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Der Norden Skisaison im Harz startet am Sonnabend
Nachrichten Der Norden Skisaison im Harz startet am Sonnabend
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00:18 10.01.2016
Beschneier Tobias Wende fährt mit seinem Fahrzeug die Pisten entlang, um Schutzzäune aufzustellen. Quelle: Hagemann
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Braunlage

„Momentan stehen wir schon ziemlich unter Zeitdruck“, sagt Rüdiger Meyer, während er die Schneeraupe immer wieder die Piste hoch und runter fährt. „Zum Teil sind wir zwölf Stunden unterwegs“, sagt er. Eine ganz schön ruckelige Angelegenheit: Noch erinnern die Hänge mit ihren bis zu sieben Meter hohen Schneebergen nicht im Geringsten an Skipisten.

„An das Ruckeln gewöhnt man sich, das ist nur am Anfang so schlimm“, sagt der 39-Jährige, der erst seit zwei Tagen in der Schneeraupe sitzt. Eigentlich ist der Mann aus Braunlage Baugeräteführer – doch seit der Wurmberg beschneit wird, braucht die Anlage auch mehr Fachkräfte, die sie in Schuss halten. Ein Glücksgriff für Meyer, der ansonsten während der Wintermonate nicht sonderlich viel auf dem Bau zu tun hat. Ihm mache es nichts, dass er mit dem schweren Gerät zum Teil sehr steile Hänge hinunter fährt.

„Da kann nichts passieren, außer, dass man sich mal festfährt“, versichert er. Immerhin würden ab einer gewissen Steigung die Raupen mit einer Seilwinde befestigt, erklärt er und schaltet die Maschine ab, um das weitere Vorgehen mit den Kollegen zu besprechen. „Ich muss nochmal runter ins Tal“, sagt er, während sein Kollege Tobias Wende an ihm vorbeifährt und Zäune zu den mittlerweile ruhenden Schneekanonen transportiert. „Wir müssen sie absichern, damit niemand dagegenfährt“, erklärt Wende, hämmert die rot-gelben Zaunelemente in den Schnee und schwingt sich sofort wieder auf das Schneemobil. Jetzt ist Schnelligkeit angesagt, immerhin soll am Freitag auf fast allen 15 Pisten auf dem Wurmberg der Skibetrieb starten. Das ist nur dank der Beschneiung möglich, die in der vergangenen Wintersportsaison ihre Premiere feierte. Von Sonnabend bis Dienstag liefen die
15 Schneekanonen auf Hochbetrieb und sorgten für weiße Pisten, ebenso wie die rund 100 Schnee­lanzen – das sind fest installierte Rohre, die ebenfalls Schnee auf die Hänge blasen. „Wir haben rund 70.000 Kubikmeter Kunstschnee auf die Pisten geschossen“, sagt Dirk Nüsse, Betriebsleiter der Wurmberg Seilbahn. „Seit Sonnabend haben wir jede Sekunde Kälte ausgenutzt.“

Je sechs bis acht Angestellte seien seitdem in zwei Schichten 24 Stunden durchgängig damit beschäftigt, die Pisten vorzubereiten, um wieder mehr Touristen in den Harz zu locken. „Wir waren lange Zeit nicht mehr schneesicher, dadurch sind die Gäste weggeblieben“, erklärt er. Dank der modernen Beschneiung könne allen Urlaubern das Skivergnügen nun garantiert werden. „Der Kunstschnee ist haltbarer und belastbarer – da müsste es jetzt über eine längere Zeit warm bleiben, stürmen und dazu auch noch regnen, damit er wieder schmilzt.“

Seit Dienstagnachmittag verteilen die Raupen den Schnee auf den insgesamt 13 Kilometer langen Pisten am Wurmberg. Im Anschluss drücken Fräsen die Schicht zusammen und ziehen saubere Spuren. Doch auch wenn alles fertig ist, bleibt viel zu tun: Mitarbeiter der Seilbahn und Bergwacht müssen die Pisten ständig kontrollieren, unsichere Stellen absperren und die Beschneier informieren, wo es an Schnee fehlt. „Während der Saison wird täglich bis etwa 3 Uhr nachts gearbeitet“, sagt Nüsse. „Dadurch können wir den Skibetrieb bis zu 100 Tage lang garantieren – früher waren 40 bis 70 Tage der Durchschnitt.“

Eine Tageskarte für alle Anlagen auf dem Wurmberg kostet 31 Euro für Erwachsene, Studenten zahlen 23 und Kinder 15 Euro. Die Familientageskarte gibt es für 82 Euro.     

Für Langlauf fehlt noch Schnee

Wer gerne auf Langlaufskiern durch die Landschaft gleiten möchte, muss sich noch ein bisschen gedulden. Noch sind alle Loipen im Harz geschlossen. „Wir haben im Schnitt nur zehn Zentimeter in den hohen Lagen, das Minimum wären 20“, sagt Christin Faust vom Harzer Tourismusverband. Zwar könnten Langläufer auch auf die ungespurten Strecken, doch davor warnt Dirk Nüsse, Betriebsleiter der Wurmberg-Seilbahn. „Wenn die Bahnen nicht gezogen sind, kann der Ausflug gefährlich enden.“ Immer wieder habe er erlebt, dass Skifahrer Spuren, die durch das Befahren mit Forstfahrzeugen entstanden sind, für Loipen gehalten haben. „Dann steckt man mitten im Wald, und keiner weiß, wo man ist.“

Von Lisa Malecha

Skipisten, Rodeln und Snowtubing

Viele Regionen im Harz bieten Wintersportmöglichkeiten an – allerdings fehlt oft noch der Schnee. Doch die Betreiber sind zuversichtlich, dass die Saison auch bei ihnen bald starten kann.
Hahnenklee: Auf dem 726 Meter hohen Bocksberg stehen Wintersportlern fünf insgesamt 4,1 Kilometer lange Pisten verschiedener Schwierigkeitsgrade sowie eine 1,4 Kilometer lange Rodelbahn zur Verfügung. Gestern war allerdings nur die 1500 Meter lange Familienabfahrt geöffnet. Sobald die Saison startet, kann täglich von 9 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit sowie sonnabends bis 21.30 Uhr gefahren werden.
St.Andreasberg: Noch herrscht auch auf dem Matthias-Schmidt-Berg bei St. Andreasberg Ruhe, doch sobald es das Wetter zulässt, sollen alle sechs Pisten öffnen und der Betrieb auf den insgesamt 3,2 Kilometern aller Schwierigkeitsstufen beginnen. Auch das Snowtubing, bei dem man auf einem Reifen eine Piste hinuntersaust, ist noch nicht möglich – aber die Rodelbahn hat geöffnet.
Torfhaus: Der Ortsteil der Bergstadt Altenau bietet Besuchern eine rund 600 Meter lange Abfahrt sowie eine Rodelbahn – allerdings müssen sich Wintersportler auch hier gedulden: Da sich die Anlage im Nationalpark Harz befindet, darf nicht künstlich beschneit werden. Gestern waren alle Abfahrten geschlossen, die Lage ändert sich allerdings täglich.
Ob Pisten befahren werden können, kann sich von Tag zu Tag ändern. Besucher können sich im Internet unter wintersport.harz.de informieren. Die Daten werden täglich aktualisiert. lis     

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