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So oft rückt die Feuerwehr grundlos aus

Fehlalarme von Rauchmeldern So oft rückt die Feuerwehr grundlos aus

Niedersachsens Feuerwehren rücken immer häufiger wegen Fehlalarmen aus. Insgesamt 11.698-mal entpuppte sich ein Alarm im vergangenen Jahr als Falschmeldung – das entspricht fast 20 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Grund hierfür sind schlecht gewartete Rauchmelder.

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20 Prozent der Alarme entpuppen sich als Falschmeldung.

Quelle: Rainer Droese

Celle. Das geht aus dem Jahresbericht der Feuerwehr hervor, den Innenminister Boris Pistorius (SPD) gestern vorgestellt hat. In den meisten Fällen hatte ein Rauchmelder grundlos Alarm geschlagen. „Viele Fälle wären vermeidbar gewesen, wenn die Anlagen besser gewartet worden wären“, sagt Jörg Schallhorn, Referatsleiter für Brand- und Katastrophenschutz im Innenministerium. 

Rauchmelder sind seit 2016 in Privatwohnungen Pflicht – „und das befürworten wir“, betont Schallhorn. Zudem wurden die Geräte in allen neu errichteten Flüchtlingsunterkünften eingebaut. „Je mehr Technik man verbaut, desto mehr Fehler gibt es eben auch“, sagt Schallhorn.

Trotzdem sei es ärgerlich, wenn die größtenteils ehrenamtlichen Einsatzkräfte ihren Arbeitsplatz oder ihre Familie vorübergehend verlassen müssten – und sich dann herausstelle, dass es keinen Anlass gebe. Das solle aber niemanden von einem Anruf bei der Feuerwehr abhalten, stellt Schallhorn klar: „Wenn der Rauchmelder beim Nachbarn piept, dann sollte jeder sofort die Feuerwehr alarmieren.“ Um Fehlalarmen vorzubeugen, seien zwei Dinge zu bedenken: Feuermelder müssten regelmäßig überprüft werden, und wenn die entsprechende Anzeige leuchte, müsse umgehend die Batterie getauscht werden.

Aber nicht nur Fehlalarme hielten die Feuerwehren 2015 in Atem. Die Zahl der Einsätze stieg auch, weil die Retter Unterstützung bei der Unterbringung von Flüchtlingen leisteten und zahlreiche Unwettereinsätze zu bewältigen hatten.

Nach der Präsentation der Zahlen überzeugte sich Pistorius persönlich von der Einsatzbereitschaft der Feuerwehren und ließ sich auf dem Gelände der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz von Teilnehmern eines Lehrgangs aus einem brennenden Haus retten.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius beteiligt sich spontan an einer Brandschutzübung der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK) in Scheuen bei Celle - und lässt sich aus einem Fenster retten. 

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Zudem hatte er ein paar gute Nachrichten dabei:

Mehr Geld für Ausbildung : In den nächsten Jahren will das Land Niedersachsen 80 Millionen Euro ausgeben. „Wir investieren in die Aus- und Fortbildung“, kündigte Pistorius an. So sollen die beiden Akademien in Loy und in Celle deutlich besser ausgestattet werden. Das gilt vor allem für das Personal, das um etwa 30 Prozent aufgestockt wird. Bei der Feuerwehr herrscht seit Jahren ein Ausbildungsstau, was vor allem dazu führt, dass es zu wenig Führungskräfte gibt. Um so größer war der Protest, als im September 2015 die Akademien kurzzeitig geschlossen wurden, um Flüchtlinge unterzubringen.

Mitgliederzahlen : Exakt 124.612 ehrenamtliche Feuerwehrleute sind 2015 in Niedersachsen im Einsatz gewesen. Die Zahl ist 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 423 gesunken. Um der Überalterung der Gesellschaft entgegenzuwirken, setzen die Feuerwehren deshalb mehr denn je auf die Kinder- und Jugendarbeit – mit Erfolg. 41.085 Mitglieder in den Nachwuchsabteilungen sind ein neuer Rekord für Niedersachsen. Großes Potenzial sieht Schallhorn dagegen noch bei den Frauen, die nur etwa 11 Prozent der Mitglieder ausmachen.

Einsatz auch im Netz

Seit 2014 ist die Feuerwehr bei der Nachwuchssuche auch in den sozialen Medien wie Facebook und Twitter unterwegs. So soll die Werbekampagne „Ja zur Feuerwehr“ bekannter werden. Eine Strategie, die sich auszahlt, sagt Referatsleiter Jörg Schallhorn.
Vor allem kurze Videos über die Arbeit der Helfer seien teils mehrere Millionen Mal aufgerufen worden. Die können mal fröhlich sein, wenn als Weihnachtsmänner verkleidete Helfer zur Melodie von „Jingle Bells“ vor ihren Fahrzeugen tanzen. Aber auch ernst, wenn unterlegt von drama­tischer Musik ein Unfall dargestellt wird. Solche Bilder zeigen Wirkung: „Bei einer Befragung haben 624 Neuzugänge angegeben, dass sie von
der Kampagne motiviert worden sind, bei uns mitzumachen“, sagt Schallhorn.     

Von Gerko Naumann

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