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Der Norden Sechs Jahre Haft für Missbrauch im Kinderheim
Nachrichten Der Norden Sechs Jahre Haft für Missbrauch im Kinderheim
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00:16 22.05.2016
Ein Pädagoge ist in Lüneburg zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Quelle: Symbolfoto
Lüneburg

Die Kammer verhängte für die Zeit nach der Haft eine Führungsaufsicht, weil von dem Mann wegen seiner Pädophilie eine „gewisse Gefährlichkeit“ ausgehe.

Als erwiesen gilt, dass der Pädagoge zwischen 2005 und 2015 in der kleinen ländlichen Einrichtung im Kreis Lüneburg zwei Jungen im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren missbrauchte. Der ältere der beiden Jungen, mittlerweile 23 Jahre alt, hatte das Verfahren ins Rollen gebracht, als er während einer Therapie den Ärzten von seiner Geschichte erzählte. Der Angeklagte zahlte 4000  Euro Schmerzensgeld an den jungen Mann, der als Nebenkläger auftrat.

„Man muss sagen: Das ist die Spitze des Eisbergs hier“, sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Wahrscheinlich habe es viel mehr Straftaten gegeben. Der Angeklagte hatte das Heim Ende der Neunzigerjahre mit seiner Lebensgefährtin gegründet. Dem Leitbild der Einrichtung zufolge ging es auf dem idyllisch gelegenen Hof um eine familiäre Gemeinschaft mit den beiden Hauseltern als Bezugspersonen. Er habe nur helfen und Gutes tun wollen, hatte der 47-jährige Angeklagte erklärt. Es sei ihm um „Freude an der körperlichen Begegnung“ gegangen, um eine befreite Sexualität und „gegenseitiges Beglücken“. Erst in der U-Haft habe er seine Ansichten überdacht. Er entschuldigt sich bei den Opfern und nannte dabei vier Namen, angeklagt war aber nur der Missbrauch von zwei Jungen. Auch gegen die Lebensgefährtin des Mannes wird ermittelt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Lüneburg. „Es gibt Indizien, dass sie möglicherweise etwas von dem Missbrauch gewusst hat.“ Dem Heim droht die Schließung.

von Peer Körner

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