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Kontrolleure finden beschädigtes Atommüllfass

Strahlende Flüssigkeiten Kontrolleure finden beschädigtes Atommüllfass

Die Untersuchung eines mehr als 25 Jahre alten Behälters für radioaktive Abfälle in einem niedersächsischen Zwischenlager dürfte ein unangenehmes Nachspiel haben. Statt Papiermüll fanden sich auch strahlende Flüssigkeiten. Der Minister ist empört.

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Kontrolleure haben in einem beschädigten Atommüllfass verbotenen Inhalt gefunden.

Quelle: dpa

Leese. In einem leicht beschädigten Fass mit Atommüll aus dem Jahr 1981 im Zwischenlager Lesse (Landkreis Nienburg) haben Kontrolleure verbotene Inhalte entdeckt. Die aus dem medizinischen Bereich stammenden Abfälle wurden als "Papier, Zellstoff etc." ausgewiesen. "Tatsächlich wurden jedoch neben Beton, Holz- und Stoffresten mehrere Blech- und Plastikbehälter gefunden, die auch Flüssigkeiten enthielten", sagte Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) am Freitag in Hannover.

"Das Einbringen von Flüssigkeiten in ein Abfallfass war nach der damaligen Benutzungsordnung der Landessammelstelle Steyerberg ebenso wie nach heutigen Regelungen unzulässig", betonte Wenzel. Es müsse davon ausgegangen werden, dass weitere Fässer unzulässig befüllt seien. Derzeit sei nicht absehbar, mit wie vielen weiteren Schäden gerechnet werden müsse. Die offensichtliche Falschdeklaration eines Fasses aus einer Charge von weiteren neun Fässern gleicher Herkunft erfordere einen akuten Handlungsbedarf.

"Offenbar erleben wir im Zusammenhang mit den genannten Fässern ein neues Beispiel dafür, wie in früheren Zeiten nachlässig, fahrlässig oder gar vorsätzlich bedenkenlos mit radioaktiv belastetem Material umgegangen wurde", sagte Wenzel. Das Erbe der jahrzehntelangen Atom-Euphorie würde die Allgemeinheit nun teuer zu stehen kommen. Wenzel will mit einer neuen Strategie für mehr Klarheit sorgen. Kurzfristig würden die Inspektionen im Lager erweitert und die Umsetzung eines Hallenneubaus beschleunigt.

Wie geht es jetzt weiter?

Für eine mögliche Bergung weiterer auffälliger Fässer solle ferner ein neues Konzept entwickelt werden. Mittelfristig müssten die Fässer in einen endlagergerechten Zustand versetzt werden. Dazu gehörten die Aufarbeitung aller vorliegenden Dokumentationen, Nachprüfungen von Inhalten und gegebenenfalls die Umverpackung in andere Behältnisse. Die Abfallmenge am Zwischenlager Leese solle nicht steigen, vielmehr werde geprüft, ob das zulässige radioaktive Inventar vermindert werden könne.

"Die Kosten soll der Bund übernehmen, der verpflichtet ist, die Abfälle in ein Bundesendlager zu übernehmen, wenn dies zur Verfügung steht", hieß es. Das Bundesumweltministerium habe das Vorhaben grundsätzlich befürwortet. Im September 2015 hatten Kontrolleure im Zwischenlager Leese für schwachradioaktiven Atommüll ein Fass mit einem Schaden im Deckelbereich gefunden. Die Oberfläche des Behälters war gewölbt, aber noch intakt. Radioaktivität war keine ausgetreten. Betreiber des Zwischenlagers ist die Firma Eckert & Ziegler Nuclitec. In den vergangenen Jahren gab es bereits Auffälligkeiten an zwei anderen Fässern. Auch damals hatte laut Ministerium keine Gefahr bestanden.

lni

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