Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Kann gute Stadtplanung Verbrechen verhindern?

Sicherheit Kann gute Stadtplanung Verbrechen verhindern?

Niedersachsen will einen neuen Weg für mehr Sicherheit in Städten gehen. Neben der Polizei sollen auch Stadtplanung und Wohnungswirtschaft in Konzepte einbezogen werden. Das ist das Ergebnis eines Modellprojekts in Braunschweig, Emden und Lüneburg. Grundlegend geht es um die Gestaltung des öffentlichen Raums. 

Voriger Artikel
Die AfD spaltet den Celler Stadtrat
Nächster Artikel
Was machen die Nandus im Raps?

Stadtviertel richtig strukturieren: Auch Beleuchtung spielt eine große Rolle für das Sicherheitsgefühl der Einwohner.

Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Hannover. Wenn es um mehr Sicherheit in den Städten geht, kommt regelmäßig der Ruf nach mehr Polizeibeamten. Niedersachsen will jetzt einen neuen Weg gehen: Neben der Polizei sollen auch die Stadtplanung und die Wohnungswirtschaft in Konzepte für mehr Sicherheit einbezogen werden. Das ist das Ergebnis eines Modellprojekts in Braunschweig, Emden und Lüneburg. Es solle stärker auf eine sicherheitsrelevante Gestaltung des öffentlichen Raumes geachtet werden, sagte Landespolizeipräsident Uwe Binias am Donnerstag zum Abschluss der Modellstudie.

Dafür wurden mit Braunschweig-Weststadt, Emden-Barenburg und Lüneburg-Mittelfeld drei Stadtteile ausgewählt, die in ihrer räumlichen und soziokulturellen Struktur stellvertretend für andere Städte stehen. Das Landeskriminalamt (LKA) und das Deutsche Institut für Urbanistik untersuchten, welche Orte von Bewohnern als unsicher empfunden werden - sogenannte Angsträume sind -, und was gefährliche Orte sind, an denen es tatsächlich zu Kriminalität kommt. Danach wurde geschaut, wie man diese verändern kann. Die Ergebnisse sollen deutschlandweit Anwendung finden.

Konkret wurde über Kriminalität hinaus nach Missständen wie etwa Lärm und Müll gesucht, die das nachbarschaftliche Miteinander stören, erklärte LKA-Projektleiterin Anke Schröder. Zur Problemlösung gehöre bereits, Zuständige für mehr Beleuchtung oder Sauberkeit zu ermitteln - wichtig sei ein gemeinsamer Blick von Kommune, Polizei und Wohnungswirtschaft auf ein Quartier. Entscheidend gerade beim Neubau von Vierteln seien die Stellung der Gebäude zueinander, die Erreichbarkeit und Lage von Wegen, die Beleuchtung und Möglichkeit sozialer Kontrolle.

„Wir legen Wert darauf, Straftaten nicht entstehen zu lassen“, sagte LKA-Präsident Uwe Kolmey. Der öffentliche Raum müsse ein Ort der Begegnung sein und Rückzugsmöglichkeiten bieten, aber keine Verstecke. Wie Landespolizeipräsident Binias betonte, sollten die alle zwei Jahre aus der Dunkelfeldstudie zu nicht angezeigter Kriminalität gewonnenen Erkenntnisse für eine intelligentere Stadtplanung genutzt werden.

„Wir haben eine Phase massiver Neubauplanung, die größte seit dem Zweiten Weltkrieg“, sagte LKA-Forschungsleiter Hartmut Pfeiffer. Gelernt werden könne aus Fehlern der Vergangenheit. Um alte Dorfkerne herum etwa seien Neubaugebiete angelegt worden, in denen es heute oft Einbrüche gebe - aus dem simplen Grund, dass sich dort tagsüber wenig Leute aufhalten. Im alten Dorfkern hingegen sorgten Geschäfte, Schulen, die Kirche oder der Friedhof dafür, dass von früh bis spät Menschen unterwegs seien und es eine soziale Kontrolle gebe. Eine ähnliche Durchmischung von Wohnen und öffentlichem Leben sei in künftigen Vierteln wünschenswert.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Der Norden

Finden Sie, dass es momentan zu viele schlechte Nachrichten gibt? Das möchten wir gerne ändern, und zwar mit Ihrer Hilfe. Gemeinsam mit dem NDR, den Kieler Nachrichten, der Ostsee-Zeitung in Rostock und dem Hamburger Abendblatt sammeln wir die guten Nachrichten der Leser und Hörer. Teilnehmer können einen exklusiven Besuch der Elbphilharmonie in Hamburg gewinnen.  mehr

So schön ist Niedersachsen aus der Luft

Von Harz über Heide bis zur Nordsee: Die schönsten Luftaufnahmen von Niedersachsen.

Niedersachsen in Zahlen
  • Landeshauptstadt : Hannover
  • Ministerpräsident: Stephan Weil
  • Fläche : 47.634,90 km²
  • Einwohner : 7,791 Mio
  • Bevölkerungsdichte : 135 Einwohner je km²
  • Letzte Landtagswahl : 20. Januar 2013 
  • Nächste Wahl : 2018
  • Wirtschaft : Firmendatenbank
  • Geographie : Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee, die Unterelbe sowie den unteren Mittellauf der Elbe. Als Enklave vom Landesgebiet umgeben ist das Land Bremen.
  • Berühmte Niedersachsen : Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
Weihnachtsfeier in Flüchtlingslager Friedland

Weihnachtliche Stimmung im Grenzdurchgangslager Friedland: Zur Weihnachtsfeier mit den Flüchtlingen am Freitag kam auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius.