Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Bombendrohung sprengt Hochzeit mit 900 Gästen
Nachrichten Der Norden Bombendrohung sprengt Hochzeit mit 900 Gästen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:11 16.04.2018
Nach der Bombendrohung räumen Sicherheitskräfte die Stadthalle, in der 900 Gäste die Hochzeit feierten. Quelle: Grabowski
Anzeige
Stadthagen

Eine türkische Hochzeitsfeier mit 900 Gästen in der Festhalle Stadthagen hat am Sonnabend ein jähes Ende gefunden. Ein Unbekannter hatte mitgeteilt, in dem Gebäude in der Innenstadt eine Bombe deponiert zu haben. Daraufhin räumte ein Großaufgebot von Polizei und Rettungskräften die Halle. Bei dem Bräutigam handelt es sich um den Kapitän der Bezirksligamannschaft des VfR Evesen, Burak Buruk. Er und seine Frau Esra Mur hatten Freunde und Verwandte aus dem gesamten Bundesgebiet und aus dem Ausland zur Feier nach Stadthagen eingeladen.

Kurz nach 18 Uhr fuhren Einsatzkräfte zu der Halle, nachdem der Drohanruf eines Unbekannten nach Polizeiangaben beim Komissariat in Bad Nenndorf eingegangen war. Mit einem Megaphon forderten die Beamten die Hochzeitsgesellschaft auf, die Räume zu verlassen. Währenddessen fuhren die Hundeführer mit ihren Sprengstoffspürhunden in Hannover und Göttingen los. Während der Einsatz lief, feierten die Gäste auf dem Festplatz weiter.

Um 19.56 ging dann ein erneuter Anruf bei der Polizeiwache in Stadthagen ein. Es wurde damit gedroht, dass die Gäste in der Festhalle „alle in die Luft fliegen“. Da sich die Suche nach Sprengkörpern in der Festhalle hinzog, verlagerten die Veranstalter die Hochzeitsfeier ins Foyer der nahe gelegenen Kreissporthalle – betreut von Feuerwehr und Deutschem Roten Kreuz.

Rund anderthalb Stunden später gab es erneut Aufregung für die Einsatzkräfte: Nach Behördenangaben rief ein Unbekannter auf der Dienststelle in Bückeburg an und kündigte einen Anschlag auf einen Döner-Imbiss in Stadthagen an. Die Polizei räumte auch dieses Restaurant sowie die darüber liegenden Wohnungen. In beiden Fällen fanden die Ermittler keine Sprengsätze.

Die Polizei ermittelt gegen unbekannt wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat. Offenbar kamen die Anrufe aus unterschiedlichen Telefonzellen. Der Anrufer wählte nach Polizeiangaben nicht den Notruf, sondern steuerte die drei einzelnen Wachen gezielt an. Die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar. Möglicherweise spielt auch dabei der Konflikt zwischen Türken und Kurden eine Rolle. 

Von Verena Insinger

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sie waren mit einem im Hochsauerlandkreis gestohlenen Opel Corsa unterwegs, um in Schleswig-Holstein eine neue, gemeinsame Zukunft zu beginnen: Doch der Traum eines jungen Paares endete in einer Polizeikontrolle im Kreis Harburg.

15.04.2018

In Niedersachsen ist es am Wochenende vielerorts zu teils schweren Autounfällen gekommen. Insgesamt starben dabei drei Personen. Mindestens zwei Menschen schwebten am Nachmittag noch in Lebensgefahr. Teilweise war offenbar auch Alkohol ein Faktor.

15.04.2018

Deutlich mehr Fässer mit schwach radioaktivem Müll müssen im Zwischenlager Leese (Landkreis Nienburg) aufwendig nachbehandelt werden. Sie sind zum Teil beschädigt, zum Teil ist nicht bekannt, was sich genau in den Fässern befindet.

15.04.2018
Anzeige