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So feiert der Harz die Walpurgisnacht

Party und Theater zum 1. Mai So feiert der Harz die Walpurgisnacht

Walpurgis ist für die Einwohner von Bad Grund (Kreis Göttingen) im Harz seit mehr als 50 Jahren ein ganz besonderes Ereignis. In der Nacht zum 1. Mai, in welcher der Sage nach Hexen auf dem Besen zum Brocken reiten, führen sie auf der Naturbühne vor dem mächtigen Hübichenstein mitten im Wald ihre Schauspiele auf.

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Die bekannteste Walpurgisnacht findet auf dem Hexentanzplatz bei Thale statt. Die Bodetal Tourismus GmbH erwartet rund 8000 Besucher.

Quelle: Swen Pförtner (dpa)

Bad Grund/Thale. Rund vier Dutzend Laienschauspieler und -tänzer geben in diesem Jahr „Luzifer und die silbernen Tannenzapfen“ zum Besten. „Wir üben seit Wochen teilweise täglich“, sagt Andreas Lehmberg, dessen Hobby seit Jahren die Regie ist. Zur Aufführung spätabends am 30. April wird der ganze Ort auf den Beinen sein. Hinzu kommen Hunderte Gäste. Zusammen werden sie nach Ende des Stücks mit Musik und Tanz bis zum frühen Morgen feiern.

In der Nacht zum 1. Mai hat sich der Harz wieder in einen "Hexenkessel" verwandelt: Mit tausenden Besuchern wurde dort die Walpurgis gefeiert.

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Bad Grund ist einer von mehr als 20 Orten im Harz, die in der Nacht zum 1. Mai die traditionsreichen Walpurgisfeiern ausrichten. Die Einheimischen sind mit wilden Kostümen, irrwitzigen Perücken, Hexennasen und Zauberhüten verkleidet, schwingen Besen sowie Mistgabeln und machen den Harz unsicher. Schon tagsüber finden in vielen Orten Umzüge und Walpurgisfeiern für Kinder statt. Feste für Erwachsene gibt es unter anderem auch in Braunlage, Hahnenklee und Sankt Andreasberg. Die bekannteste Walpurgisnacht findet auf dem Hexentanzplatz bei Thale statt. Die Bodetal Tourismus GmbH erwartet rund 8000 Besucher.

Eigentlich heidnisches Fest

Ursprünglich gehen die Feiern auf ein heidnisches Frühlingsfest zurück. Auch nachdem sie um das Jahr 800 unter Karl dem Großen auf brachiale Art christianisiert wurden, blieben viele Harzer ihren alten Göttern verbunden. Zum Feiern zogen sie sich im Frühjahr auf unzugängliche Berge zurück. Um unerkannt zu bleiben und um Geister abzuschrecken, waren sie vermummt.

Die Kirche versuchte später, den Festen einen neuen Inhalt zu geben. Sie ließ am 30. April den Geburtstag der heiligen Walburga feiern. Heute ist die nach der Schutzpatronin gegen Aberglauben und Geister benannte Walpurgisnacht eine der größten Touristen-Attraktionen des Harzes.

Dies liegt wohl auch an Goethe. Nach einer Brockenbesteigung im Jahr 1777 verarbeitete er das teuflische Treiben auf dem Berg im „Faust“. Passend dazu wird diesmal zu Walpurgis der „Faust“ als Rockoper auf dem Gipfel aufgeführt.

Von Matthias Brunnert

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