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Der Transrapid wird verramscht

Öffentliche Versteigerung Der Transrapid wird verramscht

Einst war der Transrapid der große Hoffnungsträger einer neuen Mobilität: sauber, leise, schnell. Nun will der Bund das Testfahrzeug des Transrapids  09 versteigern, des letzten Modells, das jemals in Deutschland entwickelt wurde. Doch das Interesse ist mäßig – und so landet der stolze Zug am Ende möglicherweise beim Schrotthändler.

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Quelle: dpa

Lathen. Glänzender Lack, blaue Sitze, das Licht im Passagierraum brennt: Fast wirkt es so, als würden sich gleich die Tore der Werkhalle öffnen und der Transrapid würde losfahren. So wie früher, als er noch der große Hoffnungsträger einer neuen Mobilität war. Doch dann kam der verheerende Unfall mit 23 Toten – und das Ende des Versuchsbetriebs auf der Strecke in Lathen im Emsland.

Am 22. September 2006 war auf der Teststrecke ein Magnetzug auf einen Werkstattwagen geprallt. 23 Menschen starben, 10 überlebten teils schwer verletzt. 

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Das Modell, das in Lathen steht und auf einen Käufer wartet, war einst für die Verbindung vom Hauptbahnhof zum Flughafen in München entwickelt worden. Unvergessen die gestammelte Rede, mit der 2002 der damalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber die Vorzüge des Superzuges pries („Sie steigen in den Hauptbahnhof ein, Sie fahren zehn Minuten mit dem Transrapid zum Flughafen ... Das bedeutet, dass der Hauptbahnhof näher an Bayern heranwächst. Weil das ja klar ist.“). Doch letztlich konnte auch der Appell des Ministerpräsidenten den Durchbruch nicht erzwingen. Wie jedes andere Transrapid-Projekt in Deutschland scheiterte auch dieses 2008 an den hohen Kosten.

Der dafür entwickelte Transrapid 09, der innen wie eine S-Bahn aussieht und breitere Türen bekommen hat, wie sie im öffentlichen Nahverkehr vorgeschrieben sind, wurde dennoch weiterentwickelt. Bis Ende 2011 wurde das Modell in Lathen getestet, dann bekam der Transrapid 09 die behördliche Zulassung für den Betrieb. Damit war das Konzept fertig und hätte vermarktet werden können. Den Testzug allerdings braucht die Bundesregierung als Eigentümerin nicht mehr.

Man habe den Zug, der ja immerhin ein Stück deutscher Ingenieursgeschichte sei, großen Museen angeboten, sagt Volkmar Kunert, Prokurist der Verwertungsgesellschaft des Bundes (Vebeg). Alle hätten abgewinkt. Daraufhin habe das Bundesverkehrsministerium entschieden, dass der Zug versteigert werden soll.

Dienstag und Mittwoch kann der Zug in Lathen besichtigt werden, Interessenten mussten sich vorher anmelden. „Fünf bis sechs“ ernst gemeinte Anfragen für eine Besichtigung habe es gegeben, meint Kunert. Einige kleinere Museen hätten sich gemeldet, meint Kunert, außerdem ein Unternehmer, der „eine persönliche Verbindung zum Transrapid“ habe. Ob die Betreffenden tatsächlich an den beiden Tagen zu einer Besichtigung auftauchen, und wer davon schließlich bis zum 25. Oktober wirklich ein Angebot abgeben wird, ist unklar. Das letzte Wort, wer den Zuschlag bekommen soll, wird am Ende Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) haben. Er hat auf einem Mitspracherecht bei der Vergabe bestanden, wohl auch, um Industriespionage zu vermeiden. Denn die deutschen Hersteller wollen vermeiden, dass ihre Technologie für einen Apfel und ein Ei an Konkurrenten verkauft wird.

In der Entwicklung hat allein das Modell 09 Millionen gekostet, der Verkauf wird wohl deutlich weniger bringen. Der Bund rechnet nicht mit einem großen Erlös. Sollte am Ende ein Schrotthändler den Zug zerlegen und die Materialien einzeln verkaufen, dann „wären 100  Euro pro Tonne schon sehr viel“, meint Kunert. Das entspräche bei einem Leergewicht von 170 Tonnen gerade einmal 17 000 Euro.

Interesse hat auf jeden Fall die Samtgemeinde Lathen. In der Kommune gebe es den Wunsch nach einem Transrapid-Museum, sagt Bürgermeister Karl-Heinz Weber (CDU): „Wir haben in den dreißig Jahren, in denen der Transrapid hier in Lathen erprobt wurde, eine Vielzahl von Exponaten und Komponenten eingesammelt“, sagt der Kommunalpolitiker. Wie allerdings ein solches Museum finanziert werden solle, stehe noch nicht fest. Denn mit dem Kauf des Fahrzeugs sei es noch nicht getan – auch der laufende Betrieb des Museums müsse von der Gemeinde finanziert werden.

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