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Der Norden Sylt bekämpft Möwen-Ansturm mit Drachen
Nachrichten Der Norden Sylt bekämpft Möwen-Ansturm mit Drachen
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15:36 24.03.2016
Lecker: Möven lieben unser Essen und folgen daher gerne Touristen auf den Strandpromenaden. Quelle: Carsten Rehder/dpa
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Westerland

Schreiende Möwen können Urlauber nerven – um die Tiere abzuschrecken, setzt die Gemeinde Westerland auf Sylt deshalb auf einen riesigen schwarzen Drachen in Form eines Raubvogels. Denn mit den Oster-Urlaubern kehren auch immer mehr Möwen in die Sylter Kurorte zurück.

"Wenn wieder mehr Gäste auf der Promenade entlang flanieren, dann ist das auch für die ein Signal", sagte Sven Edling vom Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS). Von den schreienden Möwen auf Nahrungssuche, die Urlaubern ab und an sogar Crêpes oder Fischbrötchen aus der Hand wegschnappten, seien Strandorte mit vielen Urlaubern wie Wenningstedt, List oder Westerland besonders betroffen.

Mit Schallwellen und ätherischen Ölen gegen Möven

Seit 2016 sei deshalb der Drachen im Einsatz. Seit Jahren werde mit nicht-tödlichen Mitteln experimentiert, um die geschützten Tiere abzuschrecken, sagte Edling. Der ISTS setzt dazu auf seinem Verwaltungsgebäude auch auf Hightech. Für Menschen nicht wahrnehmbare Schalldrucksysteme sollen dort die unbeliebten Vögel im Gefieder kitzeln, hinzu kommen Gele mit ätherischen Wirkstoffen – und falls es besonders viele Vögel sind: Lautsprecher mit Schreien von Habichten und anderen Fressfeinden.

Die lärmenden Feinschmecker hinterlassen nämlich auf dem Flachdach ätzenden und aggressiven Kot. "Die Dächer fangen sonst an zu stinken", sagte Edling. Touristen sollten das nicht riechen müssen, findet der 48-jährige Sylter. Doch auch wegen der künstlichen Habicht-Laute hätten Urlauber bereits mit dem Anwalt gedroht.

"Wir plädieren für mehr Toleranz"

Der schleswig-holsteinische Naturschutzbund empfiehlt bei dem Thema mehr Gelassenheit. Berichte über Möwen, die Fischbrötchen stehlen, gebe es schon aus den 1920er-Jahren, sagte Nabu-Landespressesprecher Ingo Ludwichowski. "Möwen sind schon immer in Tourismusorten gewesen." Die Abwehrmaßnahmen direkt kritisieren mochte er nicht, sagte aber: "Wir plädieren für mehr Toleranz."

Sylts Bürgermeister Nikolas Häckel erinnerte ebenfalls daran, dass die Probleme mit den aufdringlichen Möwen hausgemacht seien. "Die Tiere gehen dorthin, wo sie Fressen finden. Am Anfang fanden sie viele süß, doch jetzt stört es", sagte Häckel. Wichtig sei, dass die Vögel nicht gefüttert würden. "Es ist verboten, und das steht auch an der Promenade", sagte er. Eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes ergänzte, auch die Gastronomen würden regelmäßig informiert.

dpa

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