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Tafeln versorgen immer mehr Flüchtlinge

Flüchtlinge in Niedersachsen und Bremen Tafeln versorgen immer mehr Flüchtlinge

Die Tafeln in Niedersachsen und Bremen versorgen immer mehr Flüchtlinge mit Lebensmitteln. Insgesamt hat sich die Zahl der Nutzer durch den Zustrom der Schutzsuchenden deutlich erhöht. "Es gibt Quoten von 20 bis 80 Prozent", sagte der Vorsitzende des Landesverbands der Tafeln in Niedersachsen und Bremen, Karl-Heinz Krüger.

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Die Laatzener Tafel verteilt jede Woche Lebensmittel an Empfänger von Sozialhilfe.

Quelle: dpa

Hannover, Bremen. Die Tafeln stehen nach Angaben von Krüger durch die neuen Kunden auf Dauer vor einer Herausforderung.  "Mittlerweile ist aber eine Routine eingetreten", betonte er.

Als der Flüchtlingszuzug vor rund einem Jahr sehr stark war, habe es Probleme mit Lebensmitteln und der Verständigung gegeben. Manche Neuankömmlinge hätten auch ein Anspruchsdenken gehabt, da sie nicht wussten, dass die Tafeln ehrenamtlich arbeiten. Die Aufklärung der neuen Kunden über die Möglichkeiten der Tafeln in vielsprachigen Flyern, der Einsatz von Dolmetschern und verstärkte Bemühungen um Spenden, Schulungen und Informationen für die Helfer hätten Erfolg gezeigt.

Tafeln verteilen Lebensmittel an Menschen, die nachweisen können, dass sie Sozialleistungen wie Hartz IV oder Bafög beziehen. Die erste Tafel wurde 1993 in Berlin eingerichtet, inzwischen gibt es bundesweit mehr als 900 solcher Organisationen, rund 100 davon in Niedersachsen. Die Einrichtungen erhalten von Herstellern, Supermärkten oder Restaurants viele Lebensmittel, die noch gut verwendbar sind, aber nicht mehr verkauft werden können, etwa weil das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht ist oder die Backwaren vom Vortag sind.

Die Tafel in Laatzen bei Hannover registrierte eine leichte Zunahme von nach Deutschland geflüchteten Kunden seit vergangenem Sommer. Dies funktioniere aber ohne Probleme, auch weil es im Helferkreis einige Ehrenamtliche zum Beispiel mit Arabischkenntnissen gibt, sagte die erste Vorsitzende Dietlind Osterkamp. "Wir wollen für alle da sein - ungeachtet ihrer Herkunft", betonte sie.

Die zurückgehende Zahl der Flüchtlinge habe die Situation entschärft, sagte der Landesvorsitzende Krüger. Aber: "Natürlich sind unterschiedliche Mentalitäten und Essgewohnheiten immer noch ein Thema." Auch die gerechte Verteilung, die Reihenfolge der Bedienung oder die Warenmenge würden immer wieder diskutiert. "Vieles hängt jedoch auch mit dem Spendenaufkommen zusammen: Manche Tafeln versorgen mehr Flüchtlinge, haben aber weniger Spenden zur Verfügung." Die Bedingungen vor Ort seien sehr unterschiedlich. 

Bernd Stöber vom Sozialministerium in Hannover betonte, die Tafeln seien ein überaus gelungenes Beispiel für ehrenamtliches Engagement bei der Hilfe für bedürftige Menschen. Migranten zählten genauso zu den Kunden wie Arbeitslose, Geringverdiener, Rentner oder Alleinerziehende.

dpa/lni

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