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Der Norden Syrische Männer retten 80-Jährige aus der Weser
Nachrichten Der Norden Syrische Männer retten 80-Jährige aus der Weser
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00:15 15.05.2017
Die Männer riefen, die Frau antwortete nicht: Isa Scheicho hat die 80-Jährige vor dem Ertrinken bewahrt Quelle: Siedenberg
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Hoya

Es ist eine tragische Geschichte. Aber sie ist gut ausgegangen, jedenfalls erst einmal. Eine alte Frau, die in Hannover im Heim wohnte, ist in Hoya im Kreis Nienburg ins Wasser gegangen. Doch zwei syrische Männer haben sie wieder rausgeholt. Und ihr das Leben gerettet. Gründe, warum die Frau den Freitod gewählt haben könnte, seien nicht bekannt, teilte die Polizei gestern mit.

Die Dame, 80 Jahre alt, stammt aus Hilgermissen, einer Ansammlung kleiner Dörfer in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya. Was sie in das Altenheim in Hannover verschlagen hat, darüber kann man nur spekulieren. Mit ziemlicher Sicherheit aber kann man sagen, dass sie nicht glücklich war. Denn am Mittwoch ließ sie sich samt Rollator mit dem Taxi von Hannover nach Hoya fahren – das sind immerhin 90 Kilometer. Dort stellte sie den Rollator am Ufer der Weser ab, die mitten durchs Stadtzentrum fließt, und sprang in den kalten Fluss. Sie wollte sich, wie sie später den Rettungskräften sagte, das Leben nehmen.

Zur gleichen Zeit, es war ungefähr 21.30 Uhr, gingen dort, am befestigten Weserufer, der Syrer Isa Scheicho und sein Freund und Landsmann Halil Sibo spazieren. Scheicho ist 45 Jahre alt, lebt seit 15 Jahren in Deutschland und arbeitet bei einem Verpackungshersteller in Hoya. Sibo, 47, wartet im Moment auf eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Isa Scheicho erzählt, dass er zunächst nur etwas Undefinierbares im Wasser sah, er wusste nicht, was das war, er dachte an ein großes Stück Plastik. Scheicho machte Sibo darauf aufmerksam. Das Stück Plastik, das keines war, verschwand unter den Wellen, tauchte wieder auf. Plötzlich war den beiden klar: Das ist ein Mensch.

Die Frau war bei Bewusstsein

Die Männer riefen, die Frau antwortete nicht, die beiden Syrer sprangen aus ihren Kleidern. Sibo war als Erster im Wasser, bekam die alte Dame am Fuß zu fassen. In der Nähe war eine Leiter an der etwa zwei Meter hohen Ufermauer angebracht. An dieser Leiter zogen die beiden Syrer die Frau an Land. Dann riefen sie Notarzt und Rettungswagen.

Die Dame war bei Bewusstsein, aber nicht ansprechbar: „Sie hat nichts gesagt, nur geguckt, nach hier, nach da“, erzählt Scheicho. In einiger Entfernung stand noch der Rollator, obendrauf die Brille und die rote Jacke der Frau. Später, als die Rettungskräfte die unterkühlte Frau versorgten und am Ende in eine Klinik in Nienburg brachten, berichtete sie von ihrem Wunsch, aus dem Leben zu scheiden. Isa Scheicho hofft, dass sie das jetzt nicht mehr möchte.     

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