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Der Norden Steigt Niedersachsen wieder bei der OHE ein?
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00:15 12.02.2017
Die Osthannoverschen Eisenbahnen haben den Güterverkehr auf ihrem Netz eingestellt – das Land will die Strecken aber möglichst erhalten. Quelle: Emily Wabitsch/dpa
Hannover

Hintergrund für das Interesse des Landes Niedersachsen an den Osthannoverschen Eisenbahnen (OHE)n ist die geplante Gründung einer Landeseisenbahn-Infrastrukturgesellschaft. Diese könnte in das knapp 300 Kilometer lange Streckennetz der OHE investieren. Das Netz biete die Möglichkeit, Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern, erläuterte das Ministerium.

Die OHE hat im Herbst den Güterverkehr auf ihrem Netz eingestellt, sagte OHE-Vorstandschef Wolfgang Kloppenburg. Seit Längerem ging das Aufkommen zurück. Die Havelländische Eisenbahn (HVLE) hat verbliebene Fahrten übernommen. Ohne Millioneninvestitionen gerät das OHE-Netz jedoch mittelfristig in Gefahr. Die Strecken zwischen Lüneburg, Soltau und Celle waren zwischenzeitlich als Entlastungsrouten für Güterzüge auf der überlasteten Achse von Hamburg und Bremen Richtung Hannover im Gespräch. Die Planungen sehen inzwischen aber den Ausbau anderer Strecken vor.

Land bot angeblich symbolischen Euro

Im Jahr 2006 hatte die damalige schwarz-gelbe Landesregierung die OHE privatisiert - im Landtag war dies äußerst umstritten. Um Geld einzustreichen, gebe das Land eine Einflussmöglichkeit in der Verkehrspolitik auf, hatte die Opposition kritisiert. Für rund 30 Millionen Euro hatte das Land damals seine Mehrheit verkauft. Der Netinera-Konzern, ein Tochterunternehmen der italienischen Staatsbahnen, übernahm die OHE. Angeblich hat das Land jetzt einen symbolischen Euro geboten, um bei dem Bahnunternehmen wieder einzusteigen.

Neben dem Güterzugnetz gehören zur OHE die Regionalbahnen Metronom und Erixx. Nur um diese beiden lukrativen Beteiligungen sei es den Italienern gegangen, hatte der OHE-Betriebsrat schon 2013 moniert und von Rosinenpickerei gesprochen.

„Es ist unsinnig, in ein nicht rentables Schienennetz zu investieren“

Auch wenn die OHE auf den Schienen nicht mehr selbst fährt, kassiert sie noch Trassenbenutzungsgebühren, etwa wenn die Deutsche Bahn mit eigenen Zügen Güterwagen zu OHE-Stationen bringt oder abholt. Die mit der Einstellung des OHE-Güterverkehrs im Herbst beschäftigungslos gewordenen Mitarbeiter seien an anderer Stelle im Konzern oder bei anderen Unternehmen unterkommen, sagte Kloppenburg.

Die ins Auge gefasste Unterstützung der OHE passt in die aktuelle Strategie des Landes Niedersachsen, nicht bundeseigene Bahnen beim Erhalt ihres Streckennetzes zu unterstützen. Damit soll der Anschluss ans Schienennetz für die örtliche Wirtschaft sichergestellt werden. Die FDP im Landtag kritisiert den Plan. „Es ist unsinnig, in ein nicht rentables Schienennetz zu investieren“, teilte der haushaltspolitische Sprecher, Christian Grascha, mit.

Seit 2013 bewilligt der Bund Zuschüsse für die Infrastruktur privater Bahnen, wenn die Bundesländer ebenfalls Geld dazulegen. Mit Millionensummen hat Niedersachsen seitdem etliche der rund 25 nicht bundeseigenen Bahnen im Land gefördert. 2016 beteiligte sich das Land mit 9,1 Millionen an Gesamtinvestitionen von 20,4 Millionen Euro.

Von Michael Evers

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