

Vor dem Klinikum Lüneburg fallen Schüsse, drei Männer werden getroffen. Im Krankenhaus geht es weiter, es ist ein Streit zwischen zwei Familien. Der Richter spricht von "Ausnahmezustand" und verurteilt drei der Angeklagten zu Haftstrafen zwischen zwei Jahren und neun Monaten sowie drei Jahren und drei Monaten.

Voriger Artikel
Snow Dome: Neue Besitzer, neue Fassade
Nächster Artikel
Verkehr auf A2 läuft nach Unfall wieder

Nach dem Streit vor einer Klinik in Lüneburg sind drei Männer zu Haftstrafen verurteilt worden.

Quelle: dpa

Lüneburg. Nach einem blutig ausgetragenen Streit zweier Großfamilien mit Schüssen vor dem Klinikum Lüneburg sind drei Angeklagte zu Haftstrafen verurteilt worden. Der Schütze bekam drei Jahre und drei Monate wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Gegen zwei weitere Angeklagte verhängte das Landgericht Lüneburg am Mittwoch jeweils zwei Jahre und neun Monate wegen gefährlicher Körperverletzung. Drei weitere Angeklagte wurden vom Schwurgericht freigesprochen. Der seit Jahren schwelende Streit zwischen zwei Familien libanesisch-kurdischer und türkisch-kurdischer Herkunft war nach einer Massenschlägerei im September eskaliert.

Am Tag danach wurden bei einer zum Teil auch innerhalb der Klinik ausgetragenen Auseinandersetzung acht Mitglieder der angeblich angegriffenen Familie zum Teil schwer verletzt, drei Männer wurden von Schüssen getroffen. Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst von "Blutrache" gesprochen, ließ in der vergangenen Woche aber den Vorwurf des versuchten Mordes fallen. Im Verfahren wurde deutlich, dass möglicherweise ein Mitglied der angeblich angegriffenen Familie die Auseinandersetzung begonnen hatte. So konnte auch Richter Thomas Wolter am Mittwoch Notwehr nicht ausschließen.

"Was wir hier erlebt haben, war ja ein Desaster"

Nach Aussage eines Sanitäters waren zuvor Knüppel verteilt worden. Überhaupt sei im Verfahren "tausendmal gelogen" worden, sagte Wolter. "Was wir hier erlebt haben, war ja ein Desaster." Ein Zeuge hatte berichtet, von der eigenen Familie mit dem Tode bedroht worden zu sein, falls er aussagen sollte. Eine Auseinandersetzung Wochen später vor dem Gericht habe gezeigt, dass die anwesende Polizei den Beteiligten "scheißegal" sei, sagte Wolter. Der 6. September sei für Lüneburg und seine Bewohner "ein fürchterlicher Tag" gewesen, sagte Wolter. Er sei dort geboren und habe Vergleichbares nicht erlebt. Der Vorfall habe die Menschen verunsichert, Wolter sprach von "Schock" und "Ausnahmezustand". So sei eine Pistolenkugel im Kindersitz eines Wagens gelandet. Einer der Angeschossenen hatte versucht, sich in die Kinderklinik zu retten.

Zwei Männer verfolgten ihn aber, dann misshandelten sie ihr Opfer brutal mit Tritten und einem Baseballschläger. Die beiden hörten erst auf, als eine Ärztin oder Schwester rief: "Nun ist aber genug jetzt!" Auch der Staatsanwalt hatte in drei Fällen auf Freispruch plädiert. Für zwei Angeklagte forderte er drei Jahre wegen gefährlicher Körperverletzung, für den mutmaßlichen Schützen vier Jahre und drei Monate. Die Anwälte der Nebenkläger hatten eine Verurteilung wegen versuchten Totschlags gefordert und wollten zunächst keine Erklärung abgeben. Ein Verteidiger des Schützen wollte am Mittwoch seinem Mandanten raten, das Urteil anzunehmen. Dieser hatte ein Teilgeständnis abgelegt. Einer der ursprünglich sieben Angeklagten wurde bereits Anfang Juli freigesprochen, er will Polizist werden.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Der Norden

Finden Sie, dass es momentan zu viele schlechte Nachrichten gibt? Das möchten wir gerne ändern, und zwar mit Ihrer Hilfe. Gemeinsam mit dem NDR, den Kieler Nachrichten, der Ostsee-Zeitung in Rostock und dem Hamburger Abendblatt sammeln wir die guten Nachrichten der Leser und Hörer. Teilnehmer können einen exklusiven Besuch der Elbphilharmonie in Hamburg gewinnen.  mehr

So schön ist Niedersachsen aus der Luft

Von Harz über Heide bis zur Nordsee: Die schönsten Luftaufnahmen von Niedersachsen.

Niedersachsen in Zahlen
  • Landeshauptstadt : Hannover
  • Ministerpräsident: Stephan Weil
  • Fläche : 47.634,90 km²
  • Einwohner : 7,791 Mio
  • Bevölkerungsdichte : 135 Einwohner je km²
  • Letzte Landtagswahl : 20. Januar 2013 
  • Nächste Wahl : 2018
  • Wirtschaft : Firmendatenbank
  • Geographie : Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee, die Unterelbe sowie den unteren Mittellauf der Elbe. Als Enklave vom Landesgebiet umgeben ist das Land Bremen.
  • Berühmte Niedersachsen : Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
Schlürfen, trinken, spucken - zu Besuch bei einem Teeverkoster

Wenn Stefan Feldbusch Tee trinkt, ist häufig wenig Genuss dabei. 300 Tassen trinkt der 53-Jährige am Tag - als Teeverkoster für die Ostfriesische Teegesellschaft.