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Der Norden Tritt Bernd Althusmann gegen Stephan Weil an?
Nachrichten Der Norden Tritt Bernd Althusmann gegen Stephan Weil an?
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00:15 19.04.2016
Zieht zurück nach Niedersachsen: Ex-Minister Bernd Althusmann. Quelle: dpa
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Hannover

Es herrscht emsige Betriebsamkeit derzeit bei der CDU. „Noch 150 Tage“, twitterte der Landesverband am Donnerstag, verbunden mit der Botschaft: „Die Vorbereitungen zu den Kommunalwahlen am 11.9. sind in vollem Gange.“ Dem Ziel, in den Räten von Kreisen, Städten und Gemeinden wieder stärkste Kraft zu werden, gilt jetzt alle Konzentration, lautet die Botschaft. Andere Fragen wie die Landtagswahl und vor allem die Frage, wer dabei Spitzenkandidat für die Union wird, sollen jetzt nicht stören. Nun geschieht allerdings etwas, was gerade dieser Diskussion neuen Auftrieb geben dürfte: Bernd Althusmann, der in vielen Spekulationen als aussichtsreichster Anwärter gehandelt wird, bereitet derzeit seinen Umzug aus Afrika zurück nach Lüneburg vor.

„Aus familiären Gründen kehre ich mit meiner Familie am 1. Juni 2016 in meine Heimat Lüneburg zurück“, sagte Althusmann der HAZ. Nach zwei Jahren bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Namibia und Angola werde er die Institution verlassen und einen Job in einer bundesweit tätigen Unternehmensberatung in Hamburg annehmen, so der 49-Jährige. Der Abschied von seinem jetzigen Arbeitgeber verlaufe freundschaftlich, „ich bin der Konrad-Adenauer-Stiftung sehr dankbar“, so Althusmann.

Im Gespräch merkt man dem ehemaligen Offizier an, dass diese Sätze mehr sind als Höflichkeitsfloskeln. Er hat der Stiftung tatsächlich etwas zu verdanken: Als die CDU bei der Landtagswahl im Januar 2013 knapp verlor, war das für Althusmann ein persönliches Debakel. Er verlor nicht nur seinen Posten als Kultusminister, sondern auch sein Landtagsmandat. Eben noch Dienstherr von über 80 000 Lehrern, war er plötzlich arbeitslos. Die Stiftung bot die Möglichkeit, das alles hinter sich zu lassen und den Kopf freizubekommen - und Erfahrungen abseits der Landespolitik zu sammeln.

Doch ein Abschied von der Politik sollte das nicht unbedingt sein, wie Althusmann schon 2013 betonte. Er sei eben „ein durch und durch politischer Mensch“. Daran will er jetzt nach seiner Rückkehr aus Afrika anknüpfen: „Ich kann mir gut vorstellen, mich neben meiner neuen beruflichen Tätigkeit wieder ebenso engagiert in meiner Partei, der CDU, und in der Politik einzubringen“, sagt Althusmann jetzt der HAZ. Die nächste Frage, ob er auch als Herausforderer von SPD-Ministerpräsident Stephan Weil bei der Landtagswahl infrage komme, blockt er gleich ab: „An Spekulationen über bestimmte Positionen oder Ämter werde ich mich nicht beteiligen.“

Kehrt Althusmann in die Landespolitik zurück?

Von diesen Spekulationen hat es in den vergangenen Monaten einige gegeben. Seit der ehemalige Ministerpräsident und heutige Europa-Parlamentarier David McAllister eine Rückkehr in die Landespolitik definitiv ausgeschlossen hatte, waren verschiedene Namen für eine Spitzenkandidatur gehandelt worden. Neben dem Chef der CDU-Landtagsfraktion, Björn Thümler, Landtagspräsident Bernd Busemann oder CDU-Generalsekretär Ulf Thiele waren auch Berliner Politiker ins Spiel gebracht worden: Einige halten eine Kandidatur von Enak Ferlemann, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, für möglich. Einzelne träumen gar von einer Kandidatur der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, deren Vater Ernst Albrecht selbst mal Ministerpräsident in Niedersachsen war.

Doch kein Name wird so häufig genannt wie der von Bernd Althusmann – obwohl dieser bislang am weitesten von der Landespolitik weg ist. Althusmann hätte als ehemaliger Landesminister mehr Erfahrungen für den Regierungsjob als die meisten anderen Kandidaten.

Die Entscheidung, wer die CDU in die Landtagswahl im Januar 2018 führen wird, soll im Herbst fallen. Direkt nach der Landtagswahl will sich das Präsidium der Landes-CDU zusammensetzen, um die Lage zu sondieren. Der oder die Kandidaten sollen sich dann in einer Reihe von Regionalkonferenzen präsentieren. Am 26. November schließlich will die CDU auf einem Parteitag in Hameln ihren Spitzenkandidaten wählen.

Bernd Althusmann

Bernd Althusmann wurde am 3. Dezember 1966 in Oldenburg geboren. Im Alter von zehn Jahren zog er nach Lüneburg, wo er 1986 sein Abitur machte. Bis zu seiner Wahl in den Landtag 1994 durchlief Althusmann eine Offizierslaufbahn bei der Bundeswehr, zu der er parallel Betriebswirtschaft studierte.

Ab 2003 war Althusmann in der CDU-Fraktion parlamentarischer Geschäftsführer neben Fraktionschef David McAllister. 2009 wurde Althusmann Kultus-Staatssekretär, ein Jahr später Kultusminister. Er führte die Oberschulen in Niedersachsen ein. 2011 musste er sich gegen Vorwürfe wehren, er habe in seiner Doktorarbeit abgeschrieben. Der Titel wurde ihm von der Universität Potsdam nicht aberkannt.

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