Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden „Schwarze Witwe“ wieder vor Gericht
Nachrichten Der Norden „Schwarze Witwe“ wieder vor Gericht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:06 28.03.2014
Die in der Justizvollzugsanstalt Vechta einsitzende Klägerin fordert rund 5000 Euro Schadensersatz. Quelle: dpa
Göttingen

Die zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilte sogenannte „Schwarze Witwe“ Lydia L. aus Bodenfelde (Kreis Northeim) beschäftigt weiter die Justiz. Die heute 74 Jahre alte frühere Prostituierte, die das Landgericht Göttingen im Sommer 2008 wegen vierfachen Männermordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilte, hat eine Zivilklage angestrengt. Die in der Justizvollzugsanstalt Vechta einsitzende Klägerin fordert von dem heutigen Besitzer ihres früheren Hauses rund 5000 Euro Schadensersatz.

Der neue Besitzer hatte ihr Haus, in dem auch mehrere ihrer später ermordeten Männer gewohnt hatten, im August 2010 bei einer Zwangsversteigerung erworben. Die 74-Jährige wirft ihm vor, nach der Übernahme des Hauses unberechtigterweise zahlreiche Gegenstände entsorgt zu haben, die ihr gehört hätten, unter anderem mehrere Kinderfahrräder, eine Sofa- und eine Badezimmergarnitur, ein Paar Wasserskier, eine Wohnmobilleiter, eine alte Schulbank sowie Baumaterialien.

Das Gericht muss nun prüfen, ob die Gegenstände überhaupt noch vor Ort waren, als der Käufer das Haus in Besitz nahm, ob die Gegenstände tatsächlich ihr gehörten und welchen Wert diese hatten. Um dies zu klären, waren am Donnerstag mehrere Zeugen geladen, darunter der Sohn der „Schwarzen Witwe“. Dieser hatte schon in dem Strafprozess eine Rolle gespielt. Er soll seiner Mutter geholfen haben, eines ihrer Mordopfer in einem Garten in Springe zu vergraben.

Die Zeugenvernehmung nahm längere Zeit in Anspruch, da der 52-Jährige immer wieder weitschweifige Erklärungen abgab. Er bestätigte zwar, dass die Gegenstände seiner Mutter gehörten, machte aber zumeist wenig konkrete und manchmal auch widersprüchliche Angaben. Auf Nachfrage gab er an, am Abend vor der Zwangsversteigerung noch in dem Haus gewesen zu sein. Nach der Anhörung von zwei weiteren Zeugen vertagte sich das Gericht.

Sie wollte das Geld reicher Rentner

Für die Mordserie an vier älteren Herren erhielt die frühere Prostituierte Lydia L. in den Medien schnell den Beinamen „Schwarze Witwe“. Sie umgarnte reiche Rentner, um sie auszunehmen. Wenn Lydia L. nicht auf anderem Wege an deren Vermögen kam, mussten die Männer in den Jahren sterben. „Für Geld ist sie über Leichen gegangen“, urteilte das Landgericht Göttingen im Jahr 2008 und schickte die damals 69-Jährige wegen vierfachen Mordes lebenslang hinter Gitter. Ein ihr höriger Gehilfe, der die Taten beging und schließlich alles aufdeckte, erhielt zwölf Jahre Haft.

von Heidi Niemann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bei einem Wohnungsbrand in Duderstadt sind am Freitagmorgen zwei Mädchen im Alter von vier und acht Jahren ums Leben gekommen. Die beiden Brüder und die Großeltern wurden zum Teil schwer verletzt. Die Polizei rätselt über die Brandursache.

28.03.2014

Brennende Lastwagen, zerquetschte Pkw, Rauchwolken: Die Bilder eines von der Polizei veröffentlichten Videos sind schockierend. Die Beamten reagieren damit auf eine Unfallserie auf A7 und A27 und wollen die Autofahrer sensibilisieren – dennoch hat es am Donnerstag schon wieder gekracht.

27.03.2014

Väter und Mütter aus unterschiedlichen niedersächsischen Städten fordern nun die schnelle Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren. Dafür haben sie 25.500 Unterschriften gesammelt und diese am Mittwoch der Kultusministerin übergeben.

26.03.2014