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Der Norden Leichtflugzeug kracht in Windrad – Pilot tot
Nachrichten Der Norden Leichtflugzeug kracht in Windrad – Pilot tot
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00:15 05.02.2017
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Melle

In der Nähe der Stadt Melle (Kreis Osnabrück) ist gestern ein Kleinflugzeug mit einer Windkraftanlage kollidiert. Der 40-jährige Pilot aus Melle-Neuenkirchen kam dabei ums Leben, wie die Polizei mitteilte. Nach Angaben der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig (BFU) ist es das erste Mal, dass es eine solche Kollision in Deutschland gegeben hat. Die Umstände des Unglücks waren zunächst unklar. Die BFU untersucht nun, wie es zum Unglück kam.

„Die Sonne im Rücken“

Am Flugplatz Melle-Grönegau reagierten Mitglieder des dort ansässigen Clubs mit Bestürzung. „Es handelt sich um eine Vereinsmaschine, der Pilot fliegt seit Jahren und gilt als sehr erfahren“, sagte der frühere Vereinsvorsitzende Gerhard Sperber. 

In Deutschland ist nach Behördenangaben erstmals ein Flugzeug mit einer Windkraftanlage kollidiert. Bei dem Unglück in der Nähe der Stadt Melle bei Osnabrück kam der Pilot ums Leben.

Auch Sperber hat keine Erklärung für das Unglück. Die Sichtverhältnisse an dem sonnigen Tag seien sehr gut gewesen. „In der Anflugrichtung hatte der Pilot zudem die Sonne im Rücken, sodass er auch nicht geblendet worden sein kann“, sagte Sperber. Nach seinen Angaben fand die Kollision in einer Höhe von 20 Metern statt. „Die Windräder haben sich noch weiter gedreht.“ Kurz nach dem Absturz suchten Rettungskräfte ein weit verteiltes Trümmerfeld nach weiteren Opfern ab. Auf Bildern vom Unglücksort waren Wrackteile auch im Gerüst der Windradanlage zu erkennen.

Im direkten Umfeld des nahe einer Autobahn gelegenen Sonderlandeplatzes Melle-Grönegau gibt es keine Beeinträchtigung durch Windkraftanlagen. Nur im Süden der für den Landeanflug vorgeschriebenen Platzrunde sind auf der Anflugkarte zwei Windkraftanlagen als Hindernis eingetragen. Dort kam es auch zu der Kollision.

Der Flugplatz wird vor allem von Segelfliegern frequentiert, hat aber auch Motorflug-Aktivitäten und verfügt über eine gut 600 Meter lange Asphaltbahn in West-Ost-Richtung. Bei dem abgestürzten Flugzeug handelt es sich um eine einmotorige Propellermaschine vom Typ Diamond DA 20 A1, besser bekannt als Katana. Die Maschinen sind wegen ihres sparsamen Rotax-Motors, ihrer Wendigkeit und ihres aerodynamischen Designs auch als Schulflugzeuge beliebt. Normalerweise komme man mit Windkraftanlagen nicht in Berührung, sondern fliege in 2000 Fuß Höhe, also zwischen 600 und 700 Metern, erläutert Timo Drollinger, Fluglehrer und Inhaber der hannoverschen Flugschule Ultraleicht. Gebiete mit Windkraftanlagen seien in der Regel auf den Flugkarten verzeichnet. Spezielle elektronische Vorrichtungen, die vor Windrädern warnten, gebe es nicht. „Wir fliegen auf Sicht.“  

Von Elmar Stephan und Michael B. Berger

Abstürze von Kleinflugzeugen in Deutschland

Dezember 2016: Ein Kleinflugzeug stürzt auf der Ostsee-Insel Usedom ab und reißt den Piloten in den Tod. Die zweimotorige Maschine kracht in der Nähe des Flughafens Heringsdorf in einen Wald.

Oktober 2016: Bei einem Unglück mit einem Kleinflugzeug in dichtem Nebel kommt ein Mann am Saarbrücker Flughafen Ensheim ums Leben. Der Pilot stürzte mit seiner Maschine auf einen Zubringer zur Startbahn.

August 2016: Beim Absturz eines Oldtimer-Flugzeugs in Speyer stirbt der Pilot. Das historische Kleinflugzeug schlug auf einer Ackerfläche auf und fing Feuer.

Februar 2016: Beim Absturz eines Ultraleichtflugzeuges bei Söhlde (Niedersachsen) sterben zwei Männer. Der Flieger stürzt 150 Meter von einem Sportplatz entfernt auf ein freies Feld.

Januar 2015: Ein Kleinflugzeug touchiert beim Absturz in Rechberghausen (Baden-Württemberg) mehrere Wohnhäuser und prallt in einen Garten. Der Pilot und eine Frau sterben im Wrack der Sportmaschine.

September 2014: Ein Sportflugzeug stürzt in das Dach eines Einfamilienhauses in Schönbrunn (Baden-Württemberg). Der 53-jährige Pilot kommt ums Leben, die Bewohner kommen mit dem Schrecken davon.

Januar 2014: In der Eifel kommen vier Menschen ums Leben, als ein Geschäftsflugzeug bei dichtem Nebel im Landeanflug eine Stromleitung streift.

Brutaler Anschlag: Ein stark betrunkener Mann soll in Celle versucht haben, die Wohnung seiner Ex-Freundin anzuzünden, um sie zu töten. Nach den Ermittlungen der Polizei soll der 38-Jährige eine mit Benzin gefüllte, angezündete Flasche auf den Balkon ihrer Wohnung geworfen haben.

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