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Der Norden Das müssen Sie über das neue Semesterticket wissen
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17:42 21.02.2018
Mit dem neuen Semesterticket können Studenten bis in die Niederlande fahren. Quelle: Irving Villegas
Hannover

Die 220.000 Studenten in Niedersachsen haben künftig freie Fahrt im ganzen Land. Im Semesterticket sind ab Wintersemester sämtliche Regionalzüge und S-Bahnen enthalten. Die Verträge sind inzwischen unterschrieben, wie die Landesnahverkehrsgesellschaft mitteilte. Beteiligt an der Einigung sind die Allgemeinen Studentenausschüsse der Hochschulen und Universitäten sowie die Eisenbahngesellschaften.

Was kostet das Ticket? Wo gilt es? Antworten auf die wichtigsten Fragen: 

Was ist ein Semesterticket und was kostet es?

Das Semesterticket gibt es in zwei Preisstufen, es wird für sechs Monate erworben. Der Standardpreis beträgt ab Wintersemester 2018/19 knapp 130 Euro, ist aber für Hochschulorte, die in einem Verkehrsverbund liegen, günstiger. Dort liegt er bei knapp 82 Euro für ein Semester.

So gibt es Hochschulen, an denen künftig die Studierenden für das Semesterticket weniger zahlen müssen und Hochschulen, an denen die Studierenden etwas mehr zahlen müssen – allerdings bei einem erheblich erweiterten Leistungsangebot, das sogar über die Landesgrenzen reicht. So führt das Semesterticket im Norden auch bis Hamburg und Lübeck, im Süden bis Kassel, im Westen bis nach Münster und Paderborn und im Osten bis nach Magdeburg und Nordhausen. Auch auf Strecken der privaten Betreiber wie Metronom dürfen die Studenten künftig fahren.

Warum geht es über die Grenzen Niedersachsens hinweg?

Das hängt nach Auskunft von Rainer Peters von der Landesnahverkehrsgesellschaft mit den jeweiligen Einzugsbereichen der Hochschulen zusammen.

Gibt es Gewinner und Verlierer der neuen Regelung?

Was den Leistungsumfang betrifft, sind eigentlich alle Studierenden Gewinner, da die Reichweite des Tickets wesentlich größer geworden ist. Deshalb begrüßt auch Pascal Raynaud von der VerkehrsLandesAstenKonferenz die neue Regelung, die nach vierjährigen Verhandlungen zustande gekommen ist. „Das war von vorneherein ein großes, studentisches Anliegen“, sagt Raynaud, der an der Universität Osnabrück studiert. Als nächstes nehme man sich vor, dass überall auch Busse und Straßenbahnen mit so einem Semesterticket benutzt werden können.

Ist das nicht überall so?

Nein, meist dürfen die Studierenden die Busse und Straßenbahnen nur an ihren Studienorten nutzen und nicht in anderen Städten. Studierende in Kommunen, die ein sogenanntes Verbundsystem in ihren Regionen haben, profitieren jetzt von der künftigen Regelung. So müssen künftig nach Auskunft von Rainer Peters Studierende der Technischen Universität Braunschweig 13 Euro weniger zahlen, Studierende der Uni Hannover sogar rund 27 Euro weniger.

Zu den Verlierern zählen Studierende der Uni Hildesheim, die mit rund 129 Euro künftig 12 Euro mehr zahlen müssen. Hildesheim ist verkehrspolitisch noch nicht so weit entwickelt und hat im Gegensatz zu Hannover und Braunschweig noch keinen Verkehrsverbund. Etwas mehr (rund 7 Euro)  als bisher müssen künftig auch Studierende der Universität Göttingen zahlen.

Wie sind die ersten Reaktionen auf das Projekt?

Durchgehend positiv. Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU)  sagt, es freue ihn sehr, dass Niedersachsen bundesweit  das zweite Flächenland sei, das ein solches Semesterticket anbieten könne. Der Schienverkehr gewinne dadurch zusätzlich an Attraktivität. Von einem „tollen Preis-Leistungs-Verhältnis“ spricht der Chef der Landesnahverkehrsgesellschaft Hans-Joachim Mann, zumal die Verhandlungen komplex und langjährig gewesen sei.

Die Organisatoren loben vor allem die Tatsache, dass es jetzt ein landesweit durchgängiges Netzangebot gebe und der bisherigen Flickenteppich bald Vergangenheit sein werde. In Niedersachsen sind zwölf Bahngesellschaften aktiv, mit denen jeweils einzeln geredet und verhandelt werden musste.

Auch die Studierenden loben den Vertragsabschluss, der aufgrund der vielen Vertragspartner nicht einfach gewesen sei. Er schaffe aber auch Einheitlichkeit, etwa in Hannover, wo es für die einzelnen Hochschulen unterschiedliche Streckennetze gegeben habe. „Das ist künftig nicht mehr der Fall“, sagt Pascal Raynaud.

Wann tritt das neue Semesterticket in Kraft?

Jeweils mit dem Beginn des neuen Wintersemesters. Das ist bei den Hochschulen der 1. September und an den Universitäten der 1. Oktober 2018.

Von Michael B. Berger

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