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So will die Bahn pünktlicher werden

Tests in Hannover So will die Bahn pünktlicher werden

Immer das Generve mit verspäteten Zügen: In Hannover erprobt die Bahn jetzt zwei neue Modelle, die bewirken sollen, dass ICE, IC & Co möglichst auf die Sekunde pünktlich abfahren. Das soll unter anderem durch ein früheres Schließen der Türen gelingen. 

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In Hannover erprobt die Bahn nun zwei Konzepte, die eine Abfahrt möglichst auf die Sekunde genau ermöglichen sollen.

Quelle: dpa

Hannover. Unpünktliche Züge sind das größte Ärgernis von Bahnfahrern - in Hannover erprobt die Bahn nun zwei Konzepte, die eine Abfahrt auf die Sekunde genau ermöglichen sollen. Durch ein etwas früheres Schließen der Türen sollen die Züge beim Zeigersprung abfahren, und nicht wie bisher oft erst eine halbe oder ganze Minute später. Außerdem wacht ein sogenannter Knotenkoordinator seit kurzem im Hauptbahnhof darüber, dass die Züge rechtzeitig wegkommen. Wie nötig die Anstrengungen sind, zeigt die Statistik: Ein Viertel aller Fernzüge kam im vergangenen Jahr verspätet an. Als "verschärftes Abfertigungsverfahren" bezeichnen die Bahner das, was sie seit dem 25. April in den Hauptbahnhöfen Hannover und Köln testen.

Türen schließen 20 Sekunden früher

Nicht erst 10 sondern bereits 30 Sekunden vor der Abfahrtszeit schließt das Personal die Türen der ICE- und IC-Züge. "Wir hoffen, dadurch die Pünktlichkeit zu steigern", sagte eine Bahnsprecherin. "Wir sehen zu, dass es möglichst auf den Zeigersprung losgeht." Regionalzüge sind in das Projekt nicht eingebunden. Zwar werden Verspätungen für Bahnpendler meist erst schmerzlich, wenn der Zug kräftig hinter dem Fahrplan eintrifft oder der Anschluss weg ist, dennoch kann das Bemühen der Bahn um 30 Sekunden mehr Pünktlichkeit auch große Verspätungen vermeiden helfen. Fährt der IC verspätet ab, muss auch der nachfolgende Regionalzug noch einige Minuten länger im Bahnhof warten. Die verspäteten Züge blockieren einer entgegenkommenden Bahn die Einfahrt zum Bahnsteig, der Zug muss halten und eine Kettenreaktion weiterer Verzögerungen setzt sich in Gang. Dem soll ein Riegel vorgeschoben werden: "Wir wollen insgesamt pünktlicher werden", sagte die Bahnsprecherin. Wie das Pilotprojekt angelaufen ist, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Zunächst soll die Hauptreisewelle im Sommer abgewartet werden. Fest steht allerdings, dass die Türen weiterhin offen bleiben, wenn sich noch Pulks von Reisenden vor den Waggons drängen oder wenn Reisenden von einem verspäteten Anschlusszug noch der Umstieg ermöglicht werden soll.

An den zehn wichtigsten Umsteigebahnhöfen - darunter Hannover Hauptbahnhof - kümmern sich seit kurzem sogenannte Knotenkoordinatoren darum, dass die Pünktlichkeit besser wird. "Was sind Gründe, dass wir nicht pünktlich abfahren? Wie können wir das verbessern? Gibt es beeinflussbare Faktoren?", seien Fragen, mit denen der neue Pünktlichkeitsexperte befasst sei, sagte die Sprecherin. Antworten suche der Koordinator übrigens nicht vor Bildschirmen im Büro, sondern dort, wo die Züge losfahren - auf dem Bahnsteig. Um mehr Pünktlichkeit ringen auch einige der Wettbewerber der Bahn in Niedersachsen. Besser läuft es nach Angaben der Landesnahverkehrsgesellschaft inzwischen wieder bei der Erixx-Bahn, die ihrem Namen als Heidesprinter zwischenzeitlich keine Ehre machte.

Auch Westfalenbahn kämpft mit Verspätungen

Softwareprobleme an den neuen Zügen bremsen unterdessen die Westfalenbahn auf der Achse Rheine-Osnabrück-Hannover-Braunschweig aus. Selbst auf offener Strecke stoppen die Bahnen mitunter automatisch, erst wenn die Software einmal herunter und wieder hochgefahren ist, geht's. An der Behebung der Probleme werde gearbeitet, im Laufe des Sommers solle alles wieder rund laufen, sagte Westfalenbahn-Sprecher André Rahmer.

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