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Der Norden Klinik vertauscht Blutkonserven - Patientin tot
Nachrichten Der Norden Klinik vertauscht Blutkonserven - Patientin tot
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00:15 02.01.2016
„Bedauern den Todesfall zutiefst“: Das St.-Martini-Krankenhaus in Duderstadt. Quelle: Niklas Richter
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Duderstadt

Das bestätigte Stefan Studenroth, Leitender Oberstaatsanwalt. Das Krankenhaus selbst hat die Behörde wegen des unnatürlichen Todesfalles eingeschaltet und die Ermittlungen dadurch ausgelöst. Die beiden Ärzte, denen der Tod der Patientin vorgeworfen wird, arbeiten nicht mehr in der Klinik. „Die Krankenhausleitung bedauert den Todesfall zutiefst und hat den Angehörigen ihr tief empfundenes Beileid ausgesprochen“, sagte Klinik-Sprecher Florian Grewe. Einzelheiten zu dem Todesfall könnten im Hinblick auf das laufende Verfahren nicht mitgeteilt werden. Das Krankenhaus St. Martini unterstütze die Ermittlungen aber nach besten Kräften.

Während die Staatsanwaltschaft eine „möglicherweise Verwechslung“ der Patientennamen bestätigt, gibt es in den Darstellungen von Träger und Ermittler doch Widersprüche: Laut Vinzenz-Verbund, der fünf Kliniken von Braunschweig bis Kassel trägt, wird ein Todesfall „am Freitag, 4. Dezember“ bestätigt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jedoch den Tod einer Patientin am 6. Dezember, also zwei Tage später.

Nach unbestätigten Informationen soll ein Anästhesist am 5. Dezember die Vornamen zweier Patienten mit sehr ähnlichen Vor- und gleichen Nachnamen verwechselt haben, was nach Darstellung eines Kenners des Falles auch an unzureichenden Sprachkenntnissen des nicht Deutsch sprechenden Mediziners liegen könne.

Dadurch soll die bereits narkotisierte Patientin, die am Bein operiert wurde, eine nicht zu ihr passende Konserve mit falscher Blutgruppe transfundiert bekommen haben. Als es der Patientin schlechter ging und sie auf die Intensivstation verlegt wurde, soll auch eine Ärztin auf dieser Station eine weitere Bluttransfusion veranlasst haben, ohne die Übereinstimmung der Blutgruppen geprüft zu haben. Wieder wurde der Frau Blut einer falschen Blutgruppe zugeführt. Laut Staatsanwaltschaft werde es im Ermittlungsverfahren darauf ankommen, ob dies todesursächlich war. Ein rechtsmedizinisches Gutachten sei in Auftrag gegeben worden. Offenbar hat es auch eine Obduktion gegeben.

Die beiden verdächtigten Ärzte arbeiten laut einer Aussage aus dem Krankenhaus nicht mehr dort. Auf ihren Homepages suchen Klinik und Träger aktuell nach einem Oberarzt für Anästhesie und Intensivmedizin und außerdem nach einem Bewerber für das Qualitäts- und Risikomanagement.

Vom Krankenhausträger und von der Staatsanwaltschaft unbestätigt ist ein Hinweis darauf, dass es noch zu einem weiteren ungeklärten Todesfall im Dezember im Martini-Krankenhaus und einer neuerlichen Entlassung eines Arztes gekommen sei. Davon, so Studenroth, sei der Staatsanwaltschaft nichts bekannt.

Von Jürgen Gückel

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