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Der Norden Til Schweiger will Flüchtlingsheim bauen
Nachrichten Der Norden Til Schweiger will Flüchtlingsheim bauen
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15:12 02.08.2015
Til Schweiger (51) will sich persönlich in der Hilfe für Flüchtlinge engagieren. Quelle: dpa
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Osterode

"Ich werde mit Freunden zusammen ein Flüchtlingsheim aufbauen", sagte der Schauspieler der "Bild am Sonntag". Anfang 2014 hätten die Freunde die Rommel-Kaserne in Osterode am Harz gekauft. "Wir wollen ein Vorzeige-Flüchtlingsheim bauen. Und ich werde eine Stiftung für traumatisierte Kinder gründen."

Das Land Niedersachsens hatte in der Kaserne in Osterode eigentlich bereits im Juni eine weitere Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge eröffnen wollen. Bisher sind die Verträge mit dem privaten Betreiber, der Firma Princess of Finkenwerder, nach Angaben aus dem Innenministerium aber noch nicht komplett unter Dach und Fach. "Das ist noch nicht eingetütet. Wir freuen uns, dass sich auch Herr Schweiger dort engagieren möchte", sagte der Sprecher des Innenministeriums, Philipp Wedelich, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Schweiger hatte dagegen der Zeitung gesagt, die Verträge seien seit Donnerstag unterschrieben.

"Bäm! Der Vizekanzler hat sich gemeldet!"

Erst kürzlich hatte Filmstar Schweiger in Zusammenhang mit Flüchtlingen und zunehmender Fremdenfeindlichkeit Aufmersamkeit erregt - und sich so einen Anruf des Vizekanzlers eingehandelt. "Den Zorn von Til Schweiger kann ich gut verstehen, und es ist gut, dass er lautstark protestiert", sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Damit nahm er Bezug auf Schweigers drastische Reaktionen gegen fremdenfeindliche Kommentare auf seiner Facebook-Seite. Deswegen habe Gabriel am Mittwochabend bei Schweiger angerufen. "Wir haben am Telefon einen Anfang gemacht und verabredet, das Gespräch fortzusetzen", sagte Gabriel. "Til Schweiger setzt Zeichen - und gibt in den sozialen Medien vielen eine Stimme, die sich Sorgen machen über Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache."

Schweiger hatte am Mittwochvormittag auf seiner Facebook-Seite seinem Zorn über Fremdenfeindlichkeit in Deutschland Luft gemacht und gefordert: "Frau Merkel, Herr Gabriel bitte übernehmen Sie!" Die Reaktion folgte schneller, als Schweiger sich das wohl dachte. Am Mittwochabend schrieb er auf Facebook: "Bäm!!! Der Vizekanzler hat sich gemeldet! Und er hat sich eine halbe Stunde an seinem Feierabend meinen Frust angehört." In einem Punkt seien sie sich sofort einig gewesen: "Dass die Mehrheit der Deutschen diesen Hass nicht teilt! Danke, Herr Vizekanzler, für Ihren Anruf."

dpa/afp

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