Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Weil fordert mehr Unterstützung für Flüchtlinge

Flüchtlinge in Oerbke angekommen Weil fordert mehr Unterstützung für Flüchtlinge

Ministerpräsident Stephan Weil hat den Bund aufgefordert, angesichts des Zustroms von Flüchtlingen die Wohnbauförderung kräftig aufzustocken. Innerhalb von nur drei Tagen ist Niedersachsens größte Erstaufnahme-Notunterkunft in Oerbke in der Lüneburger Heide an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen.

Voriger Artikel
Angler beklagen zunehmende Wilderei
Nächster Artikel
Entflohener Straftäter kehrt freiwillig in Klinik zurück

Ministerpräsident Stephan Weil engagiert sich für die Flüchtlinge: Anfang September besuchte er ein Sommerfest in einem Wohnheim für Flüchtlinge in Bothfeld.

Quelle: Peter Steffen/dpa

Oerbke/Berlin. Einen Tag früher als geplant waren Samstag die ersten Flüchtlinge in die frühere Kaserne gezogen.Viele Freiwillige halfen bei der Aufnahme der rund 800 Flüchtlinge in der Lüneburger Heide. „Wir hatten viel Unterstützung aus der Bevölkerung, etwa von Menschen, die Arabisch und Persisch sprechen und gedolmetscht haben.“, sagte die Sprecherin der Johanniter, Antje Heilmann. Das habe sehr geholfen, den Flüchtlinge die Angst vor der Ungewissheit zu nehmen. Geplant ist auch ein Drehkreuz in direkter Nähe zur Notunterkunft in Oerbke bei Bad Fallingbostel - wann dieses Verteilzentrum die Arbeit aufnimmt, ist noch unklar.

In Kürze Maximalkapazität erreicht

Am Montag erklärte das Innenministerium, die neue Anlage sei mit 1400 Menschen belegt. Nach Angaben der die Einrichtung betreuenden Johanniter waren 800 Menschen bis Sonntagabend angekommen. "Wir rechnen aber damit, dass wir in Kürze die Maximalkapazität von 1400 erreicht haben werden", hieß es am Montag.

Die Kapazität der Anlage mit ihren 1000 Betten sei noch mit Feldbetten aufgestockt worden. In direkter Nachbarschaft zu der Notunterkunft soll auch eine Drehscheibe für die Verteilung von Flüchtlingen im Norden entstehen - bis dort die Arbeit aufgenommen werden kann, wird es aber noch dauern. Innenminister Boris Pistorius (SPD) sagte, er gehe "eher von Wochen denn Tagen" aus, bis das Verteilzentrum einsatzfähig sei. Grund seien die zähen Verhandlungen des Bundes mit den Briten, die bis zum Jahresende das Truppenübungsgelände in der Heide noch selbst nutzen. Zudem ist die dorthin führende Bahnstrecke für eine Sanierung vorgesehen. Niedersachsen hat nach Angaben von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) in den vergangenen Tage gut 6000 Erstaufnahmeplätze für Flüchtlinge geschaffen.

Auch Weil sieht den Bund bei der Schaffung des geplanten Drehkreuzes in der Pflicht, er sagte: "Der Bund muss für Registrierung und Verteilung zuständig sein." Im Vorfeld eines für Dienstag geplanten Krisentreffens zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Länderchefs drängte Weil erneut auf eine engere Zusammenarbeit zur Lösung der Flüchtlingsnot. Die bisher zugesagten drei Milliarden Euro an Finanzhilfen für die Länder reichten bei weitem nicht mehr aus. Die Bundesregierung müsse zudem einen "Plan B" für den Fall erarbeiten, dass es innerhalb der Europäischen Union zu keiner gerechten Verteilung von Flüchtlingen komme.

Weil will auch früheren Termin für Länderkonferenz

Außerdem dringt Weil auf eine engere Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern auf höchster Ebene zur Lösung der Flüchtlingskrise. Der SPD-Politiker forderte am Sonntagabend ein zügiges Treffen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Die Lage hat sich dramatisch zugespitzt“, sagte Weil. Bislang ist ein Bund-Länder-Gipfel für den 24. September geplant. Auch andere Regierungschefs haben bereits gefordert, diesen vorzuziehen.

Weil forderte zudem ein ambitioniertes Wohnungsbauprogramm, damit es keine Konkurrenz zwischen Flüchtlingen und Menschen mit schmalem Geldbeutel gibt. Der Regierungschef signalisierte Verständnis für die Entscheidung der Bundesregierung, vorübergehend wieder Grenzkontrollen einzuführen. Sie dürften allerdings nicht als endgültige Lösung verstanden werden, sondern böten lediglich die Chance für eine Atempause.

dpa/mhu

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Flüchtlingskrise

Noch liegt die offizielle Flüchtlingsprognose der Bundesregierung bei 800.000 Menschen – doch Vizekanzler Sigmar Gabriel erwartet einen Anstieg auf bis zu eine Million.

mehr
Mehr aus Der Norden

Finden Sie, dass es momentan zu viele schlechte Nachrichten gibt? Das möchten wir gerne ändern, und zwar mit Ihrer Hilfe. Gemeinsam mit dem NDR, den Kieler Nachrichten, der Ostsee-Zeitung in Rostock und dem Hamburger Abendblatt sammeln wir die guten Nachrichten der Leser und Hörer. Teilnehmer können einen exklusiven Besuch der Elbphilharmonie in Hamburg gewinnen.  mehr

So schön ist Niedersachsen aus der Luft

Von Harz über Heide bis zur Nordsee: Die schönsten Luftaufnahmen von Niedersachsen.

Niedersachsen in Zahlen
  • Landeshauptstadt : Hannover
  • Ministerpräsident: Stephan Weil
  • Fläche : 47.634,90 km²
  • Einwohner : 7,791 Mio
  • Bevölkerungsdichte : 135 Einwohner je km²
  • Letzte Landtagswahl : 20. Januar 2013 
  • Nächste Wahl : 2018
  • Wirtschaft : Firmendatenbank
  • Geographie : Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee, die Unterelbe sowie den unteren Mittellauf der Elbe. Als Enklave vom Landesgebiet umgeben ist das Land Bremen.
  • Berühmte Niedersachsen : Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
Ein Haus voller Weihnachtsbäume

110 Weihnachtsbäume, 130 Lichterketten und 16 000 Christbaumkugeln: Das Haus von Familie Jeromin in Rinteln im Landkreis Schaumburg erstrahlt in der Adventszeit als kunterbunte Weihnachtswelt.