Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Der Transrapid wird verramscht
Nachrichten Der Norden Der Transrapid wird verramscht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 14.10.2016
Quelle: dpa
Anzeige
Lathen

Glänzender Lack, blaue Sitze, das Licht im Passagierraum brennt: Fast wirkt es so, als würden sich gleich die Tore der Werkhalle öffnen und der Transrapid würde losfahren. So wie früher, als er noch der große Hoffnungsträger einer neuen Mobilität war. Doch dann kam der verheerende Unfall mit 23 Toten – und das Ende des Versuchsbetriebs auf der Strecke in Lathen im Emsland.

Zur Galerie
Am 22. September 2006 war auf der Teststrecke ein Magnetzug auf einen Werkstattwagen geprallt. 23 Menschen starben, 10 überlebten teils schwer verletzt. 

Das Modell, das in Lathen steht und auf einen Käufer wartet, war einst für die Verbindung vom Hauptbahnhof zum Flughafen in München entwickelt worden. Unvergessen die gestammelte Rede, mit der 2002 der damalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber die Vorzüge des Superzuges pries („Sie steigen in den Hauptbahnhof ein, Sie fahren zehn Minuten mit dem Transrapid zum Flughafen ... Das bedeutet, dass der Hauptbahnhof näher an Bayern heranwächst. Weil das ja klar ist.“). Doch letztlich konnte auch der Appell des Ministerpräsidenten den Durchbruch nicht erzwingen. Wie jedes andere Transrapid-Projekt in Deutschland scheiterte auch dieses 2008 an den hohen Kosten.

Der dafür entwickelte Transrapid 09, der innen wie eine S-Bahn aussieht und breitere Türen bekommen hat, wie sie im öffentlichen Nahverkehr vorgeschrieben sind, wurde dennoch weiterentwickelt. Bis Ende 2011 wurde das Modell in Lathen getestet, dann bekam der Transrapid 09 die behördliche Zulassung für den Betrieb. Damit war das Konzept fertig und hätte vermarktet werden können. Den Testzug allerdings braucht die Bundesregierung als Eigentümerin nicht mehr.

Man habe den Zug, der ja immerhin ein Stück deutscher Ingenieursgeschichte sei, großen Museen angeboten, sagt Volkmar Kunert, Prokurist der Verwertungsgesellschaft des Bundes (Vebeg). Alle hätten abgewinkt. Daraufhin habe das Bundesverkehrsministerium entschieden, dass der Zug versteigert werden soll.

Dienstag und Mittwoch kann der Zug in Lathen besichtigt werden, Interessenten mussten sich vorher anmelden. „Fünf bis sechs“ ernst gemeinte Anfragen für eine Besichtigung habe es gegeben, meint Kunert. Einige kleinere Museen hätten sich gemeldet, meint Kunert, außerdem ein Unternehmer, der „eine persönliche Verbindung zum Transrapid“ habe. Ob die Betreffenden tatsächlich an den beiden Tagen zu einer Besichtigung auftauchen, und wer davon schließlich bis zum 25. Oktober wirklich ein Angebot abgeben wird, ist unklar. Das letzte Wort, wer den Zuschlag bekommen soll, wird am Ende Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) haben. Er hat auf einem Mitspracherecht bei der Vergabe bestanden, wohl auch, um Industriespionage zu vermeiden. Denn die deutschen Hersteller wollen vermeiden, dass ihre Technologie für einen Apfel und ein Ei an Konkurrenten verkauft wird.

In der Entwicklung hat allein das Modell 09 Millionen gekostet, der Verkauf wird wohl deutlich weniger bringen. Der Bund rechnet nicht mit einem großen Erlös. Sollte am Ende ein Schrotthändler den Zug zerlegen und die Materialien einzeln verkaufen, dann „wären 100  Euro pro Tonne schon sehr viel“, meint Kunert. Das entspräche bei einem Leergewicht von 170 Tonnen gerade einmal 17 000 Euro.

Interesse hat auf jeden Fall die Samtgemeinde Lathen. In der Kommune gebe es den Wunsch nach einem Transrapid-Museum, sagt Bürgermeister Karl-Heinz Weber (CDU): „Wir haben in den dreißig Jahren, in denen der Transrapid hier in Lathen erprobt wurde, eine Vielzahl von Exponaten und Komponenten eingesammelt“, sagt der Kommunalpolitiker. Wie allerdings ein solches Museum finanziert werden solle, stehe noch nicht fest. Denn mit dem Kauf des Fahrzeugs sei es noch nicht getan – auch der laufende Betrieb des Museums müsse von der Gemeinde finanziert werden.

Der Norden Niedersachsen/Niederlande - Friesenbrücke wird wieder aufgebaut

Gute Nachricht für die Pendler in der Grenzregion zwischen Niedersachsen und Holland: Die im vergangenen Jahr schwer beschädigte Eisenbahnbrücke, die im ostfriesischen Weener über die Ems führt, wird bis spätestens 2021 wieder aufgebaut.

13.10.2016
Der Norden Zwischen Berkhof und Mellendorf - A7 nach schweren Unfällen wieder frei

Bei einem Unfall auf der A7 in Richtung Kassel ist zwischen den Anschlussstellen Berkhof und Mellendorf am späten Montagnachmittag ein 28-Jähriger ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte, wurde der Mann von einem Sattelzug erfasst. Die Autobahn war am Montagabend gesperrt, am Dienstagmorgen war sie wieder freigegeben.

11.10.2016

Eine bisher unbekannte Person hat am vergangenen Wochenende eine junge Frau in Wedel (Schleswig-Holstein) mit einem Pfeil verletzt, der offenbar aus einem Blasrohr abgeschossen wurde. Die Polizei sucht jetzt nach weiteren Zeugen.

10.10.2016
Anzeige